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Bildrechte: picture alliance / Fotostand | Fotostand / K. Schmitt

Die Eltern von Schulkindern in Bayern sind mit einer Mehrheit von 62 Prozent unzufrieden mit der derzeitigen Unterrichtssituation. Laut einer BR24-Umfrage beklagen sie, dass es keine ausreichende Vorbereitung auf das Homeschooling gegeben habe.

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Schule in Corona-Zeiten: Eltern erteilen schlechte Noten

Ein Großteil der Eltern in Bayern ist mit dem Schulunterricht ihrer Kinder in der Corona-Pandemie unzufrieden. Das ist Ergebnis einer Civey-Umfrage im Auftrag von BR24. Großes Vertrauen haben viele Eltern hingegen in die Hygienekonzepte der Schulen.

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Von
  • Friederike Wipfler

Nach den Osterferien geht es wieder los: Einige Schulkinder dürfen wohl zurück ins Klassenzimmer – je nach Inzidenzwert und Klassenstufe im Präsenz-, Wechsel- oder Distanzunterricht. Sowohl für Schülerinnen und Schüler als auch für ihre Eltern ist das laufende Schuljahr weiter eine Herausforderung. In einer Civey-Umfrage im Auftrag von BR24 geben die Eltern dem Unterricht während der Corona-Pandemie schlechte Noten.

Große Unzufriedenheit mit dem Unterricht in Pandemiezeiten

Seit einem Jahr herrscht in den Schulen Ausnahmezustand, nun neigt sich das Corona-Schuljahr 2020/2021 langsam dem Ende zu. Dabei zieht ein Großteil der bayerischen Eltern eine negative Bilanz: 62,3 Prozent geben an, nicht zufrieden mit dem Unterricht ihrer Kinder zu sein, 40,5 Prozent sind sogar "gar nicht zufrieden". Nur 8,6 Prozent der befragten Zielgruppe geben an, aktuell "sehr zufrieden" mit dem Schulunterricht zu sein. Dabei fallen die Ergebnisse von Eltern von Grundschulkindern und Eltern von Kindern, die weiterführende Schulen besuchen, sehr ähnlich aus.

Schlecht auf Homeschooling vorbereitet

Die Vorbereitung der Schulen auf den Distanzunterricht wird in der Umfrage eher negativ gesehen. Über die Hälfte – nämlich 53,8 Prozent – der befragten Eltern in Bayern sind demnach der Ansicht, dass die Schulen ihrer Kinder nicht gut auf das Homeschooling vorbereitet waren. 35,7 Prozent bezeichnen die Vorbereitung sogar als "gar nicht gut". 30,5 Prozent der Zielgruppe sind in diesem Zusammenhang mit den Schulen zufrieden. 14,9 Prozent sahen sowohl positive als auch negative Aspekte und wählten die Auswahlmöglichkeit "teils/teils".

Großes Vertrauen in Hygienekonzepte der Schulen

In die Hygienekonzepte der bayerischen Schulen haben viele Eltern großes Vertrauen. Über die Hälfte der Befragten (51,6 Prozent) gaben an, dass ihre Schulen ein gutes Hygienekonzept für den Präsenzunterricht haben. 17,3 Prozent sahen sowohl positive als auch negative Aspekte im Hygienekonzept der Schulen, 24,2 Prozent waren vom Konzept ihrer Schule nicht überzeugt. Dabei schnitten die Grundschulen mit 60,3 Prozent Zustimmung besser ab als die weiterführenden Schulen, bei denen immerhin 47,9 Prozent der Eltern glauben, dass die Schulen ihrer Kinder ein geeignetes Hygienekonzept für den Präsenzunterricht haben.

Zu diesen Einschätzungen passt, dass mehr als die Hälfte (54,2 Prozent) der Eltern angaben, keine oder wenig Bedenken zu haben, dass sich ihr Kind in der Schule mit dem Coronavirus infiziert. 30,4 Prozent gaben sogar an, dass sie dies komplett ausschließen, 23,8 Prozent glauben eher nicht, dass sich ihr Kind in der Schule ansteckt. Angst vor einer Infektion im Präsenzunterricht haben hingegen 41,9 Prozent der befragten Eltern. 21,4 Prozent der Elternzielgruppe sorgen sich dabei besonders stark. Grundschuleltern und Eltern von Schülerinnen und Schülern, die eine weiterführende Schule besuchen, haben in dieser Frage ähnliche Ansichten.

Kein klares Bild zu schlechterer Schulleistung in der Pandemie

Bei der Frage, ob sich die schulischen Leistungen der Kinder in der Corona-Pandemie verschlechtert haben, gibt es keine klare Tendenz. 43,1 Prozent der befragten Eltern sagen nein, 41,1 Prozent ja. 12,2 Prozent antworten "teils/teils", ein kleiner Prozentteil gibt an, es nicht zu wissen. Dabei sind mehr Eltern von Grundschulkindern der Meinung, dass sich die Leistung nicht verschlechtert hat (43,6 Prozent) als Eltern von Kindern, die eine weiterführende Schule besuchen – hier sind es nur 38,1 Prozent die antworten, dass die Schulleistung ihrer Kinder in der Pandemie nicht schlechter geworden ist.

BR24 hat in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey Mitte März eine Zielgruppenumfrage gestartet. Aus allen Teilnehmenden wurde eine repräsentative Stichprobe von rund 500 Eltern mit schulpflichtigen Kindern in Bayern ermittelt. Befragt wurden die Eltern unter anderem zur Zufriedenheit mit dem Schulunterricht ihrer Kinder, die Vorbereitung der Schulen auf das Homeschooling und deren Hygienekonzepte. Die Ergebnisse wurden auch mit einem besonderen Blick auf die möglichen Unterschiede zwischen Eltern von Grundschulkindern oder Eltern von Kindern, die weiterführende Schulen besuchen, ausgewertet.

Das Meinungsforschungsunternehmen Civey hat die Befragung im Auftrag von BR24 zwischen dem 11.3. und dem 28.3.2021 online durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Eltern mit schulpflichtigen Kindern in Bayern. Aus allen Teilnehmern wurde eine repräsentative Stichprobe von 500 Eltern mit schulpflichtigen Kindern in Bayern ermittelt. Alle Teilnehmer haben u.a. Daten wie Alter, Geschlecht und Wohnort angegeben und wurden registriert sowie verifiziert. Civey korrigiert Verzerrungen durch ein mehrstufiges Gewichtungsverfahren. Zusätzliche Informationen zur Methodik finden Sie auf der Seite von Civey.

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