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Brenner-Nordzulauf: "Variante blau" östlich des Inns ist raus | BR24

© picture alliance/dpa | Matthias Balk

Ein Zug fährt durch das Inntal.

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    Brenner-Nordzulauf: "Variante blau" östlich des Inns ist raus

    Nach dem Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf gibt es eine Überraschung. Eine der fünf Optionen wird nicht weiterverfolgt: die Variante blau östlich des Inns. Das betrifft die Gemeinden Neubeuern, Rohrdorf und größtenteils auch Nußdorf.

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    Von
    • Dagmar Bohrer-Glas

    Überraschendes Ergebnis nach dem Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf: Die "Variante blau", östlich des Inns, ist raus. Das heißt: Die Planungen in den Inntalgemeinden Neubeuern, Rohrdorf und größtenteils auch Nußdorf werden nicht mehr weiterverfolgt. Nußdorf bleibt mit der "Variante violett" im Süden betroffen.

    Vier weitere Trassenvarianten als raumverträglich eingestuft

    Die anderen vier Varianten seien dagegen mit umfangreichen Maßgaben raumverträglich, hieß es von der Pressekonferenz mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger und weiteren Vertretern aus der Politik in Rosenheim. Das betreffe die Bereiche Immissionsschutz, Land- und Forstwirtschaft sowie Natur und Landschaft. Auch weitere Tunnelmöglichkeiten in der Region werden geprüft, sagte Oberbayerns Regierungspräsidentin Maria Els.

    30.000 Stellungnahmen eingereicht

    Der Brenner-Nordzulauf bewegt den Landkreis Rosenheim seit einigen Jahren enorm: 30.000 Stellungnahmen von Kommunen, Vereinen und Verbänden sowie von 18 Bürgerinitiativen und einzelnen Bürgern wurden bei der Regierung von Oberbayern eingereicht.

    Die meisten davon dürften ablehnender Natur gewesen sein. Ablehnend äußerten sich zum Beispiel auch der Rosenheimer Kreistag sowie der Rosenheimer Stadtrat. Aus der Stadt Kolbermoor wurden zum Beispiel rund 6.500 Stellungnahmen eingereicht, aus dem Raum Tuntenhausen rund 4.000.

    Braucht es eine neue Hochleistungsstrecke?

    Über all dem Protest schwebt die Frage: Braucht es das wirklich? Die Bürgerinitiativen sehen keinen Bedarf für eine neue Zugstrecke vom Inntal bis nach München. Die vorhandenen Bahngleise seien längst nicht ausgelastet, so ihr Argument. Das thematisiert auch eine Petition an den Deutschen Bundestag, die 2019 eingereicht wurde und auf deren Behandlung die Bürgerinitiativen noch warten.

    Bürgerinitiativen: "Aiwanger fehlt Bürgernähe"

    Im Vorfeld der heutigen Pressekonferenz äußerten Vertreter von Bürgerinitiativen ihren Unmut, da sie von dem Termin aus der Zeitung erfahren hätten. Das sei wiederum ein Beispiel dafür, dass die "sogenannte Bürgerbeteiligung" bei diesem Verfahren eine reine "Alibi-Veranstaltung" sei, sagt etwa Thomas Riedrich vom Verein Brennerdialog. "Aiwanger fehlt Bürgernähe", heißt es aus dem Verein.

    Endgültige Entscheidung über Brenner-Nordzulauf im Frühjahr

    Wirklich spannend wird es im Frühjahr, wenn bekannt wird, welche der nun vier verbleibenden Trassen es letztlich werden soll. Die Regierung von Oberbayern hat die ursprünglichen fünf Trassen hinsichtlich der Raumverträglichkeit geprüft. Eine Priorisierung oder Gewichtung untereinander erfolgt nicht.

    Die Deutsche Bahn wird mit dem Gutachten der Regierung weiter planen und im Frühjahr die endgültige Trasse des Brenner-Nordzulaufs präsentieren. Letztlich entscheidet dann der Bundestag über den Neubau.

    © Dagmar Bohrer-Glas

    Führt die geplante Umfahrung östlich oder westlich an Rosenheim vorbei?

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