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Tauben im Flug (Symbolbild)

Am Freitag widersprach Harald Herbach, der Vorsitzende der Brieftaubenreisevereinigung Würzburg und Umgebung, den Vorwürfen von PETA und führte eigene Zahlen und Faktoren an. In einer dem Bayerischen Rundfunk vorliegenden Stellungnahme sprach er von maximal zehn Prozent Tauben, die nach einem Wettflug nicht in den Heimatschlag zurückkehren würden. Er berief sich hierbei auf eine Studie des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums.

Anschuldigungen "völlig aus der Luft gegriffen"

Herbach nannte die von PETA angeführte Zahl der Tauben der Reisevereinigung, die 2017 bei Wettflügen verendet sein sollen – mindestens 522 Tiere –, "vollkommen aus der Luft gegriffen". PETA geht von 64 Prozent der Vögel aus, die nach Wettflügen nicht zurückgekehrt seien. Herbach zufolge sei die Mehrheit der Tauben, welche die Distanzflüge nicht überlebt hätten, nicht aufgrund von Erschöpfung gestorben, sondern von Greifvögeln geschlagen worden.

Taubenzüchter sollten nur fitte Tiere auf Wettflüge schicken

Der Vorsitzende der Brieftaubenreisevereinigung Würzburg und Umgebung sprach von der Verantwortung der Taubenzüchter, für die Wettbewerbe geeignete Tiere auszuwählen. "Gerade Brieftauben, die aufgrund mangelhafter Auslese zur Reise (gemeint sind die Wettbewerbe) nicht geeignet sind, müssen auf den Distanzflügen leiden", erklärte er. Herbach beteuerte, dass die Mitglieder der Reisevereinigung ihre Tiere nicht überforderten:

"Unsere älteren Tiere gehen an 14 Tagen im Jahr und unsere Jungtauben an sechs Tagen im Jahr auf Distanzflüge und somit genießen sie ca. 350 Tage ein Leben im Paradies." Harald Herbach, Vorsitzender der Brieftaubenreisevereinigung Würzburg und Umgebung

Herbach bekräftigte, dass die Brieftaubenreisevereinigung Würzburg und Umgebung jedwede Forderungen von PETA zurückweist, da die Tierrechtsorganisation nicht gewillt sei, mit den Brieftaubenzüchtern in sachlicher Weise zu diskutieren.

Wie PETA am Donnerstag mitgeteilt hatte, hatte die Tierrechtsorganisation bereits Ende August die Führung der Brieftaubenreisevereinigung bei der Staatsanwaltschaft Würzburg wegen Tierquälerei angezeigt.

Autoren

Marcus Filzek

Sendung

Regionalnachrichten aus Mainfranken vom 14.09.2018 - 14:30 Uhr