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Neue Corona-Beschlüsse: Hilfe für Kultur, Prämien für Lehrer | BR24

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Das bayerische Kabinett hat heute weitere Corona-Hilfen für Kulturschaffende beschlossen. Bayern übernimmt das Solo-Selbstständigen-Programm von Baden-Württemberg. Auch Theater und Kinos erhalten Unterstützung.

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Neue Corona-Beschlüsse: Hilfe für Kultur, Prämien für Lehrer

Mit Hilfen in Höhe von 370 Millionen Euro will die Staatsregierung Künstler und die Kulturbranche im Freistaat unterstützen. Zudem beschloss das bayerische Kabinett eine Prämie in Höhe von 500 Euro für Schulleiter und engagierte Lehrer.

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Nach der Kritik an der bayerischen Corona-Soforthilfe für Künstler bringt Bayern ein neues Hilfsprogramm für die Kulturbranche auf den Weg. Insgesamt stelle der Freistaat dafür rund 370 Millionen Euro bereit, kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nach einer Kabinettssitzung in München an.

Geplant ist laut Söder unter anderem ein Solo-Selbständigen-Programm für Künstlerinnen und Künstler zum Ersatz des Unternehmerlohns. Sie können ab Oktober bis zu 1.180 Euro im Monat bekommen. Zudem wird es dem Ministerpräsidenten zufolge ein Stipendienprogramm geben: je 5.000 Euro für 5.000 junge Künstlerinnen und Künstler.

Hilfe für Spielstätten, Laienmusik und Kinos

Neben den Betreibern von Theatern, Konzertclubs und Kleinkunstbühnen sollen nun auch dezentrale Kulturveranstalter ohne eigene Spielstätte unterstützt werden, wie Kunstminister Bernd Sibler (CSU) sagte. Das Hilfsprogramm für die Laienmusik werde bis Ende Juni verlängert, ebenso die Unterstützung für die Kinos im Freistaat.

500 Euro Leistungsprämie für Lehrer und Direktoren

Wie Söder bereits am Mittwoch in seiner Regierungserklärung angekündigt hatte, beschloss das Kabinett auch Leistungsprämien für staatliche Schulleiter sowie besonders engagierte Lehrer. Laut Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sollen die rund 4.000 Direktoren jeweils 500 Euro bekommen.

Eine Prämie in gleicher Höhe werde es für ungefähr 14.000 weitere Lehrer geben, die sich insbesondere bei der Digitalisierung oder anderen Aufgaben in Zusammenhang mit Corona ausgezeichnet hätten.

Söder zeigte klare Sympathien für einen Bonus für Erzieherinnen und Erzieher. Er sei wirklich beeindruckt, wie diese ohne Murren und "mit einer Liebe und Empathie" die Kinder betreuten. Allerdings seien ihm die Hände gebunden, da Krippen- und Kita-Erzieherinnen nicht beim Freistaat angestellt seien, sondern bei den Kommunen.

Kitas und Schulen werden "als letztes" geschlossen

Der Ministerpräsident betonte den unbedingten Willen der Staatsregierung, Kitas und Schulen so lange offen zu halten, wie es irgendwie gehe. Sie sollten bei hohen Corona-Zahlen als letztes geschlossen werden - und nach einem eventuellen Lockdown möglichst als erste wieder öffnen.

Söder sprach sich auch dafür aus, bei Schulschließungen auch das Alter der Kinder zu berücksichtigen. Die Devise sollte lauten: Je kleiner die Kinder seien, desto länger sollten sie betreut und unterrichtet werden.

Söder fordert vor Bund-Länder-Gipfel härtere Maßnahmen

Vor dem Bund-Länder-Gipfel zu Corona am Mittwoch warnte Söder davor, schwierige Entscheidungen zu verschleppen. Seiner Meinung nach gelte: Lieber schneller und konsequent handeln als verzögert und dann verlängert. Entscheidendes Ziel müsse sein, Kontakte zu reduzieren. Daher müsse überlegt werden, ob nicht grundlegendere Maßnahmen in ganz Deutschland nötig seien. "Wir müssen uns morgen bewähren", betonte Söder mit Blick auf die Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Welche Schutzmaßnahmen er konkret für notwendig hält, sagte Söder nicht. Für Donnerstag kündigte der Ministerpräsident eine weitere Sitzung des bayerischen Kabinetts an, um mögliche Beschlüsse von Bund und Ländern umsetzen zu können.

Redaktioneller Hinweis: In einer ersten Version dieses Artikels ist uns bei der Höhe der Prämie für Schulleiter und Lehrer ein Fehler unterlaufen, den wir umgehend korrigiert haben: Der Bonus beträgt nicht 5.000, sondern 500 Euro.

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In Bayern steigen die Zahlen der Corona-Infizierten: Drei Kreise haben den Inzidenz-Wert von 200 überschritten und 32 liegen über 100. ln Bayerns Krankenhäusern werden mittlerweile deutlich mehr Corona-Patienten behandelt als noch vor zwei Wochen.

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