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Brenner-Nordzulauf : Kritik an allen Trassen-Varianten | BR24

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Bildrechte: Matthias Balk/dpa

Heute endete bei der Regierung von Oberbayern das Beteiligungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf. Alle Stellungnahmen mussten dazu eingegangen sein. Fünf Bürgermeister an dem Landkreis Rosenheim brachten sie dort persönlich vorbei.

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Brenner-Nordzulauf : Kritik an allen Trassen-Varianten

Die Trassen-Varianten für den Brenner-Nordzulauf lehnen viele Naturschützer als "nicht umweltverträglich" ab. Bürgermeister fünf betroffener Gemeinden im Landkreis Rosenheim haben heute tausende Stellungnahmen der Regierung von Oberbayern übergeben.

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Von
  • Dagmar Bohrer-Glas
  • Matthias Lauer

Für die geplanten Zulaufstrecken zum Brennerbasistunnel endet eine wichtige Frist: Kommunen, Behörden und Bürger konnten bis heute zu den fünf Trassen-Entwürfen der Deutschen Bahn Stellung nehmen und bei der Regierung von Oberbayern abgeben. Das haben Bürgermeister und Bürgerinitiativen aus dem Landkreis Rosenheim für eine persönliche Übergabe in München genutzt.

Tausende Stellungnahmen zum Verkehrsgroßprojekt

Es waren viele schwere Ordner mit mehreren tausend Stellungnahmen, die die Bürgermeister von fünf betroffenen Gemeinden im Landkreis Rosenheim heute der Regierung von Oberbayern übergeben haben. Darunter waren auch kritische Stimmen von Vertretern zahlreicher Bürgerinitiativen aus dem Rosenheimer Land.

Die fünf Trassen-Vorschläge der Deutschen Bahn seien nicht umweltverträglich, geht aus den meisten Stellungnahmen hervor, die die Bürgermeister in München überreichten.

Ablehnung der bisherigen Planungen

Auch Bund Naturschutz und der Verein "Brennerdialog", eine Dachorganisation von 18 Bürgerinitiativen, zweifeln die "Raumverträglichkeit" der Trassen an.

Im Raumordnungsverfahren werden die fünf Vorschläge derzeit von der Regierung von Oberbayern geprüft. In einer Pressekonferenz am Freitagvormittag in Rosenheim erklärten beide Organisationen, man lehne alle fünf vorliegenden Trassen-Varianten der Deutschen Bahn ab, die Regierung von Oberbayern könne aus landesplanerischer Sicht keine der Trassen positiv bewerten. Bund Naturschutz und "Brennerdialog" befürchten unter anderem massive Eingriffe in Natur und Landschaft, einen dauerhaften Flächenverbrauch und einen Eingriff in die Grundwasserneubildung.

Geteiltes Echo wegen unterirdischer Weichen

Gefahr für Trinkwasserschutzgebiete, Moorböden und Wald

Je nach Trasse wären 14 bis 22 Trinkwasserschutzgebiete berührt, vier bis 64 Hektar Moorböden würden verbaut, 20 bis 89 Hektar Wald vom Bau betroffen.

"Die Lösung am Bestand ist am raumverträglichsten." Thomas Riedrich, "Brennerdialog"

Laut Riedrich gibt es am Südzulauf in Italien keinerlei Fortschritt und damit auch keinen Zeitdruck beim Brenner-Nordzulauf. BN-Landesvorsitzender Richard Mergner erläuterte, warum der BN als Umwelt- und Naturschutzbund das geplante Projekt ablehne, das vermeintlich für "mehr Güter auf die Schiene" stehe.

Bund Naturschutz will teuere Lkw-Transporte

BN-Landesvorsitzender Richard Mergner fordert eine andere Verkehrspolitik in Bayern und in Deutschland, und zwar eine Verkehrsverlagerung durch Verteuerung des Lkw-Verkehrs, eine Alpentransitbörse und die Vermeidung von unnötigen Transporten.

"Es gibt eine Alternative zum geplanten Brenner-Nordzulauf, und zwar die Ertüchtigung des Bestandes und den notwendigen Anschluss an den Güter-Ostkorridor über Landshut-Mühldorf-Freilassing." Richard Mergner, Landesvorsitzender des Bund Naturschutz

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