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Der Wald leidet unter dem Klimawandel: Denn bei Hitze und Trockenheit breitet sich der Borkenkäfer massenhaft aus und sorgt für tiefen Frust bei den Waldbesitzern. Für das so genannte Käferholz gibt es nämlich nur noch Dumpingpreise.

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Borkenkäfer beschert Waldbesitzern massive Verluste

Der Wald leidet unter dem Klimawandel: Denn bei Hitze und Trockenheit breitet sich der Borkenkäfer massenhaft aus und sorgt für tiefen Frust bei den Waldbesitzern. Für das so genannte Käferholz gibt es nämlich nur noch Dumpingpreise - das hat Folgen.

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Früher war der Wald "das Sparkonto" der Bauern. Seit 2015 fallen allerdings die Nadelholzpreise - vor allem bei der Fichte. Ein Grund: Wegen des Klimawandels und des Borkenkäfers sind viele Bäume krank, müssen geschlagen werden und das Holz überschwemmt den Markt. Die wirtschaftliche Lage vieler Waldbauern im Bayerischen Wald spitzt sich zu.

Verluste der Waldbauern im zweistelligen Millionenbereich

Die Waldbauern konnten mit dem Verkauf des Käferholzes, das im vergangenen Jahr massenhaft auf dem Markt war, kaum die Erntekosten decken. Allein in den Landkreisen Regen und Freyung-Grafenau addieren sich die Verluste der Waldbauern auf einen zweistelligen Millionenbetrag, schätzt das Forstamt. Die Prognose von Stefan Schaffner vom Forstamt in Regen ist düster.

"Wir haben 2019 das schlimmste Käferjahr gehabt im Bayerischen Wald, das wir je hatten mit über 320.000 Festmeter Schadholzanfall. Und wenn das Frühjahr wieder sehr trocken wird und wieder Hitzewellen kommen, dann wird’s noch sehr dramatisch werden." Stefan Schaffner, Forstamt Regen

Darum fällen die Bayerischen Staatsforsten nur noch wenige Fichten. Es wird dem Wald insgesamt weniger Holz entnommen als nachwächst.

Borkenkäfer vermehren sich massenhaft

Eine Entspannung der Situation ist nicht in Sicht. Laut dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regen ist zum einen die Ausgangspopulation der Borkenkäfer die unter der Rinde und im Waldboden überwintern groß. Dazu kommt, dass die Fichten möglicherweise weiter großem Hitze- und Trockenstress ausgesetzt sind. Dementsprechend geht das Forstamt davon aus, dass die Borkenkäfermassenvermehrung heuer ins sechste Jahr hintereinandergehen wird. Gleichzeitig ruft das Forstamt die Waldbesitzer im Bayerischen Wald dazu auf, ihre Fichtenbestände intensiv zu kontrollieren und Borkenkäferbäume unverzüglich zu fällen. Ansonsten drohten die Schäden noch schlimmer zu werden.

Die Staatsregierung unterstützt Waldbauern mit Förderprogrammen. Das lindert die wirtschaftliche Not – löst aber nicht die Frage: Welche Baumarten werden in den nächsten 100 Jahren gut wachsen und Geld bringen.

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