BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© BR/Matthias Lauer
Bildrechte: picture alliance / Bildagentur-online/Ohde | Bildagentur-online/Ohde

Das Gesundheitssystem in Brasilien steht kurz vor dem Kollaps. Verantwortlich dafür ist vor allem eine Virusvariante, die offensichtlich sehr gefährlich ist, und die es auch bei uns in Bayern gibt: 57 Fälle sind laut LGL bislang im Freistaat bekannt.

59
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Brasilianische Virus-Mutante in Bayern: 57 Infektionen gemeldet

Insgesamt 57 Menschen in Bayern sind nachgewiesenermaßen mit der brasilianischen Corona-Variante infiziert. Diese ist ansteckender und resistenter als bisher grassierende Varianten von Sars-CoV-2. Infektiologen sind besorgt.

59
Per Mail sharen
Von
  • Matthias Lauer

In Bayern sind den Gesundheitsbehörden nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bislang 57 Menschen bekannt, die sich mit der brasilianischen Corona-Variante angesteckt haben. In Ingolstadt haben sich dem dortigen Gesundheitsamt zufolge beispielsweise drei Menschen mit der Mutante infiziert.

Brasilianische Virus-Mutante "besorgniserregend"

"Dabei ist die brasilianische Corona-Mutante eine besorgniserregende Variante", sagt Oberarzt Dr. Christoph Spinner, der Pandemie-Beauftragte am Münchner Klinikum rechts der Isar. Ihm zufolge steht das Gesundheitssystem in Brasilien kurz vor dem Kollaps. Dort wurden jetzt über 3.500 Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet.

Mutiertes Virus leichter übertragbar und resistenter

Verantwortlich dafür ist vor allem diese bestimmte Virusvariante, die offensichtlich sehr gefährlich ist, weil sich bei ihr ein Oberflächenprotein verändert hat. "Diese Veränderungen des Oberflächenproteins Spike führen dazu, dass sich die Sars-Corona-Virus 2-Erreger leichter übertragen, dass sie infektiöser sind und dass Antikörper schlechter binden, dass sie also resistenter gegenüber einer Immunantwort sein können", sagt Spinner.

Das einzige, was hilft: Impfen

Unser Körper kann sich schlechter gegen die Viren wehren und auch bei einer "Herdenimmunität", wenn also – wie in Brasilien - schon 70 Prozent der Bevölkerung geimpft sind oder eine Infektion hinter sich gebracht haben, stecken sich noch viele Menschen an. Das einzige, was helfe: noch mehr impfen. Dabei sei es egal, mit welchem Impfstoff, ob von Astrazeneca, Biontech/Pfizer oder dem neuen von Johnson & Johnson, der bald zur Verfügung stehen werde, so der Infektiologe.

Deutschland hat beim Impfen Nachholbedarf

Die Impf-Kampagne in Deutschland steht seit Längerem in der Kritik. Gegenwärtig haben etwas mehr als zehn Prozent der Deutschen die Erstimpfung gegen das Coronavirus bekommen. Was man laut Spinner sonst tun sollte: Hygiene-Maßnahmen befolgen, Masken tragen, Abstand-halten, keine Partys feiern. Und weiter: "Die meisten Infektionen finden nach wie vor im privaten Umfeld statt. Kontaktreduktionen sind eine der wirksamsten Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung von Coronavirusinfektionen zum jetzigen Zeitpunkt."

"Darüber spricht Bayern": Der BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick - kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht's zur Anmeldung!