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Andreas Lösche, Bruder der ermordeten Tramperin. Er erklärt in einem Interview, wie er das Andenken an seine Schwester lebendig halten will.
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Andreas Lösche, Bruder der ermordeten Tramperin. Er erklärt in einem Interview, wie er das Andenken an seine Schwester lebendig halten will.

Um das Andenken an seine Schwester lebendig zu halten, will der Bruder der ermordeten Tramperin Sophia einen Verein oder eine Stiftung gründen. Frauen, die Opfer von Gewalt sind, sollten dort Beistand erhalten, sagte Andreas Lösche in einem dpa-Interview. Damit wehrt er sich auch gegen Rechtspopulisten, die den Tod seiner Schwester für ihre Zwecke instrumentalisieren wollten.

"Es geht hier eindeutig um Gewalt gegen Frauen und nicht um Gewalt durch Flüchtlinge. Das ist mir das Wichtigste, dass das deutlich wird. Diese Instrumentalisierung durch die AfD ist unerträglich. Und es ist auch eine glatte Lüge. Es handelt sich bei dem Verdächtigen gar nicht um einen Flüchtling, sondern um einen Mann, der da beruflich auf der Durchreise war." Andreas Lösche, Bruder von Sophia

Details zu seinen Plänen gebe es noch nicht, sagte Lösche. Viele Menschen hätten aber schon finanzielle Unterstützung angekündigt. "Dementsprechend wollen und müssen wir da was machen."

Anklage voraussichtlich im ersten Quartal 2019

Die 28-jährige Sophia, die aus Amberg stammte, wollte Mitte Juni von Leipzig aus, wo sie studierte, in Richtung Nürnberg trampen. Dabei wurde sie den Ermittlungen zufolge von einem Lastwagenfahrer an einer Tankstelle an der A9 in Sachsen mitgenommen - und in Oberfranken ermordet. Der als Tatverdächtiger gesuchte Marokkaner wurde in Spanien gefasst; auch Sophias Leiche wurde dort entdeckt. Die Staatsanwaltschaft will voraussichtlich im ersten Quartal 2019 die Anklage erheben.

Kritik an Polizeiarbeit

In den vergangenen Monaten hatte Lösche immer wieder die Arbeit der Polizei öffentlich kritisiert. Dies hält der Grünen-Politiker nach wie vor für richtig, denn die Kritik sei berechtigt. "Ich bin der Meinung, dass, wenn so was passiert ist, das auch aufgearbeitet gehört. Nur dann kann ja daraus gelernt werden aufseiten der Polizei." So müsse die Kommunikation zwischen den Bundesländern verbessert werden. "Es kann nicht sein, dass ein Mensch zwischen zwei Bundesländern verschwindet, und dann ist niemand mehr zuständig."

Er wiederholte zudem den Vorwurf, dass der Fall seiner Schwester falsch eingeschätzt worden sei. "Sophia war nie ein Vermisstenfall, vom ersten Moment an bestand eindeutig der Verdacht auf ein Gewaltverbrechen", sagte Lösche, der in einem Prozess als Nebenkläger auftreten will, um Einsicht in die Akten zu bekommen.

Engagierte Frau in der Flüchtlingshilfe

Seine Schwester werde er als "engagierte Frau" in Erinnerung behalten, "die auf Menschen zugeht und sie begeistern kann. Liebenswürdig, voller Vertrauen und Neugierde auf die Welt." Sie habe sich zudem in der Flüchtlingshilfe engagiert und mehrfach in dem Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos geholfen.