Brand auf einem Aussiedlerhof bei Wiesenfeld (Lkr. Main-Spessart)

Bildrechte: BR/Thomas Gebhardt
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Brand auf Hof in Wiesenfeld – Verbindung zu Cold Case Sabine?

Brand auf Hof in Wiesenfeld – Verbindung zu Cold Case Sabine?

Auf einem Aussiedlerhof beim unterfränkischen Ort Wiesenfeld hat am Morgen ein Scheunenkomplex gebrannt. Die Polizei bestätigte auf BR-Nachfrage, dass es sich bei dem Hof um den Ort handelt, an dem 1993 ein damals 13-jähriges Mädchen getötet wurde.

Auf einem Aussiedlerhof bei Wiesenfeld hat am Dienstag ein Scheunenkomplex gebrannt. Wie die Polizei auf BR24-Nachfrage bestätigte, handelt es sich dabei zwar um den Ort, an dem 1993 ein Mädchen getötet wurde. Bislang gebe es aber keinerlei Hinweise darauf, dass der Brand mit dem noch ungeklärten Mordfall zusammenhänge.

Bauernhof: Tatort des Mords an der 13-jährigen Sabine

Polizeisprecher Björn Schmitt sagte auf Nachfrage von BR24, dass es sich bei dem Aussiedlerhof um den Tatort des Mords an der damals 13-jährigen Sabine handle. Er verwies jedoch zugleich ausdrücklich darauf, dass er "aktuell keinerlei Zusammenhang zu dem Cold Case" herstellen wolle – es handle sich derzeit "um reine Spekulation".

Die Brandursache sei noch völlig unklar, es gebe "bislang keine Hinweise auf vorsätzliche Brandstiftung". Die Kriminalpolizei habe – wie bei Bränden üblich – die Ermittlungen übernommen und ermittle nun in alle Richtungen.

Notruf am frühen Morgen: Scheune in Flammen

Wie das Polizeipräsidium Unterfranken weiter mitteilt, war der Brand auf dem Aussiedlerhof am Götzberg gegen 05.20 Uhr über den Polizeinotruf gemeldet worden. Als die erste Streifenbesatzung am Einsatzort eintraf, standen die Scheunen des Anwesens in Vollbrand.

Die Freiwillige Feuerwehr Wiesenfeld räumte das unmittelbar angrenzende Wohnhaus samt Nebengebäude. Alle Bewohner gelangten rechtzeitig ins Freie und blieben dem Polizeibericht zufolge unverletzt.

Wohnhaus gerettet, Scheunendach eingestürzt

Ein Großaufgebot der örtlichen Feuerwehren war zur Bekämpfung des Brandes angerückt. Den Löschmannschaften gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus zu verhindern. Lediglich die die Außenfassade wurde durch die enorme Hitzeentwicklung in Mitleidenschaft gezogen.

Die Haupthalle des Scheunenkomplexes brannte vollständig aus. Das Dach des Gebäudes, auf dem eine Photovoltaikanlage installiert war, stürzte ein. Die Gesamtschadenshöhe dürfte sich laut Polizei nach ersten Schätzungen auf mehrere hunderttausend Euro belaufen.

Am Vormittag dauerten die Löscharbeiten noch an: Die Einsatzkräfte löschten die Glutnester nach und nach. Dafür wurde auch ein Bagger an den Brandort geholt, der den Feuerwehrleuten den Zugang zu den Glutnestern freigeräumt hat.

Besitzer des Hofes im Januar gestorben

Der 57-jährige Besitzer dieses Aussiedlerhofs war im Januar an Organversagen gestorben. Auf seinem Hof war im Dezember 1993 die Leiche der 13-jährigen Sabine gefunden worden. Sie lag in einer Jauchegrube. Das Mädchen war den Ermittlungen zufolge an den Folgen massiver Gewalteinwirkung gestorben.

Im Januar 2021 wurde der sogenannte Cold Case wieder aufgerollt. Zwei DNA-Spuren eines Tatverdächtigen am Opfer hatten dazu geführt. Der verstorbene Hof-Besitzer war zur Tatzeit 29 Jahre alt und galt als einer der Verdächtigen in dem Mordfall. Das Verfahren war aber eingestellt worden. In einem neuen Verfahren hätte er wohl nur noch als Zeuge aussagen müssen.

Juristische Aufarbeitung des Mordfalls weiter unklar

Im vergangenen Dezember, 28 Jahre nach der Tat, hatte die Staatsanwaltschaft Würzburg schließlich einen zur Tatzeit 17-Jährigen wegen Mordes angeklagt. Der mittlerweile 45-jährige Verdächtige soll Sabine kurz vor Weihnachten 1993 getötet haben. Das Landgericht Würzburg hat die Anklage jedoch nicht zugelassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb im Mai 2022 Beschwerde eingelegt und wartet nun auf die Entscheidung des Oberlandesgerichts Bamberg. Auf Nachfrage von BR24 teilte Oberstaatsanwalt Thorsten Seebach heute mit, dass diese weiterhin ausstehe. Im Sommer hatte das Oberlandesgericht dem BR mitgeteilt, wegen des großen Umfangs des Verfahrens könne mit einer Entscheidung frühestens im Oktober gerechnet werden.

Brand auf einem Aussiedlerhof bei Wiesenfeld (Lkr. Main-Spessart)

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