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Brauerei-Gipfel mit Aiwanger: Bund sagt Hilfe zu | BR24

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Bildrechte: picture alliance/dpa | Lino Mirgeler

Bayerns Wirtschaftsminister Aiwanger hat zum "bayerischen Brauereigipfel" eingeladen, um sich mit Vertretern der Branche aus dem ganzen Freistaats zu treffen. Besonders die kleinen Brauer befinden sich in einer schwierigen Lage und brauchen Hilfe.

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Brauerei-Gipfel mit Aiwanger: Bund sagt Hilfe zu

Die Betreiber von Brauerei-Gaststätten müssen massive Einbußen hinnehmen - zum einen ist der Bierverkauf weggebrochen, zum anderen fehlt der Gaststättenbetrieb. Hilfen wurden nach dem Gespräch mit Wirtschaftsminister Aiwanger auf den Weg gebracht.

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Von
  • David Friedman

Wer gehört werden will, muss auf den Putz hauen. Diese Binsenweisheit hat sich Mike Schmitt, Chef der Brauerei-Gaststätte "Nikl" in Pretzfeld im Landkreis Forchheim, zu eigen gemacht und kräftig vom Leder gezogen - in einem Video, das auf Facebook viral gegangen war:

"Wir kriegen ständig nur Mahnungen und können nur rumtelefonieren, was zahlen wir zuerst! Ich will jetzt konkret wissen, Scholz, Altmaier, Söder, Merkel – wie soll diese Scheiße weitergehen? Ihr sperrt uns den Laden zu, gebt uns keine Möglichkeit aus den Schulden rauszukommen! Was sollen wir machen?" Mike Schmitt, Brauerei-Gaststätte "Nikl" in Pretzfeld

Privatbrauereien am Existenzlimit angekommen

Mit der verzweifelten Zornesrede hat es der oberfränkische Brauer zunächst in die BR-Sendung "Jetzt red i" geschafft. Dort hat ihn Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erhört und zum Brauerei-Gipfel nach München geladen. Zusammen mit anderen Vertretern kleiner Privatbrauereien und Wirten von Brauerei-Gaststätten.

"Ich will nicht, dass wir mit 640 Brauereien in diese Pandemie hineingehen und am Ende mit Import-Bier aus China und den USA aus dieser Pandemie herausgehen. Und die bayerischen Brauer ein Schild drüber hängen und dann noch Schulklassen dieses Heimatmuseum besichtigen können mit der Überschrift: 'Es war einmal'. Also, das gilt es zu erhalten." Hubert Aiwanger, Wirtschaftsminister Bayern

Konkrete Hilfe bei "verderblichen Waren" und eine klare Perspektive

Folglich sollte es einen "einfacheren Zugang zu Wirtschaftshilfen geben" - und Steuervorteile für die gebeutelten Privatbrauereien und Brauerei-Gaststätten. Dafür will sich Aiwanger in Berlin bei Bundesfinanzminister Olaf Scholz stark machen. Wichtig sei, dass wegen des Lockdowns nicht-verkäufliches Fassbier als verderbliche Ware eingestuft und als Fixkosten im Rahmen der Überbrückungshilfe erstattet wird. Mit einer solchen Lösung würde den Brauern schon aus der Patsche geholfen. Am wichtigsten aber sei eine Perspektive für die Gastronomen. "Deshalb müssen wir jetzt auch eine Öffnungsperspektive erarbeiten", so Wirtschaftsminister Aiwanger. "Das ist meine erste Botschaft und hier ist wirklich das Ziel der Branche das Osterfest. Es ist ja im christlichen Glauben auch die Zeit der Hoffnung."

Verständnis in Bayern - Beschlüsse gibt es aber nur in Berlin

Die Stimmung auf Hubert Aiwangers Brauerei-Gipfel war harmonisch. Kleinbrauer wie Mike Schmitt aus Pretzfeld trafen auf großes Verständnis. "Ich muss sagen, ich fühl mich jetzt bedeutend besser als vor dem Treffen – weil alles, was der Herr Aiwanger jetzt schon gesagt hat, war das, was wir eigentlich gefordert haben. Das Wichtigste ist für uns die Perspektive. Die November- und Dezemberhilfe, das ist dann ein zweiter Schritt – das muss gleichgestellt werden, weil das eine wirkliche Ungerechtigkeit ist. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Treffen."

Bei Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger rennen kleine Privatbrauereien und deren Wirte offene Türen ein. Der Minister will wie sie zumindest die Außengastronomie spätestens bis Ostern wieder geöffnet sehen - mit guten Hygienekonzepten, klaren Abstandsregeln und dem Einsatz von Schnelltests. Brauereien und Brauerei-Gaststätten gehörten "genauso unterstützt wie Bäckereien mit angeschlossenen Cafés".

Bundesfinanzminister kommt Bayerns Forderung nach

Als Ergebnis der bayerischen Bemühungen können Brauer und Winzer nun im Rahmen der Überbrückungshilfe III den vollen Warenwert auf verderbliche Ware abschreiben. Damit, so das Bayerische Wirtschaftsministerium, können die bayerischen Brauer das überschüssige Fassbier für die im Lockdown geschlossene Gastronomie als Fixkosten bei der Bundeshilfe geltend machen. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger erklärte, dass er sich für die Brauereien freue, "dass der Bundesfinanzminister meiner Forderung nun nachgekommen ist."

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