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Brutaler Überfall auf Sinzinger Ehepaar wird neu aufgerollt | BR24

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Das Regensburger Landgericht befasst sich derzeit noch einmal mit einem Raubüberfall auf ein Ehepaar in Sinzing im Landkreis Regensburg von 2016. Der Bundesgerichtshof hat nach Revisionsanträgen ein erstes Urteil aufgehoben.

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Brutaler Überfall auf Sinzinger Ehepaar wird neu aufgerollt

Das Regensburger Landgericht befasst sich derzeit noch einmal mit einem Raubüberfall auf ein Ehepaar in Sinzing im Landkreis Regensburg von 2016. Denn der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat nach Revisionsanträgen ein erstes Urteil aufgehoben.

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Zum zweiten Mal geht es am Regensburger Landgericht um einen brutalen Raubüberfall auf ein Ehepaar in Sinzing im Landkreis Regensburg im September 2016. Der Grund: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hob nach Revisionsanträgen der Staatsanwaltschaft ein erstes Urteil aus dem Januar 2018 auf.

Damals waren vier Männer von der fünften Strafkammer des Regensburger Landgerichts zu Haftstrafen von bis zu acht Jahren verurteilt worden.

Kameraaufnahmen führten zu den Tätern

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Quartett das Ehepaar in dessen Haus überfallen hatte. Dabei wurden die Opfer bedroht, geschlagen und gefesselt. Einer der Täter drohte der Ehefrau auch eine Vergewaltigung an. Den teils maskierten und mit Schreckschusswaffen bewaffneten Räubern gelang es unter anderem, einen Safe zu öffnen und letztlich mit rund 30.000 Euro und Goldmünzen das Haus zu verlassen. Allerdings nahm einer der Täter das Auto des Ehepaars mit, in dem eine Kamera installiert war. Diese filmte das Fluchtfahrzeug der Bande und brachte so die Ermittler auf die Spur der Räuber.

Staatsanwaltschaft waren Haftstrafen zu gering

Im ersten Prozess hatten sich die Männer teils unter Tränen bei ihren Opfern entschuldigt. Das damals zum Abschluss gefällte Urteil mit Haftstrafen zwischen sechseinhalb und acht Jahren war der Staatsanwaltschaft, die für das Quartett auf Haftstrafen von zehn Jahren und mehr plädiert hatte, aber zu gering – weshalb sie ebenso Revision einlegte wie die Angeklagten.

Nach Ansicht des Bundesgerichtshofs, der den Revisionsanträgen der Angeklagten statt gab, die der Staatsanwaltschaft aber verwarf, muss im neuen Prozess nun auch geprüft werden, ob bei einem der Täter eine verminderte Schuldfähigkeit vorliegt und ob auch eine Verurteilung wegen erpresserischen Menschenraubes in Frage kommt. Der Prozess findet diesmal vor der ersten Strafkammer statt. Insgesamt sind sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte am 22. Oktober fallen.