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Brand in Recyclingbetrieb: Schadstoffüberschreitungen | BR24

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Nach dem Brand in einer Recyclinganlage bei Wörth an der Isar wurden Schadstoffe im Boden nachgewiesen. Das sei in Anbetracht des Großbrandes weder verwunderlich noch besorgniserregend, teilte das Landratsamt Landshut am Dienstag mit.

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Brand in Recyclingbetrieb: Schadstoffüberschreitungen

Nach dem Brand in einer Recyclinganlage bei Wörth an der Isar wurden Schadstoffe im Boden nachgewiesen. Das sei in Anbetracht des Großbrandes weder verwunderlich noch besorgniserregend, teilte das Landratsamt Landshut am Dienstag mit.

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Inzwischen sind verschiedene Prüfberichte über Boden- und Fruchtproben im Landratsamt Landshut eingegangen. Einer Fachfirma zufolge seien die Werte der Stoffe Arsen, Chrom, Kupfer, Nickel und Zink im Boden erhöht. Diese Überschreitungen seien in Anbetracht des Großbrandes weder verwunderlich noch besorgniserregend: Eine unmittelbare Gesundheitsgefährdung habe zu keiner Zeit bestanden. Auch Proben von Kirschen und Erdbeeren aus dem Lehrbetrieb des Bezirks Niederbayern in Deutenkofen (Gemeinde Adlkofen) sind von Fachleuten des Landesamts für Umweltschutz (LfU) als "unauffällig" beurteilt worden.

Betrieb wird unter strengen Auflagen teilfreigegeben

Nach dem Brand in einem Recyclingbetrieb in Wörth an der Isar hatte der Landshuter Landrat Dreier den Betrieb stillgelegt. Jetzt erteilt das Landratsamt Landshut eine Teilfreigabe ab Mittwoch (19.06.) für den Betrieb. Die Freigabe ist aber laut dem Landratsamt mit einer Reihe von strengen Auflagen verbunden, die das Unternehmen zu einem Teil sofort, zum anderen Teil so schnell wie möglich zu erfüllen hat.

Überwachung der Maßnahmen durch das Landratsamt

Eine zuverlässige Überwachung der Maßnahmen sei unter anderem durch das Landratsamt gewährleistet. Das Auflagen-Bündel hat vor allem eine wirksame Brandschutz-Vorsorge im Blick. Ab sofort hat die Recyclingfirma zu gewährleisten, dass die Erstbehandlung (Schadstoff-Entfrachtung und Behandlung durch Schredder) sämtlichen Materials, das angeliefert wird, täglich bis Arbeitsschluss abgeschlossen ist.

"Damit muss gewährleistet sein, dass keine Brandlast über Nacht und über Wochenenden auf dem Gelände des Unternehmens unbeaufsichtigt liegen bleibt." Landshuts Landrat Peter Dreier.

Das Landratsamt verlangt desweiteren, dass innerhalb eines Monats ein Betriebsfunk und Rundumleuchten eingerichtet werden, die bei einem Brand warnen. Außerdem muss die Firma bis zum 1. November diesen Jahres die Fertigstellung von mehreren massiven Mauern mit einer Höhe von 13 Metern veranlassen, die als Trennwände zwischen einzelnen Haufen diverser Abfallsorten hochgezogen werden. Die Abfallhaufen dürfen dabei nicht höher als fünf Meter unter Oberkante der Wände aufgerichtet werden. Eine solche massive Trennmauer hatte in der Brandnacht eine weitere Ausweitung des Großfeuers verhindert.

Schaum-Löschmittel müssen auf dem Firmengelände gelagert werden

In Absprache mit der Freiwilligen Feuerwehr Wörth an der Isar sind zudem in den nächsten Wochen geeignete Schaum-Löschmittel in ausreichender Menge auf dem Firmengelände zu lagern. In der Brandnacht waren rund 25.000 Liter Schaum-Löschmittel zum Einsatz gekommen – sowie rund drei Millionen Liter Löschwasser.

300 Feuerwehrleute löschten zehn Stunden lang den Brand

In der Nacht vom 3. auf 4. Juni war in dem Recyclingbetrieb in Wörth an der Isar ein Großbrand ausgebrochen, der zehn Stunden lang mehr als 300 Feuerwehrleute in Atem hielt. Schuld an dem Brand waren wohl falsch entsorgte Lithium-Ionen-Akkus. In den vergangenen Jahren war es in dem Betrieb immer wieder zu teilweise auch größeren Bränden gekommen.