BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR
Bildrechte: picture alliance/Flashpic/Jens Krick

Bei Heimertingen hat ein Team des Bayerischen Roten Kreuzes eine Fackel mit dem Ziel Solferino übernommen. Damit erinnern die ehrenamtlichen Helfer an die Gründung ihrer Organisation, die auf die Versorgung von Kriegsopfern in Italien zurückgeht.

Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

BRK übernimmt "Licht der Hoffnung" auf dem Weg nach Solferino

Bei Heimertingen hat ein Team des Bayerischen Roten Kreuzes eine Fackel mit dem Ziel Solferino übernommen. Damit erinnern die ehrenamtlichen Helfer an die Gründung ihrer Organisation, die auf die Versorgung von Kriegsopfern in Italien zurückgeht.

Per Mail sharen
Von
  • Matthias Lauer
  • Christian Wagner

Weil der traditionelle Fackellauf in Italien wegen der Corona-Pandemie nicht in der gewohnten Weise möglich ist, hat das Rote Kreuz in Deutschland einen eigenen Fackellauf gestartet, um an die Gründung seiner Organisation zu erinnern. Los gegangen war es bereits im Mai in Münster, und zwar genau am achten Mai, dem Weltrotkreuztag.

Am Freitag übergab das DRK schließlich in Baden-Württemberg die Fackel an der bayerischen Landesgrenze auf einer kleinen Brücke über die Iller bei Heimertingen im Landkreis Unterallgäu.

"Damit wollen wir das Licht der Hoffnung bis nach Solferino tragen." Michael Stemmler, BRK.

Stemmler begleitet die Abordnung mit verschiedenen Technik-Fahrzeugen des BRK, die die Fackel am Samstag nach Nürnberg trägt. Sie passiert auch Österreich und schließlich Italien. In knapp zwei Wochen, am 24. Juni, soll die Fackel als das "Licht der Hoffnung und Menschlichkeit" in Solferino ankommen.

Henry Dunant gab den Anstoß

© KEYSTONE/Martial Trezzini/dpa - Report
Bildrechte: KEYSTONE/Martial Trezzini/dpa - Report

Eine Skulptur zeigt den Gründer des Roten Kreuzes, Henry Dunant, bei der Niederschrift seines Buches "Eine Erinnerung an Solferino".

Der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant war 1859 auf Geschäftsreise in der Lombardei. Er war erschüttert als er im italienischen Ort Solferino die Zustände sah. Nach einer Schlacht zwischen der österreichischen Armee, den Truppen Sardinien-Piemont und Frankreich litten die Verwundeten erbärmlich. Der Schweizer kümmerte sich um die Menschen, konnte andere ebenfalls dafür gewinnen, den verletzten und sterbenden Soldaten zu helfen. Dunant machte durch ein Buch auf die Zustände aufmerksam. In der Folge kam es zur Gründung des "Internationalen Komitees der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege". Das war der Anfang. 1876 wurde der Name in "Internationales Komitee vom Roten Kreuz" umgewandelt.

Trotz Corona - der "Red-Cross-Spirit" lebt

Jedes Jahr erinnern die Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler an den Ursprungsgedanken des DRK: Menschen helfen, Gesellschaft gestalten. Im Gedenken an die Schlacht und den Ursprung der Hilfsorganisation veranstaltet das Italienische Rote Kreuz jedes Jahr den Fackellauf. Mitglieder aus der ganzen Welt reisen dafür an und bilden - beginnend in Solferino bis Castiglione delle Stiviere - einen kilometerlangen Fackelzug. Wegen der Corona-Pandemie muss die gewohnte Fiaccolata allerdings in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge ausfallen.

"Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!