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In München sind Bauern, Naturschützer und Verbraucherorganisationen auf die Straße gegangen um ein Umdenken in der Agrarpolitik zu fordern: hin zu regionaler und ökologischer Landwirtschaft.

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Bündnis fordert Umdenken in der Agrarpolitik

Naturschützer, Bauern- und Verbraucherorganisationen haben vor der Bayerischen Staatskanzlei eine Agrarwende in Bayern gefordert: hin zu mehr Regionalität und Naturschutz. Dabei haben sie Ministerpräsident Söder an seine Ankündigung erinnert.

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Von
  • Lorenz Storch

Im Juli des vergangenen Jahres war die Diskussion um unhaltbare Zustände in Großschlachthöfen auf ihrem Höhepunkt. Da stellte sich Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vor die Kulisse eines sommerlichen Sees und sprach eine Videobotschaft für den Youtube-Kanal der Staatskanzlei:

"Warum setzen wir nicht in Deutschland mehr auf die kleineren Betriebe, unterstützen sie, als die großen Agrarfabriken zu haben. Agrarökologie statt Agrarkapitalismus könnte doch ein Weg sein für die Zukunft." Markus Söder

Keine heile Welt in Bayerns Landwirtschaft

An diese seine eigene Forderung hat das "Agrarbündnis Bayern" Söder jetzt erinnert. Bayern sei noch weit entfernt von einer heilen Welt in der Landwirtschaft, der Agrarkapitalismus regiere auch im Freistaat, ein "Weiter so" sei deshalb nicht genug.

Regional und ökologisch statt billig

Die Verbände fordern ein Umdenken in der Agrarpolitik. Statt Billigproduktion für den Weltmarkt und immer weiter fortschreitender Konzentration sieht das Bündnis die Zukunft in regionaler, ökologischer Erzeugung, gepaart mit einer höheren Wertschätzung gegenüber Nahrungsmitteln.

Bauern besser für Umweltleistungen honorieren

Bauern müssten besser dafür honoriert werden, wenn sie Leistungen für den Naturschutz erbringen. Eine verpflichtende Tierwohl-Abgabe - wie von der sogenannten Borchert-Kommission des Bundeslandwirtschaftsministeriums vorgeschlagen - müsse eingeführt werden, um mit dem Erlös die Situation in den Ställen zu verbessern.

Kaniber: In Bayern keine große Agrarindustrie

In Bayern selbst fordert der Bund Naturschutz von der Staatsregierung, per Bauordnung gegen umstrittene Riesenställe auf der grünen Wiese vorzugehen.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) sprach zu den Demonstranten und betonte, die Verbände des Agrarbündnis Bayern seien mit ihren Forderungen in ihrem Ministerium als Gesprächspartner stets willkommen. Bayern sei innerhalb Deutschlands bereits vorbildlich in Sachen Naturschutz und bäuerliche Landwirtschaft: „Diese große Agrarindustrie finden Sie in Bayern nicht.“ Der Einsatz für kleinere Betriebe sei Kaniber ein besonderes Anliegen.

Im "Agrarbündnis Bayern" sind ein Dutzend Verbände Mitglied: von Bund Naturschutz und Greenpeace über die Landesvereinigung für den ökologischen Landbau bis zu Slow Food.

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Das Donaumoos zwischen Ingolstadt, Neuburg und Schrobenhausen ist das größte Niedermoor Süddeutschlands. Es wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Das Problem: Um Ackerbau betreiben zu können, wird der Boden entwässert - auf Kosten des Mooses.

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