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Bühnen in Unterfranken haben Spielzeit weitgehend abgeschrieben | BR24

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Theatervorhang

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    Bühnen in Unterfranken haben Spielzeit weitgehend abgeschrieben

    Im Zuge der Corona-Pandemie haben die Theater und Kleinkunstbühnen in Unterfranken die laufende Spielzeit weitgehend abgehakt. Sie sehen Probleme, die Vorgaben bei einer möglichen Öffnung umzusetzen. Mehrere Bühnen setzen auf Aufführungen im Freien.

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    • Corona-Pandemie: Aktuelle Informationen zur Lage in Unterfranken finden Sie hier.

    Am Mittwoch (20.05.20) wollen die Kultusminister über ihr vorgelegtes Eckpunktepapier zur Öffnung von Kulturbetrieben mit Kanzlerin Merkel beraten. Ministerpräsident Söder hat in Aussicht gestellt, dass die Öffnung von Theatern und Kleinkunstbühnen unter ähnlichen Bedingungen wie etwa in den Kirchen bald wieder möglich sein soll. Die Betroffenen in Unterfranken blicken dem Ganzen jedoch weniger optimistisch entgegen.

    Bisher bekannte Informationen noch zu vage

    "Eine interessante Ankündigung, aber nicht zielführend," äußert sich der Geschäftsführer des Hofgarten-Kabaretts in Aschaffenburg gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Zu wenig verbindlich und zu unkonkret seien die Vorgaben und Informationen von Seiten der Politik. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Auflagen haben die meisten unterfränkischen Theater den Spielbetrieb zumindest bis zum Herbst eingestellt, auch die großen Häuser, wie das Mainfrankentheater in Würzburg oder das Schweinfurter Stadttheater. Dazu kommt erschwerend, dass die wichtigen Probephasen bei allen ausfallen mussten.

    Kampf ums Überleben wegen fehlender Einnahmen

    "In unserem Fokus müssen die Mitarbeiter ebenso stehen, wie die Künstler, Ensembles und Theater wie auch natürlich unser Publikum. Viele Ideen von Seiten der politischen Mandatsträger gehen oft an den Theaterrealitäten vollkommen vorbei. Wenn wir kein Publikum in den Häusern haben dürfen, die vielleicht noch kommen, um zwei- bis drei-Personen Stücke anzusehen, dann fehlen massiv die Einnahmen, die wir einfach brauchen im alltäglichen Daseinskampf", so Christian Federolf-Kreppel, Leiter des Kulturamts und des Theaters der Stadt Schweinfurt.

    Knackpunkt Mindestabstand, Ausweg: Open-Air-Aufführungen

    Ähnlich sehen es auch Federolf-Kreppels Kolleginnen und Kollegen aus anderen Theatern und Kleinkunstbetrieben. Gerade auf kleinen Bühnen ist es schwierig, die geforderten Abstände einzuhalten. Ein paar wenige hoffen – in welcher Form auch immer - wenigstens auf ihren Freilichtbühnen spielen zu können, wie etwa das Theater Maßbach oder das Theater am Neunerplatz. Beide Bühnen feilen bereits an möglichen Konzepten, wie der abgespeckte Betrieb weitergehen könnte. Alleine um zu zeigen: wir sind noch da.

    Die Veranstalter der Scherenburg-Festspiele in Gemünden haben die Freilichtsaison währenddessen schon komplett auf 2021 verschoben.

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