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BR24-Serie "Wieder gesund?!": Schwanger mit Corona | BR24

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Laura Stäblein infizierte sich mit Corona, als sie mit ihrer zweiten Tochter hochschwanger war.

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BR24-Serie "Wieder gesund?!": Schwanger mit Corona

Laura Stäblein infizierte sich mit Corona, als sie mit ihrer zweiten Tochter hochschwanger war. Wie sie die Sorge um ihr ungeborenes Kind wegen der Erkrankung durchlebt hat, erzählt sie in der Serie "Wieder gesund!?".

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Von
  • Barbara Leinfelder

März 2020: Die 33-jährige Laura Stäblein aus Augsburg ist Mutter einer zweijährigen Tochter und mit dem zweiten Kind hochschwanger, in der 34. Woche. Eine junge Frau mit einem blonden Pferdeschwanz und einem fröhlichen Lachen. Als sie sich plötzlich schlagartig krank fühlt, glaubt sie noch an einen grippalen Infekt.

Positiver Coronatest: Sorgen um das Ungeborene

Der Arzt vom Bereitschaftsdienst, der bereits im Vollschutzanzug erscheint, sieht das genauso, nimmt aber trotzdem einen Rachenabstrich. Laura Stäblein hat da bereits starken Husten und Schmerzen in der Brust. Als dann wenige Tage später eine Frau vom Gesundheitsamt anruft und sagt: "Ich würde gern mit Ihnen über Ihren positiven Coronatest sprechen“, bricht für die Schwangere eine Welt zusammen: "Mein erster Gedanke war, was passiert mit dem Kind?".

Schwer krank kurz vor der Geburt

Laura Stäblein ist eine Frau, die rasch spricht und schnell denkt. Als Rechtsanwältin ist sie es gewohnt, Zusammenhänge zu erkennen und Entscheidungen zu fällen. Deshalb handelt sie pragmatisch, sie richtet sich zuhause eine Art Isolierstation ein, hält Abstand zum Mann und ihrer kleinen Tochter, auch wenn die Kleine es noch nicht versteht.

Aufgrund ihrer Schwangerschaft kann Laura keine Medikamente nehmen, nur Paracetamol bekommt sie gegen die starken Rückenschmerzen: "Mir ging es wirklich schlecht. Ich war so schwach, lag einfach nur im Bett, und das vier Wochen vor Geburt."

Woher sie die Infektion bekam, weiß sie bis heute nicht. Im Nachhinein stellt sich heraus, dass auch ihr Mann erkrankt war, er aber keine Symptome hatte. Nur über einen Antigen-Test wurde bei ihm festgestellt, dass er ebenfalls infiziert war.

Die bange Frage: Ist das Kind gesund?

Laura Stäblein kämpft für ihr ungeborenes Kind, lässt dunkle Gedanken nicht an sich heran. "Damals im März war es die Aussage, dass Covid-19 kein plazentagängiges Virus ist, das Baby sei geschützt.“ Nach einer guten Woche geht es ihr langsam wieder besser.

Schließlich erholt sie sich so weit, dass sie in einem Augsburger Krankenhaus ganz normal spontan entbinden kann. "Komisch war nur, dass alle Masken trugen. Und dass es niemanden interessiert hat, dass ich Corona gehabt habe. Und man vielleicht die Muttermilch untersucht oder so“, meint Stäblein im Rückblick. Das Wichtigste aber: Dem neugeborenen Baby, einem kleinen Mädchen, geht es gut.

Welche Folgen hat die Covid-19 Erkrankung?

Auch Laura Stäblein geht es mittlerweile wieder gut. Sie verspürt keine Folgen der Erkrankung mehr, kann wieder schmecken und riechen, und auch die Haare, die ihr massenhaft ausgegangen waren, sind jetzt, nach einem Jahr, wieder nachgewachsen.

"Die Infektion beeinträchtigt mich nicht mehr", sagt die 33-Jährige. Dafür sei sie dankbar. Auch dafür, dass ihre Familie sich so rührend um sie gekümmert hat. "Mir hat es gezeigt, dass es im menschlichen Dasein doch schnell gehen kann, dass einem seine Grenzen aufgezeigt werden. Und dass man seine Gesundheit nicht als selbstverständlich ansehen sollte. Und alles, was man hat."

BR-Serie "Wieder gesund!?" von und mit Corona-Patienten

Mit der Serie "Wieder gesund!?" wollen wir sie erzählen: Die Geschichten einer Pandemie und damit auch ihre Geschichte. Corona betrifft uns alle, das gesamte Land und die ganze Welt – und am Ende doch jeden für sich. Jede Infektion ist ein einzelnes Schicksal, eine persönliche Geschichte. Wie fühlt sich Corona an? Wie verläuft die Virus-Erkrankung? Wie übersteht man die Isolation? Was passiert bei schweren Verläufen, was bei leichten? Wie überlebt man Corona? In unserer Serie geben die Menschen Antworten, die es erlebt haben. Mit Geschichten, die für sich stehen.

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Von
  • Barbara Leinfelder
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