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Corona und Schule: Piazolo wirbt um "Team-Lehrkräfte" | BR24

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Aus der Pressekonferenz von Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (FW) am 22.7.20

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  • Artikel mit Video-Inhalten

Corona und Schule: Piazolo wirbt um "Team-Lehrkräfte"

Wie sieht die Versorgung mit Lehrkräften im kommenden Schuljahr aus? Möglichst alle Lehrkräfte sollen in den Einsatz kommen und zusätzlich Team-Lehrkräfte gewonnen werden - so Bayerns Kultusminister Piazolo. Das BR24Live hier zum Nachschauen.

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Am Montag beginnen in Bayern die Sommerferien. Schule im Zeichen der Corona-Pandemie hat dann eine Pause, aber längst geht es um die Frage: Wie geht es im kommenden Schuljahr weiter?

Geplant ist, dass Bayern im Herbst zum gemeinsamen Präsenzunterricht für alle Schüler zurückkehrt: Es soll möglichst normaler Unterricht, aber unter Hygienevorschriften erfolgen. Kultusminister Michael Piazolo hat bereits Notfallszenarien vorgestellt, wenn es zum Beispiel eine neue Infektionswelle geben sollte.

Piazolo-Pressekonferenz im BR24live zum Nachsehen

In einer Pressekonferenz heute aus dem Literaturhaus in München betonte Piazolo erneut, dass das Kultusministerium sich auf verschiedene Infektionsgeschehen vorbereite. Schwerpunkt war aber, wie erreicht werden soll, dass es im kommenden Schuljahr genügend Lehrkräfte an Bayerns Schulen gibt. Zum Thema "Digitalisierung" will der Minister morgen informieren.

BR24 übertrug die Pressekonferenz live. Hier der Stream zum Nachsehen:

12.15 Uhr: Wie den Lehrermangel ausgleichen?

Auf Nachfrage eines Journalisten, wie der Mangel an etwa 1.400 Lehrkräften ausgeglichen werden solle, rechnete Piazolo unter dem Vorbehalt, dass es sich bei den Zahlen nur um Größenordnungen handle, vor:

Es seien nicht ganz die 1.380 Lehrkräfte nötig, da es "erklecklich weniger" Grundschüler seien, so Piazolo, etwa um 150 weniger. Im Bereich der Altersteilzeit hätten über 500 Stellen gewonnen werden können, beim Antragsruhestand etwas weniger als die 450, mit denen man laut Piazolo gerechnet habe, über Arbeitszeitkonten für Grundschullehrer um die 150 und dann noch etwa 60, 70 bei den Quereinsteigern.

Hintergrund dieser Aussage Piazolos ist, dass Grundschullehrer ab kommendem Schuljahr mehr arbeiten müssen, was ihnen über Arbeitszeitkonten gut geschrieben wird. Dazu kommt, dass Rente vor dem 66. Lebensjahr nur noch in Ausnahmen möglich ist und bei Teilzeitverträgen die Mindeststundenzahl erhöht wurde.

12.10 Uhr: Hygieneregeln in Abstimmung mit Gesundheitsministerium

Die Hygiene-Grundregeln werden laut Piazolo auch im neuen Schuljahr bleiben - unter anderem "wenig Begegnungsverkehr" oder Regeln fürs Lüften. Man möchte auch darauf achten, dass es feste Schülergruppen sind. Diese Dinge seien allerdings nicht neu. Alles Weitere befinde sich erst in der Abstimmung. "Wir sind im Moment in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium. Manches braucht dann doch ein bisschen", so Piazolo, der sich für hohe Testkapazitäten aussprach.

12.05 Uhr: Team-Lehrkräfte: einer zu Hause, der andere in der Schule

Team-Lehrkräfte sei neben den bestehenden Maßnahmen ein "neues Instrument", um genügend Lehrkräfte zu gewinnen. Eine Lehrkraft könne dabei von zu hause arbeiten, die andere in der Schule.

11.55 Uhr: Was ist, wenn Kinder Schnupfen haben?

Piazolo gestand zu, dass der grippale Infekt auf den ersten Blick vielleicht nicht von einer Corona-Infektion unterschieden werden könne . "Ich bin da sehr zögerlich", ergänzte Piazolo, "bei der Entscheidung zu viel auf die Lehrer zu schieben. Die Entscheidung fällt der Arzt."

Für die Schule heißt das, dass Kinder, die der Lehrkraft krank erscheinen, zum Rektor geschickt werden und die Schulleitung das Kind dann zum Test schickt. "Wir müssen es hinbekommen, dass Testungen schnell funktionieren", so der Kultusminister. Die Grundregel für Lehrer und Schüler: "Krank sollen sie nicht in die Schule gehen."

11.40 Uhr: Zur Informationspolitik

"Uns ist es so früh als möglich am liebsten", sagte Piazolo zu Vorwürfen, die Schulen hätten Informationen zu spät erhalten. Aber das habe sich in diesen Zeiten nicht immer machen lassen. "Da bitte ich um Verständnis", so Piazolo. Als Beispiel nannte er, dass an einem Dienstag die Einführung der Masken ab Montag beschlossen wurde und manche diese Masken dann am Wochenende abholen mussten. Es sei vieles unter großem zeitlichen Druck geschehen.

11.27 Uhr: Unterricht mit Stamm-Lehrkraft

Team-Lehrkräfte können laut Piazolo Personen sein, die die 1. und 2. Staatsprüfung haben, aber auch Personen mit einschlägigem Hochschulstudium. Diese verfügten zwar noch nicht über eine Referendarzeit, aber sie würden den Unterricht zusammen mit Stamm-Lehrkraft ausüben. Das Ministerium will jetzt um Team-Lehrkräfte werden. Das Programm sei für ein Jahr aufgesetzt.

11.17 Uhr: Werben um Team-Lehrkräfte

"Möglichst alle Lehrkräfte in den Einsatz zu bringen", sei das Ziel. Schwangere Lehrkräfte und Risikogruppen, die über Attest verfügen, müssen nicht in den Präsenzunterricht. Aber diese Lehrkräfte könnten andere Arbeiten erledigen - zum Beispiel Korrekturarbeiten, Verwaltungstätigkeiten. Denkbar sei auch "Distanzunterricht anders herum" - von zu Hause ins Schulgebäude.

"Werden versuchen, zusätzlich Lehrkräfte zu gewinnen", so Piazolo. Das Ministerium möchte um "Teamlehrkräfte" werben. 800 in Vollzeit, 300 aus dem Gesamtpool. Es soll auch zusätzliches Geld, bis zu 30 Millionen, dafür eingesetzt werden.

11.15 Uhr: Werben um Lehrkräfte-Nachwuchs

Es werde bei Abiturienten aktiv darum geworben, Lehrkraft zu werden.

11.11 Uhr: Alle offenen Stellen für ausgebildete Lehrkräfte

Alle 4.600 offenen Stellen sollen mit ausgebildeten Lehrkräften besetzt werden. Dies sei, so Piazolo, im Hinblick auf andere Bundesländer keine Normalität.

11.10 Uhr: Schwerpunkt heute ist Personalplanung

Kultusminister Piazolo will in der PK heute über die Lehrervorsorgung sprechen. Zum einen geht es um den strukturellen Lehrerbedarf. Aber zusätzlich, das ist die zweite Stufe, "brauchen wir einen pragmatischen flexiblen Einsatz von Lehrkräften in Zeiten von Corona".

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