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Der Nordzulauf zum Brenner-Basistunnel soll östlich des Inns verlaufen. Die Deutsche Bahn will mit der in den Planungen violett gekennzeichneten Trasse weitermachen.

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Bahnentscheid: Brenner-Nordzulauf kommt östlich des Inns

Die Bahn hat sich entschieden: Der Brenner-Nordzulauf soll östlich des Inns gebaut werden. Das hat die Bahn bei einem Pressegespräch bekanntgegeben. Dabei handelt es sich um die von der Bahn violett gekennzeichnete Variante.

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Von
  • Dagmar Bohrer-Glas
  • Manuel Rauch

Die Entscheidung ist gefallen: Der Brenner-Nordzulauf soll östlich des Inns im Landkreis Rosenheim entstehen. Das haben Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und die DB-Konzernbevollmächtigten Klaus-Dieter Josel und der Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier in einem virtuellen Pressegespräch nun offiziell mitgeteilt. Die Entscheidung ist auf die violette Trassen-Variante gefallen. Bereits vor dem Gespräch hatte der BR entsprechende Informationen aus Teilnehmerkreisen der Trassenvorstellung erfahren.

Scheuer: "Europäisches Jahrhundertprojekt"

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat den geplanten Brenner-Nordzulauf als "europäisches Jahrhundertprojekt" bezeichnet und Schutz für Anwohner und Natur versprochen. Zudem stellte Scheuer einen verbesserten Nah- und Fernverkehr für die Region Rosenheim in Aussicht. Die anvisierte Trasse sei ein Kompromiss, so Scheuer in der virtuellen Pressekonferenz der Deutschen Bahn.

Region bei Planung mit eingebunden

Über das Dialogverfahren mit den diversen Regional- und Gemeindeforen sei die Region seit 2015 bei der Planung mit eingebunden, so Projektleiter Matthias Neumaier. Rund 200 mal habe man sich getroffen, 110 unterschiedliche Bürgervorschläge seien von der Bahn untersucht worden. Die Region werde bei der nun anstehenden Detailplanung ebenfalls mit eingebunden, so Minister Scheuer.

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Die Entscheidung der Bahn ist auf die violette Trassen-Variante gefallen.

60 Prozent der Auswahltrasse unterirdisch

Letztendlich hat sich die Deutsche Bahn für die finale Trasse Violett entschieden, die viele Tunnelanteile enthält. Die Trasse führt vom österreichischen Schaftenau über die Gemeinden Kiefersfelden, Oberaudorf und Stephanskirchen östlich an Rosenheim vorbei bis Ostermünchen. 60 Prozent der Strecke verlaufen unterirdisch. Drei Tunnelabschnitte sind geplant und im Zuge des Brenner-Nordzulaufs entstehe der längste unterirdische Tunnel Deutschlands, so Neumaier.

Trasse über- und unterquert den Inn

So sollen etwa der Samerberg und das Gemeindegebiet von Stephanskirchen untertunnelt werden. Der Inn wird zweimal von der Strecke tangiert: Im Inntal bei Nußdorf ist eine Unterquerung geplant, nördlich von Rosenheim in der Gemeinde Stephanskirchen eine Überquerung, als 1 Kilometer lange Brücke.

Rund 7 Milliarden Euro soll die Trasse kosten

Anschließend verlaufe die Trasse 10 Kilometer oberirdisch, dem Gelände angepasst, so Neumaier. Die Trasse Violett sei die verträglichste Trasse für die Region, begründet die Deutsche Bahn die Auswahl. Sie ist aber auch die Variante mit den höchsten Kosten. Das hat die Bahn dem BR auf Anfrage bestätigt. Veranschlagt werden für die Trasse 6,7 bis 7,3 Milliarden Euro.

Wie es jetzt weitergeht

Nachdem die Vorzugstrasse nun offiziell auf dem Tisch liegt, wird sie vom Projektteam der Deutschen Bahn detailliert ausgearbeitet, was zum Beispiel mögliche Brücken, die Überquerung von Straßen oder betroffene Grundstücksflächen angeht. Danach ließe sich abschätzen, wie teuer das Projekt werde, heißt es aus dem Bundesverkehrsministerium. Die Kosten dürften nicht höher sein, als der gesamtwirtschaftliche Nutzen, das sei gesetzlich geboten, denn die Steuergelder müssten sinnvoll eingesetzt werden. Sind die Detailplanungen der Bahn abgeschlossen, werden diese dem Deutschen Bundestag zur Abstimmung vorgelegt.

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