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Bündnis fordert CO2-optimierten Betrieb in Münchner Kraftwerk | BR24

© picture-alliance/dpa

Heizkraftwerk München Nord im Betrieb.

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    Bündnis fordert CO2-optimierten Betrieb in Münchner Kraftwerk

    Das Münchner Kohlekraftwerk Nord 2 könnte ab sofort mehr CO2 einsparen. Das ist die Aussage eines Gutachtens des Öko-Instituts zur Umsetzung des Kohleausstiegs in München. Veröffentlicht wurde es vom Bündnis "Raus aus der Steinkohle".

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    Seit dem Bürgerentscheid, als der schnelle Ausstieg aus der Kohleverstromung beschlossen wurde, wird gestritten über den richtigen Zeitpunkt und ob eine Abschaltung 2022 überhaupt möglich ist. Jüngst hat das ein Gutachten des TÜV bezweifelt - das Heizkraftwerk München Nord sei wichtig für die Münchner Fernwärme-Versorgung und für die Stromversorgung in Süddeutschland systemrelevant. Die neue Studie des Öko-Instituts setzt einen anderen Schwerpunkt.

    Heizkraftwerk könnte im Sommer runtergefahren werden

    Das Bündnis fordert, eine "CO2-optimierte Fahrweise" des Heizkraftwerks Nord 2. Und zwar ab sofort. Das hatte bereits der TÜV vorgeschlagen. Laut Gutachten sei es zum Beispiel möglich, das Kraftwerk in Sommermonaten herunterzufahren und in kälteren Monaten wieder mehr einzusetzen.

    Die Hälfte der vebrannten Kohle einsparen

    Dadurch könne jährlich knapp die Hälfte an Kohle gespart werden - statt der bisher über 700.000 Tonnen brauche es nur noch maximal 350.000 Tonnen Kohle. Das mache sich auch im CO2-Ausstoß bemerkbar: Laut dem Gutachten könnten 10,9 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, wenn das Kohlekraftwerk bis 2025 abgeschaltet werden würde. Bisher ist eine Bestandsgarantie bis 2026 oder 2028 geplant. Das Gutachten ergab jedoch, dass eine Bestandsgarantie des Kohlekraftwerks bis 2026 oder 2028 weder notwendig noch zielführend sei.

    Heizkraftwerk nur noch für die Reserve

    Es könne bereits vorher in die Stromnetzreserve der Bundesnetzagentur gehen, da es für die reguläre Strom- und Wärmeversorgung in München nicht benötigt werde und vorerst nur als Ausfallreserve für die Fernwärmeversorgung erhalten bleiben müsse. Je früher das Kohlekraftwerk nicht mehr in Betrieb ist, desto mehr CO2 kann eingespart werden.

    SPD steht Gutachten positiv gegenüber

    Die Münchner SPD hat bereits auf das Gutachten reagiert. Sie stehen den Ergebnissen positiv gegenüber. Am Dienstag, den 19. November, befasst sich der Ausschuss für Arbeit und Wirtschaft des Stadtrats mit dem Ausstieg aus der Kohleverbrennung im Heizkraftwerk Nord 2.

    In einem Bürgerentscheid vor rund zwei Jahren hatten sich die Münchner mehrheitlich für eine Abschaltung des Kohlekraftwerkes im Münchner Norden ausgesprochen.

    Stadtwerke rechnen mit Mindereinnahmen von 340 Millionen Euro

    Die Stadtwerke haben dieses lange für systemrelevant eingeschätzt und vor Kurzem daraufhin gewiesen, dass ein eingeschränkter Betrieb mit der "CO2-optimierten-Fahrweise" zu Mindereinnahmen von mehr als 340 Millionen führt.