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Bräustüberl Tegernsee will Google verklagen | BR24

© BR/ Nathalie Stüben

Das Herzogliche Bräustüberl Tegernsee will den Internetkonzern Google verklagen - wegen "gravierend falscher" Angaben zu Stoß- und Wartezeiten.

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Bräustüberl Tegernsee will Google verklagen

Das Herzogliche Bräustüberl Tegernsee will den Internetkonzern Google verklagen - laut dem Wirt hat Google über Wochen hinweg irrtümlich gemeldet, dass das Bräustüberl voll sei. Google hat sich bislang noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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"Gravierend falsche" Angaben zu Stoß- und Wartezeiten - das ist der Grund, warum das Herzogliche Bräustüberl Tegernsee den Internetriesen Google verklagt.

Irreführende, falsche Informationen in der Suchmaschine

Google vermeldete laut Wirt und Betreiber Peter Hubert über Wochen hinweg, das Bräustüberl sei voll. Egal ob Dienstag oder Samstag, vormittags, abends oder spätnachts, in- oder außerhalb der Hochsaison: Die Information lautete fast immer "stark besucht" mit "Wartezeiten" von einer Stunde und mehr.

"Hier werden falsche Informationen wie Tatsachen dargestellt und um sie richtigzustellen, muss ich als regionaler, mittelständischer Unternehmer einen Rechtsstreit gegen einen Weltkonzern anfangen, der nicht nur teuer und belastend ist, sondern auch völlig offen in Bezug darauf, wie er ausgeht." Peter Hubert, Wirt und Bertreiber des Bräustüberl Teegernsee

Zuvor hatte das Bräustüberl-Team versucht, sowohl schriftlich als auch telefonisch, die Angaben richtigzustellen und Informationen darüber zu erhalten, was Google unter "Wartezeiten" versteht - auf einen Tisch, das Essen, die Rechnung? Außerdem lieferte man eigenen Aussagen zufolge Material, das beweist, dass Gäste sogar zu Spitzenzeiten ohne nennenswerte Verzögerung Plätze fanden, während online von stundenlangen Wartezeiten zu lesen war. Ohne Erfolg.

Schuld ist der Algorithmus

Der Bitte des BR um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ist Google bislang nicht nachgekommen.

Der Wirt des Tegernseer Bräustüberls sagte, ihnen habe ein Sprecher von Google gesagt, die Angaben beruhten auf einem Algorithmus, der weltweit gleich und somit nicht veränderbar sei. Auf welcher Grundlage der Algorithmus diese Angaben erstellt, konnte oder wollte der Sprecher dem Bräustüberl nicht sagen. Auf das Abmahnschreiben des Bräustüberl-Anwalts reagierte der Internetkonzern laut Hubert mit einer Standard-Mail, die auf die Supportseiten der Homepage verwies.

Wirt sieht Klage als letzte Möglichkeit

Nun möchte der Wirt klagen. Doch allein um die Klageschrift zustellen zu können, muss er ein Gericht anrufen.

"Die Zustellung an die Google-Zentrale in Hamburg ist dreimal gescheitert, weil die Post den Brief dort schlichtweg nicht einwirft oder abgibt." Peter Hubert, Wirt und Bertreiber des Bräustüberl Teegernsee

Nun müsse das Landgericht München beurteilen, ob ein Gerichtsvollzieher die Klageschrift überbringen muss. Die Verhandlung ist für den 28. August angesetzt. Sollte das Gericht die Zustellung ablehnen, will Hubert sich an die nächste Instanz wenden.

"Ich lasse mir doch nicht von einem Algorithmus mein Geschäft beschädigen." Peter Hubert, Wirt und Bertreiber des Bräustüberl Teegernsee