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Bildrechte: Marc-Daniel Habler

Der Kreis Cham hat den ersten Abschnitt seines Breitbandprojekts geschafft. 2.000 Häuser können so erstmals mit Highspeed surfen. Bis 2024 soll den sogenannten "weißen Flecken" im Landkreis endgültig der Garaus gemacht werden.

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Breitbandprojekt im Landkreis Cham: Erste Etappe geschafft

Der Kreis Cham hat den ersten Abschnitt seines Breitbandprojekts geschafft. 2.000 Häuser können jetzt mit Highspeed surfen. Bis 2024 sollen die "weißen Flecken" im Landkreis mit einer der größten Glasfaser-Ausbaumaßnahmen Deutschlands verschwinden.

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Renate RoßbergerRenate RoßbergerBR24  RedaktionBR24 Redaktion
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Der Landkreis Cham hat am Samstag in Falkenstein den ersten fertig gestellten Netzabschnitt seines ehrgeizigen Breitbandprojekts "Digitale Infrastruktur" in Betrieb genommen. Das Projekt, das bis zum Jahr 2024 im ganzen Landkreis fertig sein soll, gilt als eine der zehn größten Glasfaser-Ausbaumaßnahmen Deutschlands für die sogenannten "weißen Flecken".

Landrat Löffler und Heimatminister Füracker beim Festakt

Für den ersten fertiggebauten Abschnitt in Falkenstein und Umgebung gab es am Samstag einen Festakt, an dem neben Landrat Franz Löffler (CSU) auch der bayerische Finanz-und Heimatminister Albert Füracker (CSU) teilgenommen haben. Dieser erste Abschnitt wurde im Oktober 2020 begonnen. Seitdem sind rund 320 Kilometer Leitungen vergraben worden, gibt das Landratsamt Cham in einer Pressemitteilung bekannt. In die Leerrohre sind 500 Kilometer Glasfaserkabel mit Luftdruck "eingeblasen" worden, wie man das nennt.

Hausanschluss kostenlos - Vertrag mit Netzanbieter nicht

Rund 2.000 Häuser bekamen so einen direkten Anschluss. Der Hausanschluss ist bei dem Projekt immer kostenlos für die Hauseigentümer. Rund 94 Prozent der Bürgerinnen und Bürger waren auch damit einverstanden. Rund 55 Prozent haben sich bisher entschieden, für die bessere Breitbandnutzung auch einen dann kostenpflichtigen Vertrag mit einem Netzanbieter abzuschließen. Das ist im Fall des Landkreises Cham Vodafone, der das Glasfasernetz pachtet. Die ersten Nutzer können nun "mit Gigabitgeschwindigkeit surfen", so das Landratsamt.

1.900 Kilometer Glasfaserkabel für 17.000 Haushalte

Das Gesamtprojekt hat einen finanziellen Umfang von derzeit geschätzt rund 180 Millionen Euro. Damit will man im ganzen Landkreis insgesamt über 1.900 Kilometer Glasfaserkabel verlegen und mehr als 17.000 bisher unterversorgte Haushalte anschließen. Dabei geht es nur um die sogenannten weißen Flecken, also Dörfer, Weiler, Einzelanwesen, die bisher nicht an das Breitband-Netz angeschlossen werden konnten oder eine sehr schlechte Versorgung haben.

Zuschüsse vom Bund für Breitbandanschluss

Der Landkreis bekommt für diese Anschlüsse insgesamt 90 Prozent Zuschuss vom Bund (50 Prozent) und vom Freistaat Bayern (40 Prozent), muss also selbst nur zehn Prozent der Kosten zahlen. Diese Zuschusshöhen bekommen deutschlandweit zwar alle Kommunen und Landkreise, die "weiße Flecken" an das schnelle Internet anschließen. In vielen Regionen läuft es aber so, dass sich jede Kommune einzeln um das Projekt kümmern muss, vom Zuschussantrag bis zur Ausschreibung, um Firmen für die konkrete Arbeit zu bekommen.

Landkreis Cham gründet Eigenbetrieb "Digitale Infrastruktur"

Der Landkreis Cham hat dagegen - nach einem Streit mit dem ursprünglich mit dieser Aufgabe betrauten Unternehmen - die Sache als Landkreis selbst in die Hand genommen und 2019 einen Eigenbetrieb "Digitale Infrastruktur" mit 15 Beschäftigten gegründet. 37 der insgesamt 39 Kommunen im Landkreis Cham überlassen die Arbeit nun auch tatsächlich dem Landkreis.

Instandhaltung der Leitungen ist Landkreissache

Diese Möglichkeit eines sogenannten Betreibermodells eines Landkreises gibt es. Es hat zur Folge, dass der Landkreis auch nach der Fertigstellung des Breitbandnetzes, das bis 2024 geplant ist, auch später für die Instandhaltung der Leitungen zuständig bleibt. Den eigentlichen Betrieb des Netzes verpachtet er aber an einen Telekommunikationsanbieter. Die Wahl fiel auf Vodafone.

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