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Brandstifterin von Tann bekommt zwei Jahre auf Bewährung | BR24

© pa/dapa/Frank Rumpenhorst

Die Statue der Justitia mit Schwert und Waage

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    Brandstifterin von Tann bekommt zwei Jahre auf Bewährung

    Das Landgericht Landshut hat eine 62-jährige Frau aus dem Landkreis Rottal-Inn wegen Brandstiftung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Zu Prozessbeginn hatte sie gestanden, im Herbst letzten Jahres ihren Vierseithof in Tann angezündet zu haben.

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    Erbstreitigkeiten, Groll, Überforderung und depressive Verstimmungen haben eine 62-Jährige aus dem Landkreis Rottal-Inn dazu gebracht, ihren Bauernhof anzuzünden. Deshalb wurde sie jetzt vom Landgericht Landshut zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

    62-Jährige gesteht zu Prozessbeginn

    Wie ein Gerichtssprecher auf BR-Anfrage mitteilte, folgte der Richter damit dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und sechs Monate Gefängnis für die Brandstifterin gefordert. Die Frau hat zu Beginn des Prozesstages zugegeben, ihren Vierseithof in Tann im Kreis Rottal-Inn angezündet zu haben.

    50 Prozent des Hofes gehörten den Töchtern

    Bei dem Brand im Herbst letzten Jahres entstand ein Sachschaden von 78.000 Euro. Verletzt wurde damals niemand. Der Vorfall hatte sich Mitte September ereignet. Die 62-jährige Witwe war laut eigener Aussage wegen Erbstreitigkeiten überfordert. Das Anwesen, in dem sie nach dem Tod ihres Mannes allein wohnte, gehörte zu 25 Prozent ihrer leiblichen Tochter und zu 25 Prozent ihrer Stieftochter.

    Nach dem Brand wartete sie im Auto auf die Rettungskräfte

    An diesem Tag wurde ihr offenbar alles zu viel. Sie legte in drei Gebäuden ihres Vierseithofes Feuer. Eine Scheune brannte vollständig nieder. Ein Stall konnte von der Feuerwehr noch gelöscht werden. In ihrem Wohnhaus entstand der geringste Schaden. Sie hatte versucht mit brennendem Zeitungspapier an der Treppe zum Obergeschoss Feuer zu legen. Außerdem legte sie brennendes Zeitungspapier auf den Fliesenboden in Küche und Wohnzimmer ab. Durch die Massivbauweise des Wohnhauses verkokelte lediglich ein Stück an der Treppe, so steht es in der Anklageschrift. Im Anschluss an die Brandstiftung setzte sich die Frau in ihr Auto und wartete auf die Rettungskräfte.

    Brandstiftung in einem minder schweren Fall

    Wie der Gerichtssprecher mitteilt, war die Frau wegen depressiven Verstimmungen schon in Behandlung. Diese Tatsache, zusammen mit dem Geständnis und dem Eigenschaden, wurden seitens des Gerichts als minder schwerer Fall eingestuft und die Strafe deshalb zur Bewährung ausgesetzt.

    Sendung

    Regionalnachrichten aus Niederbayern

    Autor
    • Kathrin Unverdorben
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