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Brenner-Nordzulauf: Mögliche Folgen werden geprüft | BR24

© BR/Julia Binder

Der Brenner-Nordzulauf soll mehr Verkehr auf die Schiene verlagern. Ein vernünftiges Ziel, aber es gibt Streit. Jetzt ist ein Schritt in Richtung des umstrittenen Neubaus getan worden: Das Raumordnungsverfahren wurde eingeleitet.

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Brenner-Nordzulauf: Mögliche Folgen werden geprüft

Der Brenner-Nordzulauf soll mehr Verkehr auf die Schiene verlagern, ist aber umstritten. Nun wurde ein Verfahren eingeleitet, das unter anderem prüfen soll, wie sich das Vorhaben auf Natur und Landschaft auswirkt.

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Wie verträglich ist der Neubau der Brenner-Nordzulauf-Strecke? Die Regierung von Oberbayern hat jetzt das sogenannte Raumordnungsverfahren eingeleitet.

Nach Angaben der Regierung von Oberbayern wird dabei festgestellt, wie sich das geplante Vorhaben auf die für die Raumordnung maßgeblichen Aspekte auswirkt, etwa Natur und Landschaft, Land- und Forstwirtschaft, Siedlungsstruktur, Wasser, Verkehr, Energieversorgung sowie die Wirtschaft.

Es soll also die grundsätzliche Raumverträglichkeit der fünf von der DB Netz AG vorgelegten Grobtrassen unter die Lupe genommen werden.

Einblick in das aktuelle Raumordnungsverfahren

Betroffene Kommunen, Behörden, Verbände, Organisationen sowie die Öffentlichkeit können hierzu bis zum 24. Juli 2020 Stellung nehmen. Die Verfahrensunterlagen liegen in den betroffenen Kommunen für einen Monat öffentlich zur Einsicht aus und sind auf der Internetseite der Regierung von Oberbayern zu finden.

Regierung von Oberbayern prüft "Raumverträglichkeit"

Unter Berücksichtigung der eingehenden Stellungnahmen wird die Regierung von Oberbayern dann prüfen, ob und unter welchen Maßgaben das Projekt raumverträglich und mit den Erfordernissen der Raumordnung vereinbar ist. Das Raumordnungsverfahren endet mit einer sogenannten "landesplanerischen Beurteilung".

Detaillierter Streckenverlauf wird später festgelegt

Erst nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens schließt sich die Feintrassierung der Strecken und die eigentliche Genehmigung im späteren Planfeststellungsverfahren an.

Protestaktionen werden vorbereitet

Die Bürgerinitiativen (BI) kritisieren den Beginn des Raumordnungsverfahren als zu früh, da die von ihnen eingereichte Petition - die das Verfahren laut BI maßgeblich beeinflussen könnte - noch in Bearbeitung ist. Dennoch sei es natürlich das Ziel der BI, sich über alle verfügbaren Wege in das Raumordnungsverfahren einzubringen und dieses kritisch zu begleiten. Es werden weitere Protestaktionen geplant. Geeignete Maßnahmen sollen dafür sorgen, so ein Sprecher der BI, der Bürgerinitiative Brennerdialog Rosenheimer Land, "dass unsere vielen schlüssigen Argumente Eingang in das Raumordnungsverfahren finden."

Deutsche Bahn zeigt sich zufrieden

Für die Deutsche Bahn ist mit dem eingeleiteten Verfahren "ein Etappenziel erreicht". Man erwarte ein Ergebnis der landesplanerischen Beurteilung Ende des Jahres. Ein Vergleich unter den fünf eingereichten Grobtrassen erfolge nicht. Jede Variante werde gesondert betrachtet.

"Die Erkenntnisse aus dem Raumordnungsverfahren werden wir in das Trassenauswahlverfahren einfließen lassen. So können wir am Ende die insgesamt beste Trasse für die Region finden." Matthias Neumaier, Projektleiter

Die Deutsche Bahn will Anfang 2021 die beste Trasse für die Region präsentieren.

Mögliche Trassenverläufe des Brenner-Nordzulaufs

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Mögliche Trassenverläufe des sogenannten Brenner-Nordzulaufs

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Mögliche Trassenverläufe des sogenannten Brenner-Nordzulaufs

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