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Das BRK-Impfzentrum in Feldafing im Landkreis Starnberg

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    BRK warnt vor Schließung der Impfzentren Ende September

    Das Bayerische Rote Kreuz möchte, dass die Bundesregierung die Laufzeit der Impfzentren bis zum Ende des Jahres 2021 verlängert. Die Gründe: Bessere Planbarkeit und Flexibilität im Kampf gegen das Coronavirus.

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    Von
    • David Donocik

    Wie geht es weiter mit den Impfzentren? Das Bayerische Rote Kreuz möchte als einer der größten Betreiber der bayerischen Impfzentren mehr Planungssicherheit für seine 2.000 Mitarbeiter. Daher plädiert es für eine Verlängerung der Finanzierung durch den Bund bis mindestens Ende Dezember 2021.

    Die bisherige Vereinbarung sieht vor, dass der Betrieb der Impfzentren bis Ende September finanziert wird. Wichtig ist es aus BRK-Sicht, dass eine Entscheidung über eine mögliche Forstsetzung schnell erfolgt.

    Je früher die Entscheidung, desto besser

    Die Leiterin des Impfzentrums im oberbayerischen Pfaffenhofen, Andrea Hainzinger, befürchtet andernfalls massive Probleme: "Unser Personal ist jetzt schon dabei, sich umzuorientieren. Unsere Mitarbeiter wissen nicht, ob sie nach dem 30. September noch eine Stelle haben."

    Carina Seibert ist Verwaltungsangestellte in den Impfzentren Pfaffenhofen und Geisenfeld und ist für die Dokumentation und Anmeldung der Patienten zuständig. Sie würde gerne noch länger im Impfzentrum arbeiten, "weil wir ein eingespieltes Team sind, die Arbeit unglaublich Spaß macht und weil wir einen Beitrag leisten können, um die Pandemie zu bekämpfen." Nach einer neuen Stelle habe sie sich noch nicht umgesehen. "Wir müssen uns drei Monate vorher arbeitssuchend melden. Von daher wäre es toll, wenn wir einen Leitfaden von der Regierung bekommen, ob es nach dem 30.9. weitergeht oder nicht."

    "Können 800 Menschen pro Schicht impfen"

    Hainzinger und Seibert wünschen sich eine Verlängerung, da sich die Teams gut eingespielt hätten: "Wir können pro Schicht 800 Menschen impfen, das ist kein Problem."

    Problematisch wäre jedoch, wenn nicht zeitnah entschieden wird, da das BRK genügend Zeit zum Rekrutieren von neuem Personal brauche. Das BRK schreibt in einem Positionspapier, dass es in Bayern eine durchschnittliche Auslastung von 40 bis 45 Prozent habe. Durch verlässliche Strukturen seien die Zentren personell und infrastrukturell in der Lage, täglich große Mengen an Vakzinen zu spritzen. Die Geschäftsführung rät dazu, die Zentren nicht zu schließen, bevor diese überhaupt die Gelegenheit hatten, ihre Maximalkapazitäten auszuschöpfen.

    BRK: Kurzfristige Reaktivierung der Impfzentren nicht möglich

    Sollte sich nach einem Finanzierungsstopp und einer damit verbundenen Schließung der Impfzentren herausstellen, dass Hausärzte nicht genügend Kapazitäten haben, um den Impfstoff schnell genug an den Mann zu bringen, wäre aus Sicht des BRK eine kurzfristige Reaktivierung der Impfzentrums-Strukturen nicht möglich.

    Söder für Verlängerung der Impfzentren

    Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat sich ebenfalls für eine Verlängerung nach dem 30. September ausgesprochen. "Wir brauchen immer wieder Rückfall- und Notfall-Optionen und immer wieder auch Infrastrukturen, die uns in Ergänzung zu unserer Ärzteschaft auch helfen können, in größeren Mengen solche für Impfungen vorzunehmen."

    Das bayerische Gesundheitsministerium verweist auf BR-Anfrage inzwischen darauf, dass die Zukunft der Impfzentren über den 30. September hinaus aktuell Thema der Beratungen zwischen Bund und Ländern ist. Wann hierzu eine Entscheidung fallen wird, sei aktuell nicht abzusehen.

    Das Gesundheitsministerium - so heißt es in der Antwort weiter - "hält die Impfzentren für eine wichtige Säule der Impfstrategie und steht einem über den 30. September hinausgehenden staatlichen Impfangebot offen gegenüber, falls dafür weiterhin Bedarf bestehen sollte".

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