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Brexit or no Brexit - schwäbische Unternehmen wollen Klarheit | BR24

© BR/Thomas Pösl

Blick ins Werk von Sortimo in Zusmarshausen

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Brexit or no Brexit - schwäbische Unternehmen wollen Klarheit

Kommt der Brexit oder kommt er nicht? Wie wird er aussehen? Diese Fragen stellen sich derzeit viele Unternehmen. Schon jetzt hat die Unklarheit drastische wirtschaftliche Folgen, das zeigt das Beispiel von Sortimo aus dem schwäbischen Zusmarshausen.

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Erst sollte das britische Unterhaus über den Brexit-Deal mit der EU abstimmen, dann doch nicht und jetzt muss sich Premierministerin Theresa May sogar einem Misstrauensvotum stellen. Dabei sollte um diese Zeit eigentlich schon etwas mehr Klarheit herrschen im Streit um den Austritt Großbritanniens aus der EU. Doch bislang herrscht Chaos - auch für die Unternehmen in Bayern.

Unternehmen planen weniger Reisen nach England

Sortimo, Hersteller für Fahrzeuginneneinrichtung in Zusmarshausen im Landkreis Augsburg, plant etwa ab April keine Einreisen aus der EU in den britischen Markt. Denn niemand weiß, wie die Einreisebedingungen dann aussehen werden und ob man vielleicht Visa für England braucht oder nicht.

Reinhold Braun, den Geschäftsführer von Sortimo, stellen diese Unsicherheiten vor große Probleme. Eigentlich sind die Produkte des Unternehmens weltweit gefragt. Viele Handwerksbetriebe nutzen die Ausstattung von Sortimo, damit Schrauben und Werkzeuge im Auto sicher verstaut werden können.

Exporte nach Großbritannien kosten mehr

800 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen in Zusmarshausen, 1.500 sind es weltweit. Das Geschäft läuft - nur nicht mit Großbritannien. Denn schon jetzt sorgt auch der Verlust des Pfunds für Probleme, so Reinhold Braun. Der Euro ist dadurch wesentlich stärker geworden. Für das Unternehmen bedeutet das: Jedes Produkt, das in den britischen Markt exportiert wird, ist im letzten Jahr deutlich teurer geworden. Das ist aber nur eines der Probleme.

"Wir haben langfristige Rahmenverträge. Preiserhöhungen sind in dem Markt schwierig umsetzbar, denn wir haben auch lokale Mitbewerber. Seitdem am Montag angekündigt wurde, dass am Dienstag nicht abgestimmt wird, hat das Pfund wieder verloren, das heißt: Die Exporte werden wieder teurer." Reinhold Braun, Geschäftsführer von Sortimo

Unternehmen fordern Lösung für Brexit-Chaos

Sortimo kann jetzt, wie viele andere Unternehmen, die Handel mit England treiben, nur auf Sicht fahren. Eine langfristige Planung ist nicht möglich. Das Zusmarshauser Unternehmen will deshalb erstmal den Lagerbestand im britischen Markt hochfahren. Doch die Industrie- und Handelskammer Schwaben meldet bereits, dass freie Flächen in Englands Lagern knapp werden. Sortimo-Geschäftsführer Reinhold Braun fordert deswegen möglichst schnell Klarheit.

"Für uns wäre am wichtigsten, dass ein Entschluss entsteht, auf den wir bauen können. Oder wie es am Bau heißt: Wir brauchen ein Fundament, auf dem wir uns weiterentwickeln können." Reinhold Braun