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Brände in Recycling-Anlagen häufen sich | BR24

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Immer häufiger muss die Feuerwehr Brände in Recyling-Anlagen bekämpfen. Am Mittwoch früh im nordschwäbischen Bächingen. Es war das dritte Feuer innerhalb weniger Monate. Warum es so oft brennt - darüber können auch die Experten nur spekulieren.

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Brände in Recycling-Anlagen häufen sich

Immer häufiger muss die Feuerwehr Brände in Recycling-Anlagen bekämpfen. So auch am Mittwochfrüh im nordschwäbischen Bächingen. Es war das dritte Feuer innerhalb weniger Monate. Warum es so oft brennt - darüber können auch Experten nur spekulieren.

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Warum kommt es immer häufiger zu Bränden in Recycling-Anlagen? Darüber rätseln derzeit auch Fachleute.

Bächingen: Drei Brände innerhalb weniger Monate

Aufregung am Mittwochfrüh im nordschwäbischen Bächingen: Dunkle Rauchwolken steigen über der Recyclinganlage auf. Schon zum dritten Mal innerhalb weniger Monate brennt es dort. Erst vor zwei Wochen sorgte auch der Brand einer Recyclinganlage in Wörth an der Isar für Aufruhr. Immer öfter müssen die Feuerwehren wegen solcher Vorfälle ausrücken. Das könnte auch an der Art des Abfalls liegen, die in den Recyclinganlagen landet.

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In der Lagerhalle eines Recyclingunternehmens im schwäbischen Bächingen im Landkreis Dillingen hat es gebrannt. Restmüll hatte Feuer gefangen. Wegen der starken Rauchentwicklung waren Anwohner gebeten worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Selbstentzündung häufig als Ursache vermutet

Feuerwehrkommandant Jochen Schmid war einer der ersten, der bei der brennenden Recyclinghalle in Bächingen im Landkreis Dillingen eintraf. Er berichtet: "Wir haben eine starke Rauchentwicklung gehabt beim Eintreffen, eine schwarze Rauchsäule – denn es brannte Restmüll auf circa 200 Quadratmetern." Die Brandursache ist noch nicht klar.

Aber Experten wie Gerhard Wiedemann vom Abfallwirtschaftsverband Nordschwaben haben eine Vermutung: der Müll in der Bächinger Lagerhalle könnte sich selbst entzündet haben – wie zuletzt so oft in verschiedenen Recyclingbetrieben im ganzen Land:

"Das kann viele Ursachen haben: Eine Glasscherbe, durch die die Sonne scheint, so dass hohe Temperaturen entstehen. Wenn im Müll Putzwolle oder Lappen mit Lösemitteln sind, entstehen entzündliche Gase. Oder wenn kleinste weggeworfene Elektrogeräte dabei sind." Gerhard Wiedemann vom Abfallwirtschaftsverband Nordschwaben

Lithium-Akkus als gefährliche Brandquelle

Vor allem, wenn diese Lithium-Ionen-Akkus enthalten. Denn die seien im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlich. Etwa wenn sie großer Hitze ausgesetzt oder beschädigt sind und es zu einer Art Kurzschluss kommt.

"In diesen kleinen Knopfzellen steckt einfach viel mehr Energie drin als in so einer Babyzelle oder Mignon. Aber das ist das, was heutzutage wichtig ist. Sie wollen ja, dass ihr Handyakku länger als einen Tag reicht. Aber dann reicht es auch dazu, dass es entsprechende Flammen auslöst." Geschäftsführer des Werkfeuerwehrverbands Bayern, Stefan Deschermeier

In der Recyclinghalle im niederbayerischen Wörth an der Isar zum Beispiel geht man genau davon aus. Dort hatte es Anfang des Monats ein verheerendes Feuer gegeben. Der Landrat von Dingolfing-Landau, Peter Dreier, hatte den Betrieb für das Feuer mitverantwortlich gemacht. Die Abfallberge seien zu lange gelagert worden – und zwar unsortiert.

Großbrände dieser Art - kaum zu vermeiden?

Stefan Deschermeier ist allerdings der Ansicht, dass sich selbst mit den besten Schutzmaßnahmen solche Brände wie in Bächingen und in Wörth an der Isar nicht ganz verhindern lassen. Denn die Suche nach den oft klitzekleinen Brandbeschleunigern gleiche der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen. Er fordert daher:

"Es wäre wichtig, dass man alle Entzündungsquellen - und da gehören diese Batterien dazu - separat entsorgt und eben nicht mit dem normalen Haus- oder Gewerbemüll. Geeignet sind dafür Wertstoffhöfe oder eigene Batteriesammelstellen." Stefan Deschermeier

Nur dann könnten diese Müll-Großfeuer vermieden werden. Brände, die laut Deschermeier äußerst schwierig zu löschen sind.

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In den Lagerhallen des Recyclingunternehmens in Bächingen hat es schon mehrfach gebrannt. Die Betreiber vermuten, dass sich ein Müllhaufen durch Batterien entzündet haben könnte.