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Briefbtauben
© BR/Axel Mölkner-Kappl

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Axel Mölkner-Kappl
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Briefbtauben

Der Deutsche Tierschutzbund will verhindern, dass die Brieftaubenzucht immaterielles Kulturerbe wird. Deshalb hat er sich an die UNESCO gewandt, die für die Aufnahme in das Verzeichnis zuständig ist. Beim Brieftaubenverein Schernfeld bei Eichstätt begrüßt man den Antrag auf Aufnahme in die Liste. Schließlich nutzen die Menschen die gute Orientierung von Tauben seit Jahrtausenden, so die Züchter. Im Ersten Weltkrieg wurden sie sogar für militärische Zwecke eingesetzt.

Brieftauben gehen auf die Reise – mit Chip

Samstagnachmittag in den Räumen der Brieftaubenzüchter. Es herrscht geschäftiges Treiben. Denn am Sonntagmorgen gehen die Brieftauben wieder auf Reisen – dieses Mal werden sie von Frankenthal starten und den etwa 220 Kilometer langen Heimflug antreten. Jede einzelne Taube trägt einen Ring mit einem Chip, der zunächst in den Räumen des Vereins per Computer registriert wird.

Tauben fliegen bis zu 70 Kilometer pro Stunde

Wenn die Tauben am Sonntagmorgen losfliegen, wird die Stoppuhr gestartet. Und wenn sie zuhause im Taubenschlag ankommen, registriert ein Computer mithilfe einer Antenne automatisch das Signal der Taube und die Ankunftszeit. So kann später errechnet werden, welche Taube am schnellsten geflogen ist, erklärt Helmut Spiller. Er ist der Fachmann unter den Züchtern. 70 Kilometer pro Stunde und mehr fliegen die Tauben, wenn sie auf dem Heimweg sind. Dafür nutzt man auch den Wunsch der Taube, das Weibchen zuhause im Schlag wieder zu treffen.

Nasse Tauben können nicht fliegen

Besonders schnell und erfolgreich fliegen die Tauben von Ludwig und Rosa Frei aus Titting. Auch sie bringen an diesem Nachmittag ihre Tauben nach Schernfeld. Am Abend werden sie in einem speziellen Lkw, dem Kabinenexpress mit Hunderten anderer Tauben zum so genannten Auflassplatz gefahren. Eine Nacht dürfen sie noch ruhen und am frühen Morgen fliegen sie dann los, wenn das Wetter mitspielt. Nass werden dürfen die Tauben nicht, denn dann können sie nicht mehr fliegen.

Tierschützer: Tiere sind keine Sportgeräte

Den Tierschützern ist die Zucht der Brieftauben ein Dorn im Auge. Dass das jetzt auch noch Weltkulturerbe werden soll, lehnen Tierschützer wie Gerhardt Schmidt ab. Immer dann, wenn Tiere zu Sportgeräten werden, so Schmidt, wird es kritisch. Tausende Tauben finden nicht mehr nach Hause, verenden oder werden zu den unbeliebten Stadttauben. Deswegen wollen Schmidt und die anderen Tierfreunde verhindern, dass die Brieftaubenzucht auch noch immatrielles Kulturerbe wird.

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