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Brexit: Bayerns Mittelstand ist kaum vorbereitet | BR24

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Symbolbild: Feuerzeug mit Union Jack

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Brexit: Bayerns Mittelstand ist kaum vorbereitet

Bayerns Wirtschaft hatte im Vorfeld damit gerechnet, dass der Brexit-Vertrag im Parlament durchfällt. Für kleinere und mittlere Unternehmen, die mit der Insel Geschäfte machen, könnten stürmische Zeiten anbrechen, so die IHK München und Oberbayern.

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"Expect the worst and hope for the best": Frank Dollendorf von der Industrie- und Handelskammer München und Oberbayern geht das Thema Brexit inzwischen mit britischem Fatalismus an. Das Bestmögliche für Bayerns Wirtschaft wäre, "wenn es eine Regelung gibt, mit der erstens Planungssicherheit besteht und zweitens das Geschäftemachen mit Großbritannien weiterhin möglich ist".

Furcht vor dem "Worst Case"

Fest steht für Dollendorf schon jetzt, dass es insbesondere für kleinere und mittlere Unternehmen aufwändiger und teurer wird. Und dann ist da die Furcht vor dem "Worst Case", einem harten Brexit, nach dem Großbritannien mit dem 29. März wie ein beliebiger Drittstaat behandelt wird. Für kleinere Unternehmen, die bisher vor allem in der EU Handel getrieben haben, wäre das eine enorme Umstellung. Das Problem: Sich darauf vorzubereiten ist schwierig.

"Sowas hat es noch nie gegeben. Es gibt keine Blaupause, es gibt keine Gebrauchsanweisung und es gibt keine Erfahrungen." Frank Dollendorf, IHK München und Oberbayern

Exportrechtliches Neuland - auch für Zulieferer

Betroffen wären nach Dollendorf nicht nur Direktexporteure, sondern auch Zulieferer. Auch auf sie kommen jetzt neue Zollbestimmungen und exportkontrollrechtliche Fragen zu, mit denen sich Kleinbetriebe, anders als die Großen der Branche, bisher meist nicht beschäftigt haben. Dollendorf sieht das auch daran, dass sie bisher kaum Beratungsbedarf angemeldet hätten - was sich heute Abend ändern könnte.

"Alles andere als eine Ablehnung des Austrittsvertrags wäre eine große Überraschung." Frank Dollendorf, IHK München und Oberbayern

Handelsrückgang bereits spürbar

Schon in den ersten zehn Monaten des Jahres 2018 hat das Volumen bei Import und Export zwischen Bayern und Großbritannien um jeweils sieben Prozent abgenommen - was durchaus ins Gewicht fällt, weil das United Kingdom für Bayerns Wirtschaft der viertwichtigste Handelspartner ist. Insbesondere bei Zukunftsinvestitionen beobachtet Dollendorf deutliche Zurückhaltung. Jetzt hofft er darauf, dass Theresa May und die EU einen Plan B ausgehandelt haben, um Schlimmeres zu verhindern.

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