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Brauerei Göller: Betrüger wollte 15.000 Liter Bier erschwindeln | BR24

© Bayerischer Rundfunk

Bierfässer im Lager

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    Brauerei Göller: Betrüger wollte 15.000 Liter Bier erschwindeln

    Ein mutmaßlicher Betrüger hat versucht, bei der Brauerei Göller in Zeil am Main an Bier zu kommen. Der Mann gab sich als Oberstleutnant der Bundeswehr aus, der für seine helfende Truppe 15.000 Liter fast abgelaufenes Bier abnehme.

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    Ein mutmaßlicher Betrüger hat versucht, bei der Brauerei Göller in Zeil am Main im Landkreis Haßberge an Bier zu kommen. Der Mann gab sich als Oberstleutnant der Bundeswehr aus und erklärte, dass er Fassbier, das ursprünglich wegen möglicher Überschreitung des Haltbarkeitsdatums weggeschüttet werden sollte, für die helfende Truppe übernehmen wolle.

    Nach BR-Recherchen bei Pressestellen der Bundeswehr kam heraus, dass die Bundeswehr niemals den Auftrag erteilt hatte, große Mengen Bier abzunehmen. Wer hinter dem Mann steckt, ist bislang unbekannt. Er hatte sich mit Namen und Dienstgrad Oberstleutnant bei der Brauerei Göller gemeldet. Die Brauerei hatte sich entschieden, die rund 15.000 Liter Bier an Organisationen zu spenden, wenn es unter Einhaltung der aktuellen Ausgangsbeschränkungen konsumiert werden kann.

    Mindesthaltbarkeit neigt sich dem Ende

    Das Bier war Anfang März in Fässer für die Gastronomie und für Veranstaltungen abgefüllt worden. Das Bier mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis Anfang Juni wird - wie berichtet – laut Brauereigeschäftsführer Max Göller weiterhin nicht vernichtet, sondern gespendet. Laut Göller haben sich mehrere Feuerwehren oder auch eine Berufsfachschule für Pflege gemeldet. Diese Anfragen werden genau geprüft. Über den Betrugsversuch eines falschen Bundeswehroffiziers zeigte sich Göller "zutiefst schockiert". Es handelt sich ausschließlich um 30- und 50- Literfässer. In Zeiten der Ausgangsbeschränkungen seien diese nicht verkäuflich, schrieb Göller gestern in einer Email. Eine Teilöffnung der Gastronomie ist offiziell noch nicht terminiert.

    Fässer momentan unverkäuflich

    "Wenn es soweit sein wird, werden die Fässer abgelaufen sein oder nur wenige Tage vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum stehen. Dann möchten wir unsere Kunden jedoch mit frischer Ware und altbekannter Qualität beliefern," schrieb Göller. In Zeiten der Ausgangsbeschränkungen seien die großen Fässer für die Abgabe an Privatpersonen nicht geeignet. Das Bier in den großen Fässern - Helles, Pils, Kellerbier, Rauchbier bis Weizenbier – hat einen Wert von rund 15.000 Euro. Große bis zu 50 Liter fassende Bierfässer sind im Augenblick nicht verkäuflich, weil alle Gaststätten geschlossen sind und es keine Veranstaltungen gibt. Laut Göller ist das Bier seiner Brauerei bis zu drei Monate haltbar.

    Sehr alte Traditionsbrauerei

    40 Mitarbeiter beschäftigt Göller in der Brauerei, 30 in der eigenen Brauereigaststätte. 70-80 Prozent der Gaststättenmitarbeiter sind in Kurzarbeit. In der Brauerei wird noch von Montag bis Donnerstag gearbeitet. 55.000 Hektoliter Liter Bier braut die Brauerei normal pro Jahr. Dazu kommt die Herstellung von rund 10.000 Litern antialkoholischer Getränke. Die Brauerei Göller gibt es seit 1514. Seit 1908 ist sie im Familienbesitz. Sie wird von Franz Josef Göller in dritter Generation geführt. Die Traditionsbrauerei gehört zu den zehn ältesten Brauereien in Bayern.

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