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Bildrechte: dpa-Bildfunk/Daniel Karmann

Nach den Überschwemmungen im Westen Deutschlands droht nun auch in Bayern Hochwasser. Dauerregen im Osten und Südosten des Freistaates lassen die Pegel der Flüsse anschwellen. Wie groß die Hochwassergefahr ist - dazu mehr in diesem BR24live.

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Dauerregen: So groß ist die Hochwasser-Gefahr in Bayern

Nach den Überschwemmungen im Westen Deutschlands droht nun auch in Bayern Hochwasser. Die Stauwetterlage mache aber eine Prognose schwierig, so BR-Wetterexperte Sachweh. Am ehesten sieht er eine Hochwassergefahr für das Berchtesgadener Land.

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Von
  • Christine Haberlander
  • Dagmar Bohrer-Glas
  • Manuel Rauch

In Bayern müssen die Menschen am Wochenende mit Starkregen und Überschwemmungen rechnen. Durch Dauerregen am östlichen Alpenrand steigen die Pegelstände der Flüsse und Seen. An Donau, Isar, Salzach und Inn drohen nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes (HND) Überschwemmungen.

Starkregen, Windböen und Hagel

Von Samstag bis in die Nacht zum Montag wird es nach Vorhersage des Deutschen Wetterdienst (DWD) am östlichen Alpenrand fast ohne Unterbrechung schauerartig regnen und gewittern. Der DWD warnt für die Alpen mit Ausnahme der Allgäuer Alpen vor unwetterartigem Starkregen mit bis zu 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Punktuell könne es noch mehr regnen. Darüber hinaus könne es Windböen und kleinkörnigen Hagel geben.

Der DWD rechnet bis Sonntagabend vor allem nahe der Berchtesgadener Alpen mit Regenmengen von bis zu 100 Litern pro Quadratmeter. In Staulagen seien bis zu 160 Liter pro Quadratmeter möglich.

BR-Wetterexperte Sachweh: Berchtesgadener Land besonders betroffen

Die aktuelle Prognoselage für Bayern sehe insgesamt nicht so dramatisch aus, so BR-Wetterexperte Michael Sachweh im BR24live. Allerdings sei sie aufgrund einer Stauwetterlage schwieriger vorherzusagen als das große Unwetter vor einigen Tagen im Westen Deutschlands. Es gebe eine große Unsicherheit, sowohl zum Besseren als auch zum Schlechteren hin. Sehr feuchte Luft ströme zu den Alpen und staue sich dort. Dies könne mit großen Regenmengen verbunden sein.

Fest stehe, dass die oberbayerischen Alpen mehr betroffen seien als das Allgäu, so Sachweh. Innerhalb der oberbayerischen Alpen müssten vor allem die Regionen östlich des Inns mit viel Regen rechnen. Besonders im Berchtesgadener Land seien Regenmengen von über 100 Liter pro Quadratmeter bis morgen Abend möglich. "Hier könnte es am ehesten ein leichtes bis mittleres Hochwasser geben", so der BR-Wetterexperte. Ab Morgen Mittag dürfte das Hochwasser sein Maximum erreichen - erst am Montag beginne es dann bei den kleineren Flüssen langsam wieder abzulaufen. Inn und untere Donau würden jedoch voraussichtlich weiter ansteigen. Das Wetter entspanne sich aber ab Montag und die nächste Woche werde recht schön und trocken.

Einsatzkräfte im Landkreis Traunstein in Alarmbereitschaft

Im südöstlichen Oberbayern rüsten sich die Verantwortlichen für möglichen stundenlangen Starkregen: Zwar dürfte das angekündigte Hochwasser bis zur Meldestufe vier an Traun und Tiroler Ache nach Einschätzung des Wasserwirtschaftsamts Traunstein wohl doch nicht eintreffen.

Walter Raith, der Leiter des Amts, kann aber nicht ausschließen, dass es bei einsetzendem Starkregen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land lokal nicht doch noch zu Überschwemmungen kommt. Die Einsatzkräfte seien vorbereitet. Nach Angaben des Sprechers der Traunsteiner Feuerwehren Hubert Hobmaier, wurden Strukturen geschaffen und Maßnahmen ergriffen, die sofort anlaufen, sollte es zu einem Hochwasser oder möglicherweise zu Erdrutschen kommen. Die Einsatzkräfte hofften jedoch, dass man "mit einem blauen Auge davonkommt", so BR-Reporterin Theresa Krinninger im BR24live.

Die Sandsackabfüllanlagen in den Gemeinden Ruhpolding und Grabenstätt waren bereits gestern im Betrieb, um die Lager an Sandsäcken aufzufüllen. In der Stadt Traunstein wurde vorsorglich ein Krisenstab zusammengestellt, der sich aber erst im Notfall treffen wird.

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Noch ist die Lage an der Traun in Traunstein entspannt

Passau rüstet sich gegen Überschwemmungen

Laut HND sorgt der Regen der letzten Tage in der Donau bereits für eine Hochwasserwelle. Der Scheitel befand sich am Samstagmittag im Raum Neustadt. In Kelheim stieg die Meldestufe des HND auf eins - es kam zu kleinen Ausuferungen.

Die Stadt Passau warnte bereits am Freitag auf ihrer Internetseite vor einem kommenden Hochwasser: So hieß es gestern, dass Donau und Inn am Samstagabend die höchste Meldestufe 3 erreichen werden. Mittlerweile wurden die Prognosen etwas nach unten und zeitlich nach hinten korrigiert: Bei der Donau wird Meldestufe 1 nun erst im Laufe des Sonntags erwartet. Für die Nacht von Sonntag auf Montag werden Meldestufe 2 bis 3 vorhergesagt. Auch der Inn soll nach aktueller Prognose erst in der Nacht auf Montag eventuell Meldestufe 1 erreichen. Überschwemmungen seien im vorderen Bereich der Innpromenade, an der Ortsspitze und an der Donau in geringem Maße auf der Fritz-Schäffer-Promenade zu erwarten.

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