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Panne bei Corona-Tests: Huml bot Rücktritt an - Söder lehnte ab | BR24

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Entgegen mancher Erwartungen belässt Ministerpräsident Söder (CSU) seine Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) im Amt. Zugleich erklärte er, beim Aufbau der Coronateststellen für Reiserückkehrer seien schwere Fehler gemacht worden.

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Panne bei Corona-Tests: Huml bot Rücktritt an - Söder lehnte ab

Nach der Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen haben Ministerpräsident Söder und Gesundheitsministerin Huml über den aktuellen Stand informiert. Söder stärkte Huml dabei den Rücken. Die Entwicklungen im Ticker zum Nachlesen.

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Es ist ein Debakel für die Bayerische Staatsregierung: Gestern hatte Gesundheitsministerin Huml eingeräumt, dass es große Probleme bei der Datenübermittlung an den bayerischen Corona-Teststationen gibt. Demnach seien bis gestern bei mehr als 85.000 durchgeführten Tests bei 44.000 die Befunde noch nicht übermittelt worden – darunter 900 positive. Diese sollen ihr Ergebnis nun aber bis heute mitgeteilt bekommen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz informierten Söder und Huml über den Stand der Dinge. Lesen Sie hier die Statements der beiden im Ticker zum Nachlesen:

16.08 Uhr: Söder: "Es geht nicht um einen Schönheitswettbewerb"

Es sei ihnen sehr wichtig gewesen die Öffentlichkeit zu informieren, auch wenn sich die Pressekonferenz heute mehrmals verzögert habe, erklärte Söder. Er habe ganz bewusst auch seine Reise nach Schleswig-Holstein verschoben. "Mein Platz ist in Bayern, bleibt in Bayern", so Söder. Er hätte es unangemessen gefunden in dieser Situation zwei Pressekonferenzen zu veranstalten.

Es sei kein Schönheitswettbewerb, sondern jeder versuche in dieser Situation sein Bestes zu geben, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf die Situation und die Zusammenarbeit mit anderen Bundesländern.

16.05 Uhr: Huml verteidigt Ehrenamtliche

Allein am vergangenen Wochenende hätten 17.000 Testungen stattgefunden. Die Ehrenamtlichen hätten gute Arbeit geleistet. "Man muss sich das mal vorstellen, bei über 30 Grad im Vollkörperanzug," beschrieb Huml die Situation. Es sei nachvollziebar, dass in dieser Situation Fehler beim händischen Ausfüllen der Unterlagen passieren könnten. Es klingt so einfach "wir machen Testzentren", aber es stecke unglaublich viel dahinter, so Huml.

16.01 Uhr: Söder kritisiert die Corona-App

Das Grundproblem sei, dass das gesamte System gerade in Deutschland in Bezug auf Corona schwierig sei. V.a. bei der Corona-App hake es noch an vielen Stellen, sagte Söder.

15.56 Uhr: Huml: Betroffene Fälle werden jetzt durchtelefoniert

Man habe damit begonnen, die betroffenen Menschen, insgesamt 908, durchzutelefonieren, so Huml. Aber nicht alle konnten bisher erreicht werden. Die Zahlen habe man aber erst am Abend oder in den nächsten Tage. Bei den 150 die noch da seien, konnten einige bereits zugeordnet werden. Man habe sich auch mit dem Koalitionspartner beraten, so Söder.

15.54 Uhr: Söder: Es war "sehr operative Panne"

Wir hatten in den letzten 6 Monaten deutlich schlimmere und dunklere Stunden, so Söder. Aber er hätte es menschlich unangemessen gefunden, eine ganze Leistung über so eine lange Zeit, mit einem Rücktritt der Gesundheitsministerin zu beenden. Es sei eine sehr "operative Panne" gewesen, an der Huml nicht direkt selbst Schuld gewesen sei.

15.51 Uhr: Söder: "Testen, testen, testen" war richtig

Die Grundentscheidung und die Strategie, die man gefahren sei, sei richtig, so Söder. Nur die Umsetzung habe nicht so funktioniert, wie man sich das vorgestellt habe, gesteht der Ministerpräsident ein. "Wir mussten in den Monaten viele Entscheidungen treffen und bei vielen wusste ich nicht, ob sie richtig oder falsch waren." Nichts sei perfekt, weder die Gesundheitsministerin noch er, sagte Söder.

15.45 Uhr: Fehler in der Staatskanzlei?

"Das Tempo wird nicht von uns gemacht", erwiderte Söder auf die Frage, ob Fehler in der Staatskanzlei passiert seien. Man müsse auch die Dynamik des Geschehens im Blick behalten. Es sei notwendig "entsprechend dynamisch zu reagieren", fügte Huml hinzu. Und manchmal sei es ebenso, dass nicht alle "Rädchen ineinander greifen würden", wenn sehr schnell Teststationen aus dem Boden gestampft wurden.

15.43 Uhr: Söder: Situation mache ihm tiefe Sorge

Die Situation gleiche der zu Beginn der Corona-Pandemie im März, was ihm tiefe Sorge bereite, betonte Markus Söder. Jeder der bis zum Wochenende keine Nachricht zu seinem Testergebnis bekomme, solle einen zweiten machen.

15.39 Uhr: Huml: Habe angeboten die Konsequenzen zu tragen

Die CSU-Politikerin betonte ebenso wie Söder, dass sie ihren Rücktritt angeboten habe. Sie habe die "Konsequenzen" tragen wollen. Sie sei jedoch dankbar, dass sie sein Vetrauen weiterhin genieße.

15.36 Uhr: Huml: Keine einfache Lage

Sie habe schwere Stunden hinter sich, so Huml. Sie habe sich den Prozess im LGL bis in die Nacht hinein angesehen. Noch über 100 Testergebnisse seien offen. Es sei ein "laufender Prozess". Seit heute morgen um 7.00 Uhr würden die informiert, die bisher auf ihre Ergebnisse gewartet hätten.

15.32 Uhr: "Werden Federführung über Innenministerium vornehmen"

Die Zuständigkeiten bei den Tests würden ins Innenministerium verlegt werden, kündigte Söder an. Die Gesundheitsministerin Melanie Huml habe zweimal ihren Rücktritt angeboten. Er wolle jedoch an ihr festhalten: "Es ist mir wichtig, dass wir das weiter zusammen gestalten", so Söder. "Wir müssen schauen, dass wir aus jedem Fehler lernen, um für Sicherheit und Klarheit zu sorgen."

15.29 Uhr: Söder: haben mit Hochdruck an Aufklärung gearbeitet

Ministerpräsident Markus Söder hat die Panne bei den Corona-Tests eingestanden. Die Sorgen seien mehr als berechtigt. Bayern war Vorreiter, aber es seien Fehler passiert, was bedauerlich sei. Dennoch bedankte sich der CSU-Politiker ausdrücklich bei den Ehrenamtlichen.

Kritik am Vorgehen der Staatsregierung reißt nicht ab

Die Kritik an der Panne wächst indes immer weiter. Der Fraktionschef der Grünen im bayerischen Landtag, Ludwig Hartmann, sprach von einem peinlichen Fehler für Bayern. SPD-Generalsekretär Uli Grötsch forderte den Rücktritt sogar von Huml.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) reagierte relativ zurückhaltend auf die Nachricht. Er rief die Staatsregierung aber dazu auf, den Fehler schnellstmöglich zu beheben.

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