BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

Brauereien bangen um Existenz - und schütten Fassbier weg | BR24

© BR

Jetzt im Lockdown nehmen viele Brauereien Fässer zurück und vernichten das Bier, weil es nur kurz haltbar ist, erklärt Georg Rittmayer vom Verband Privater Brauereien in Bayern. Für viele Betriebe sieht er eine düstere Zukunft.

20
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Brauereien bangen um Existenz - und schütten Fassbier weg

Jetzt im Lockdown nehmen viele Brauereien Fässer zurück und vernichten das Bier, weil es nur kurz haltbar ist, erklärt Georg Rittmayer vom Verband Privater Brauereien in Bayern. Für viele Betriebe sieht er eine düstere Zukunft.

20
Per Mail sharen
Von
  • Robert Scharold
  • Kerstin Grundmann

Georg Rittmayer vom Verband der Privaten Brauereien in Bayern befürchtet für die mittelständischen Brauereien schwere Folgen durch den anhaltenden Lockdown. Auch der Bayerische Brauerbund hatte kürzlich vor einer Pleitewelle gewarnt.

Brauereien schütten Fassbier weg

Brauereien schütten Fassbier weg, das sie nicht verkaufen können - ein Phänomen, das auch Georg Rittmayer kennt und bedauert.

"Mittlerweile ist es so, dass die Brauereien das Bier vom Großhandel und von den Gastronomen zurücknehmen müssen. Sie können nichts anderes machen, als es zu vernichten oder in den Kanal zu kippen." Georg Rittmayer

Eigentlich schmeiße man kein Stück Brot weg, betonte Rittmayer im radioWelt-Interview auf Bayern 2. Auch beim Bier falle das schwer, sagt er.

"Bei Bier, das unheimlich viel Arbeit macht und in dem viel Liebe drinsteckt, besonders bei den familiengeführten Betrieben, handwerklich gebraut, da blutet einem das Herz." Georg Rittmayer

Normalerweise sei Fassbier zwischen drei und sechs Monate haltbar, so Rittmayer. Frisches Bier bis nach dem Lockdown aufzuheben, sei nicht möglich. "Wir haben seit November geschlossen. Da gab es noch Bier, das aus dem Tank musste - also haben wir es vorsichtshalber in die Fässer gefüllt. Auch davor waren die Lager voll".

"Werteverlust und Kulturverlust"

Die mittelständischen Brauereibetriebe bekämen vom Freistaat keine Entschädigung, "sie kämpfen um ihre Existenz", beklagte Rittmayer die Lage.

Anders als eine Metzgerei mit Imbiss oder eine Bäckerei mit Café, werde eine inhabergeführte Brauereigaststätte, die eigenes Bier braut, nicht entschädigt. "Die bekommen keinen Pfennig", so Rittmayer. Es drohe daher ein "Werteverlust" und ein "Verlust von Kultur".

"In jahrhundertealten Betrieben werden jetzt Rentenversicherungen und Rücklagen aufgebraucht. Wenn die weg sind, dann ist mit dem Betrieb Schluss." Georg Rittmayer

Das Fassbier sollte ersetzt werden

Eine Forderung an die Politik: Brauereien, die Fassbier zurücknehmen, sollten genau so behandelt werden wie der Handel. "Wenn im Großhandel Nahrungsmittel verderben würden, würden die ja auch ersetzt." Das sollte auch bei den Brauereien angewandt werden, so der Präsident des Verbands Privater Brauereien in Bayern.

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!