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BRK-Präsident: Katastrophenschutz wurde "kaputtgespart" | BR24

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Theo Zellner (Archivbild)

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    BRK-Präsident: Katastrophenschutz wurde "kaputtgespart"

    Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) klagt über Materialknappheit beim Katastrophenschutz. Es sei "sukzessive kaputtgespart" worden, teilt Präsident Theo Zellner mit. Das räche sich in der jetzigen Krise, in der teuer Material angeschafft werden müsse.

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    Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) wirft den politisch Verantwortlichen vor, beim Katastrophenschutz Weichen nicht so gestellt zu haben, um einer Krise wie der aktuellen gewachsen zu sein. "Der Katastrophenschutz wurde sukzessive kaputtgespart", heißt es in einer Pressemitteilung des BRK-Präsidenten Theo Zellner. Mit dem Ende des Kalten Krieges seien Vorhaltungen für den Katastrophenschutz zurückgefahren worden, weil man meinte, "so was nicht mehr zu brauchen".

    Materialbeschaffung in zweistelliger Millionenhöhe

    Heute rächten sich die Einsparungen der vergangenen rund 30 Jahre. "Diese Krise lehrt uns alle." Nach Angaben des Präsidenten ist das BRK seit fast zehn Wochen mit dem Thema der Materialbeschaffung befasst und hat bisher Rechnungen in zweistelliger Millionenhöhe beglichen.

    "Die Preise für solche Güter sind horrend. Keiner hat geahnt, dass billigste Einmalartikel wie Handschuhe, Schutzkittel oder OP-Masken in einem entwickelten Land wie Deutschland knapp werden könnten." Theo Zellner, Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes

    Sichere Grundversorgung statt Marktspekulationen

    Zellner zufolge ist das der Preis der Globalisierung. Statt blind auf die Mechanismen der Märkte zu vertrauen, plädiert er für mehr Dezentralisierung, um so die Grundversorgung sicherzustellen. Dringenden Handlungsbedarf sieht der BRK-Präsident aufgrund der hohen Infektionszahlen bei den Alten- und Pflegeheimen. Es sei zwingend notwendig, dass regelmäßige Reihentestungen der Pflegekräfte sowie der Bewohnerinnen und Bewohner stattfinden.

    Systemrelevante Berufe im Pflegebereich aufwerten

    Aus Zellners Sicht sind es derzeit vor allem die Mitarbeitenden in den Alten- und Pflegeheimen, den Kliniken und dem Rettungsdienst, die das System am Laufen halten.

    "Klar ist: Nach dieser Krise gilt es, alles daran zu setzen, diese Berufe grundlegend aufzuwerten und ihnen die Anerkennung zukommen zu lassen, die sie verdienen." Theo Zellner, Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes

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