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Brennerbasistunnel: Tiroler stolz auf Fortschritte | BR24

© BR / Hans Häuser

Andreas Ambrosi vom Brennerbasistunnel-Konsortium an der Baustelle in der Röhre

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Brennerbasistunnel: Tiroler stolz auf Fortschritte

Kurz vor dem Brenner auf Tiroler Seite befindet sich etwa 600 Meter tief eine Mega-Baustelle. Die Tunnelröhren sind weit fortgeschritten. Ganz anders in Bayern – da wird noch gegen die Zulaufstrecken geblockt. Was machen unsere Nachbarn anders?

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15.00 Uhr an einem Nachmittag Ende Februar. Es ist stockdunkel, aber gefühlt gut 20 Grad warm bei einer Fahrt von Innsbruck Richtung Italien in einem Kleintransporter. Aber nicht über den Brenner, sondern in einer acht Meter breiten Röhre tief im Felsmassiv.

In einer acht Meter breiten Röhre durch den Brenner

Die Röhre führt immer weiter nach unten, 400 Meter, 600 Meter … Etwa 20 Kilometer vor dem Brenner wird angehalten und ausgestiegen. Hier befindet sich eine gigantische Baustelle. Allein die zerlegten Teile der Tunnelbohrmaschine, die sich durch Quarz und Schiefer fräst, mussten auf 76 Schwerlasttransportern angeliefert werden. Bislang läuft das Bauvorhaben auf österreichischer Seite ganz nach Plan. 2.000 Menschen haben in Spitzenzeiten im Dreischichtbetrieb hier gearbeitet, rund um die Uhr.

Die Tiroler sind stolz auf das Jahrhundertprojekt

Andreas Ambrosi, Pressereferent des Brennerbasistunnels, für den ein österreichisch-italienisches Konsortium verantwortlich ist, stammt ganz aus der Nähe, aus dem Ötztal. Er ist sichtlich stolz auf das bislang Geleistete: "Für uns Mitarbeiter eine ganz tolle Sache, bei diesem Jahrhundertprojekt dabei zu sein. Für uns ist das ein Glücksfall."

Auch die am Projekt beteiligten Arbeiter sind emotional engagiert. Sie sehen es als Gewinn für ihre Region, dass sie mithelfen, ein europäisches Problem zu lösen. Ab 2028 soll der Brennerbasistunnel in Betrieb gehen, als dann längster Eisenbahntunnel der Welt. Dann können auf der Schiene Güter von Nord- nach Südeuropa und umgekehrt deutlich schneller und umweltschonender als heute transportiert werden. Weil der Tunnel flacher ist als die bisherigen Schienentrassen über die Berge, schaffen die Züge dieselbe Strecke dann in 25 statt 80 Minuten.

"Die Ökobilanz wird sich dramatisch verbessern"

Bislang werden die meisten Güter noch in Lkw über den Brenner gefahren. Die Ökobilanz wird sich mit dem Tunnel und der Verlagerung auf die Schiene dramatisch verbessern, betont Arnold Fink, der Projektleiter des Konsortiums auf österreichischer Seite. Bei einem Zug fällt sie 21 Mal besser als bei einem Lkw. Auch der Tiroler Spediteur Georg Dettendorfer, der von seiner Logistikzentrale im Inntal täglich 500 Lkw quer durch Europa schickt, steht voll hinter dem Brennerbasistunnel und begrüßt es, wenn Staus, Lärm und Umweltbelastungen reduziert werden:

"Man holt eine Million Lkw von der Straße runter und geht auf die Schiene." Projektleiter Arnold Fink

In Tirol sind 60 Prozent der Zulaufstrecken fertig

Auf österreichischer Seite sind 60 Prozent der Zulaufstrecken zum Tunnel fertig. Ganz anders sieht es auf bayerischer Seite aus. Umweltschützer und Anwohner legen sich quer gegen die Pläne, von zwei auf vier Gleise aufzustocken. Sie fürchten die Zerstörung ihrer Heimat. 30.000 Unterschriften gegen den Nordzulauf wurden gesammelt. Andererseits sind laut einer Forsa-Umfrage im vergangenen Jahr 59 Prozent der Befragten in der Region für eine Neubaustrecke der Bahn. Auch die Gegner fordern eine "intelligente Verkehrspolitik". Aber wie könnte die aussehen?

Was die Tiroler den Bayern raten

Fritz Gurgiser hat sich intensiv damit beschäftigt – auch weil ihm seine Heimat am Herzen liegt. Der 67-Jährige aus Vomp im Tiroler Inntal, ist seit 25 Jahren Vorsitzender der Transitforums Austria Tirol und hat in seiner Heimat Autobahnblockaden organisiert und Lärmschutzwände erstritten. Gurgiser ist auch mit den bayerischen Bürgerinitiativen vernetzt und hofft auf einem Umdenken auf bayerischer Seite.

"Sie konzentrieren sich zu stark darauf, diese Zulaufstrecken abzulehnen. Wir haben es umgekehrt gemacht: Wir haben die Gesundheit in den Mittelpunkt gestellt." Fritz Gurgiser

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