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Brückeneinsturz von Schraudenbach landet vor Gericht | BR24

© BR/Norbert Steiche

Autobahnbrücke bei Schraudenbach eingestürzt

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    Brückeneinsturz von Schraudenbach landet vor Gericht

    Im Juni 2016 kam es an der Brückenbaustelle an der A7 bei Schraudenbach im Landkreis Schweinfurt zu einem tragischen Unfall mit einem Toten und 14 Verletzten. Nun hat das Landgericht Schweinfurt die Anklage gegen drei Beschuldigte zugelassen.

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    Am 15. Juni 2016 war das Traggerüst für den Neubau der südlichen Autobahntalbrücke zwischen Schraudenbach und Zeuzleben eingestürzt. Dabei kam ein 38-jähriger kroatischer Arbeiter ums Leben. 14 Personen wurden bei dem Einsturz verletzt, davon vier lebensgefährlich und sechs schwer. Wie ein Gerichtssprecher bekannt gab, hat das Landgericht Schweinfurt die Anklage der Staatsanwaltschaft Schweinfurt gegen drei Beschuldigte wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zur Hauptverhandlung zugelassen. Ein genauer Termin werde derzeit noch abgestimmt.

    Element "Horizontalsteifigkeit" nicht ausreichend stark

    Nachdem im Herbst 2017 ein technisches Gutachten zur Einsturzursache vorlag, setzte die Staatsanwaltschaft Ermittlungsverfahren gegen drei Personen in Gang. Das Tragegerüst für die neue Brücke war bei Betonierungsarbeiten eingestürzt. Laut dem Gutachten hatte eine Gerüststütze versagt. Dieses Element war für die sogenannte "Horizontalsteifigkeit" nicht ausreichend stark ausgelegt. So wurde dieses Element instabil und es kam zum Einsturz der gesamten Traggerüstkonstruktion.

    Ungeeignete Konstruktion führte zum Einsturz

    "Bei Auswertung der Unterlagen haben sich Hinweise darauf ergeben, dass Statik und Ausführungsplanung hinsichtlich bestimmter Verbindungen nicht übereinstimmen. Die ungeeignete Konstruktion dieser Verbindungen ist nach den Ausführungen des Gutachtens als primäre Einsturzursache anzusehen", hieß es damals von der Staatsanwaltschaft Schweinfurt wörtlich. Aufgrund dieser Aussagen sind weitere Ermittlungen gegen mehrere Personen eingeleitet worden, die für die Berechnung der Statik und für die Erstellung der Ausführungszeichnungen verantwortlich waren. Darüber hinaus wurde auch gegen den zusätzlich eingebundenen Prüfingenieur ermittelt.

    Der Neubau des betreffenden Brückenabschnitts wurde knapp eineinhalb Jahre nach dem Unglück im November 2017 fertiggestellt.