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Darüber diskutieren wir in der Redaktion. Zum Beispiel: Lauingen | BR24

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    Darüber diskutieren wir in der Redaktion. Zum Beispiel: Lauingen

    Wir danken für Ihr Vertrauen - und wollen es uns auch 2020 ehrlich verdienen. BR24 informiert Sie über alles, worüber Bayern spricht, gut und schnell, mit hohen Standards - das ist unser Anspruch. Und wenn uns Fehler passieren? Korrigieren wir. Hier:

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    💡 Worüber wir in der Redaktion diskutieren

    Sie sollen wissen, worüber wir in der Redaktion diskutieren, wie wir auf Ihre Kritik, Ihr Lob, Ihre Fragen reagieren. Auf Fragen, warum wir über etwas berichten - und wie wir berichten. Zum Beispiel über den Fall der Schüler/innen am Gymnasium Lauingen, die sich unzulässig belästigt fühlen? Oder über die kontrovers diskutierte Frage, wann wir die Nationalität von mutmaßlichen Straftätern nennen sollen - und wann nicht? Wie im Fall des in Augsburg getöteten Feuerwehrmannes. Was sollen wir zeigen, was nicht? Wann müssen wir tiefer tauchen, weil korrektes Berichten nicht reicht, um alles zu verstehen? Auch hier ein Beispiel, aus unserer Reihe #Faktenfuchs: War es doch nur eine "Urban Legend"? Kasse zahlt Omas Medizin nicht?!

    💡 Kann passieren: Wie wir Feler korrigieren

    30 Inhalte - im Schnitt - jeden Tag, so umfassend informiert Sie BR24, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Da rutscht leider auch mal was durch. Wir ärgern uns dann selbst am meisten. Fehler korrigieren wir - selbstverständlich und so schnell wie möglich. Und wir informieren darüber - hier: unsere Korrekturen.

    Wolfgang Vichtl. BR24. Redaktionsleiter

    Ihre Meinung interessiert uns. Haben Sie Fragen, Anmerkungen, Kritik? feedback@br24.de

    +++ Warum wir über die Vorgänge am Gymnasium Lauingen berichten

    (27. Januar 2020) - In einem Brief haben Oberstufenschüler des Albertus-Gymnasiums in Lauingen die Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks über Grenzüberschreitungen durch Lehrer kritisiert. Sie sagen, die Meinung einzelner Schüler könne nicht stellvertretend als Meinung der ganzen Schule dargestellt werden. Die Schüler machen sich Sorgen sich um den guten Ruf der Schule und bitten darum, nicht vorschnell zu urteilen. Warum haben wir berichtet?

    Vor Wochen hat uns ein Psychotherapeut informiert, dass sich in seiner Praxis Fälle häuften, wonach Schüler/innen und ehemalige Schüler/innen massiv unter Vorfällen an ihrem Gymnasium litten. Einige haben sich darüber auch bei der Schulleitung beschwert, wollten die Probleme schulintern lösen. Sie fühlten sich mit ihren Beschwerden von den jeweils Verantwortlichen an der Schule aber nicht ernst genommen und haben deshalb den Weg an die Öffentlichkeit gesucht. So haben wir von den Problemen erfahren und zu recherchieren begonnen. Wir haben mit den Betroffenen und weiteren (Ex-)Schülerinnen und -Schülern gesprochen, um uns ein möglichst vollständiges Bild zu machen. Uns wurden Chat-Protokolle sowie ein sehr persönlicher Brief an eine minderjährige Schülerin übergeben. Unsere Informant/innen haben ihre Erlebnisse mit schriftlichen Erklärungen untermauert, die wir vor Gericht an Eides statt vorlegen können.

    Anschließend haben wir wiederholt das Gespräch mit den Verantwortlichen am Albertus-Gymnasium in Lauingen gesucht. Wir haben Eltern und Lehrern gefragt, um ihre - vielleicht eine andere - Sicht auf die Vorwürfe zu bekommen. Unser Wunsch nach einem persönlichen, gerne auch vertraulichen Gespräch wurde von der Schulleiterin leider nicht erfüllt. Gerne hätten wir erfahren, wie sich etwa die Schulleitung oder Vertrauenslehrer die Anschuldigungen erklären können. Seitens der Schule blieb es bei der Stellungnahme, dass man sich "für eine konsequente Aufklärung in dieser Sache einsetzen" wolle.

    Wir sind und waren uns während der ganzen Recherche unserer besonderen Verantwortung bewusst, sind sorgfältig allen Hinweisen nachgegangen, haben Betroffene mit den Vorwürfen konfrontiert, haben ihnen Zeit gelassen, zu reagieren.

    Das vorliegende Material, ein Brief, Chatverläufe und die Schilderungen der ehemaligen Schülerinnen und Schüler sind allerdings von einer derartigen Massivität, dass wir uns entschieden haben zu veröffentlichen.

    Die Fragen, die sich daraus ergeben, sind relevant nicht nur für das Miteinander von Lehrern und Schülern am Albertus-Gymnasium in Lauingen. Die Reaktionen zeigen uns: Viele - Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern - fragen sich: Wie weit dürfen Lehrer zum Beispiel in Chats in sozialen Netzwerken mit Schülerinnen oder Schülern gehen?

    Übrigens: Dass das Klima am Lauinger Albertus-Gymnasium insgesamt gut und der Umgang mit Lehrern familiär ist, räumt auch der Psychotherapeut ein, der sich an uns gewandt hat. Auch das verschweigen wir nicht, Sie können es nachlesen.

    Josef Böck, Leiter BR-Studio Schwaben

    💡 Unser Auftrag: Informieren, sachlich, ausgewogen

    Unser Auftrag ist klar im Gesetz geregelt und durch das Bundesverfassungsgericht eindeutig beschrieben, zuletzt im Juli 2018. Die Verfassungsrichter stellen fest: Wir alle werden im Netz mit Informationen geflutet, Informationen, die das Trennen von Fakten und Meinung, von Inhalt und Werbung immer schwerer machen, weil der Nutzer selbst sortieren muss, welche der vielen Quellen er für glaubwürdig hält - und welche nicht. Deshalb ...

    "... wächst die Bedeutung der dem beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk obliegenden Aufgabe, durch authentische, sorgfältige recherchierte Informationen, die Fakten und Meinungen auseinanderhalten, die Wirklichkeit nicht verzerrt darzustellen und das Sensationelle nicht in den Vordergrund zu rücken, vielmehr ein vielfaltssicherndes und Orientierungshilfe bietendes Gegengewicht zu bilden." Aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts

    +++ Die Nationalität von mutmaßlichen Straftätern nennen?

    (16. Dezember 2019) - Warum haben wir im Fall des in Augsburg getöteten Feuerwehrmannes die Staatsangehörigkeit der Hauptverdächtigen genannt? Warum haben wir sie nicht sofort nach Bekanntwerden des Falles genannt? Kritische Fragen, die uns gestellt wurden. Wir haben uns die Antworten darauf nicht leicht gemacht.

    Zur Frage: Warum nicht sofort? Die Antwort: Weil wir es nicht sicher wussten, weil wir den Fakten verpflichtet sind, verifizierten Fakten! Auch wenn bei "Social Media" "Augenzeugenberichte" kursierten (die sich später als falsch herausstellten) - unsere Aufgabe ist es, die bekannten Fakten zu checken und nur zu veröffentlichen, wenn wir ausreichend sicher sind, dass sie stimmen. Zum Beispiel, weil sie die Polizei bestätigt. Die hatte sich in diesem Fall Zeit genommen, aus guten Gründen: sie wollte die Verdächtigen fassen, die Fahndung nicht gefährden durch verfrühte Veröffentlichungen. Die Fahnder sind deswegen harsch kritisiert worden, mussten einen shitstorm auf Facebook und Twitter aushalten. Wir haben darüber berichtet - und erklärt, warum die Polizei nicht öffentlich gefahndet hat.

    Warum haben wir die Staatsangehörigkeiten genannt, als sie von der Polizei bestätigt wurden? Weil es unserer Ansicht nach im öffentlichen Interesse war, zu erfahren: Es waren: deutsche Staatsbürger, teils mit mehreren Staatsbürgerschaften, ein EU-Bürger. Keine Flüchtlinge, in Deutschland geboren, aber mit Migrationshintergrund. Komplexe Wahrheiten, die keine einfachen Schlüsse erlauben. Wie kann das sein - ein Deutscher mit türkischer und libanesischer Staatsangehörigkeit? Auch das haben wir erklärt, weil auch das zur ganzen Wahrheit gehört. Und: Wir haben in der Redaktion diskutiert, warum wir informiert haben, wie wir informiert haben. Was uns dabei bewegt hat? Die Regeln, die wir uns für solche Fälle gegeben haben, Sie können wir ein par Zeilen weiter nachlesen. Waren wir bei jedem Detail komplett einer Meinung? Nein, waren wir nicht - und haben es öffentlich diskutiert, zum Beispiel im Podcast "1 Thema, 3 Köpfe: Deutscher mit drei Pässen?!? Soll man die Nationalität von Straftätern nennen?", den Sie im BR-Podcast-Center finden.

    Die Nationalität nennen: Unsere Leitplanken

    Wie halten wir es grundsätzlich? Worauf kommt es uns an, wenn es im schnellen Tempo der Nachrichten darauf ankommt, schnell zu entscheiden: Herkunft mutmaßlicher Straftäter nennen - oder nicht? Wir haben das breit, auch kontrovers diskutiert. Ergebnis: Es gibt keine einfachen für alle Fälle geltenden Regeln. Aber: Es gibt Leitplanken, die uns helfen, verantwortungsbewusst zu entscheiden: Nichts Wichtiges wegzulassen und trotzdem keine Vorurteile zu schüren.

    Grundlage auch für uns ist der Pressekodex des Deutschen Presserates, ein eingetragener Verein, in dem sich zwei Verleger- und zwei Journalisten-Organisationen zusammengetan haben, um über die Standards unserer Journalisten-Branche zu wachen. Ein Gremium der freiwilligen Selbstkontrolle, das seine "Richtline 12.1. - Berichterstattung über Straftaten" nach den sexuellen Übergriffen auf der Kölner Domplatte während der Silvesternacht 2015/2016 neu formuliert hat:

    In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

    Nach der Silvesternacht 2015/2016 bestand "ein begründetes öffentliches Interesse" zu erfahren, dass die mutmaßlichen Straftäter fast ausschließlich junge Männer aus Nordafrika waren. In anderen Fällen ist das anders. Immer gilt: Wir müssen jeden Einzelfall neu diskutieren.

    Weil wir öffentlich-rechtlich sind, fühlen wir uns in besonderer Verantwortung. Wir wollen "individuelles Fehlverhalten" (Pressekodex) nicht "diskriminierend" verallgemeinern. Wir sind aber gleichzeitig der Meinung, dass Sie als mündiger Bürger das recht haben, von uns umfassend informiert zu sein. Deshalb verallgemeinern wir nichts, unterschlagen aber auch nichts, das helfen könnte, den Fall besser zu beurteilen. Dazu kann gehören, die Nationalität, die Religion, die Herkunft des mutmaßlichen Täters zu nennen - oder auch nicht. Dazu gehört, die Tat einzuordnen, zum Beispiel mit Hilfe der Kriminalitäts-Statistik. Auch Nicht-Berichterstattung muss begründbar sein.

    Für die tägliche Arbeit im Nachrichtengeschäft gibt es ein paar Leitfragen (für die Redaktion aufgeschrieben von den Kollegen des NDR), die uns helfen:

    • Wann berichten wir? Würden wir über die Tat auch berichten, wenn der Verdächtige keinen ausländischen Hintergrund hat?
    • Wann nennen wir die Nationalität? Ist es wichtig, zu wissen, dass der Täter Flüchtling ist? Um die Tat besser zu verstehen? Oder spielt es keine Rolle? Hat die Tat eine politische Diskussion ausgelöst, die über den Einzelfall hinausweist? Gibt es deshalb ein "besonderes öffentliches Interesse", Nationalität, Religion oder Migrationsstatus zu kennen?
    • Wann berichten wir nicht? Gibt es ein tatsächliches Interesse am Fall? Oder geht es eher um Sensationsberichterstattung, bei der wir nicht mitgehen wollen?

    Jetzt kennen Sie unseren Kurs. Ihre Meinung? Gerne in den Kommentaren (unten) oder an: feedback@br24.de

    +++ "Offene Kassen" und die neue Bonpflicht

    (5. Januar 2020) - Seit dem 1. Januar müssen Händler einen Bon ausgeben. Das hat uns bereits zum Jahreswechsel in einem Faktencheck beschäftigt. Auf BR24-Facebook kam dann gleich noch eine interessante Diskussion dazu: Die Bon-Regelung gilt nämlich nur für elektronische Kassen und nicht für die sogenannten offenen Kassen. Diese werden teils noch auf Jahrmärkten oder auch auf dem Münchner Viktualienmarkt genutzt: Kassen oder Schubladen aus Holz, Blech oder Plastik, mit denen die Einnahmen nicht digital erfasst werden. Die Händler müssen hier lediglich am Ende des Tages abrechnen und die Tageseinnahmen festhalten (Paragraph 146 der Abgabenordnung). In einem Filmbeitrag wurde das nicht explizit erklärt und festgehalten - was für Diskussionen auf BR24 Facebook sorgte, wo wir den Beitrag geteilt hatten. Danke an unsere User, die das sofort bemerkt und uns informiert haben!

    Fehler entdeckt? Wo? Mailen Sie's uns: feedback@br24.de

    +++ Namen müssen stimmen

    (4. Januar 2020) - Keine Diskussion, auch wenn das Rechtschreibprogramm stur etwas anderes behauptet, weil es bei "Strohm" an Spannung denkt - und deshalb "Strom" schreibt. Der evangelische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschlands (EKD) heißt Heinrich Bedford-Strohm - das wissen wir, schreiben es eigentlich immer richtig - und jetzt auch in diesem Artikel. Danke für den schnellen Hinweis! Und noch ein falscher Name hat sich zum Start ins neue Jahr eingeschlichen: Nicht Luise sondern Ilse Neubauer heißt die Schauspielerin, die gemeinsam mit der großartigen Veronika Fitz in der BR-Serie "Die Hausmeisterin" spielte. Auch hier konnten wir schnell korrigieren: Danke für den Hinweis.

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    💡 Qualitätsjournalismus - was wir darunter verstehen

    Das Bundesverfassungsgericht stellt hohe Ansprüche an uns, denen wir auch im Nachrichtenalltag gerecht werden wollen. Wir richten uns nach klaren Qualitätsstandards, auch wenn es schnell gehen muss.

    Nachrichten, vor allem "Breaking News": Nie ohne zwei zuverlässige Quellen. Was "raus" geht bei BR24 haben immer mindestens vier Augen gesehen - und geprüft. Wir machen unsere Quellen transparent, verlinken auf Studien, aus denen wir zitieren, auch wenn wir der Meinung sind "stimmt so" - Sie sollen selbst prüfen und sich Ihre eigene Meinung bilden können. Nachricht und Kommentar trennen wir strikt - und deutlich sichtbar. Wir informieren ausgewogen: So sieht es die eine Seite, so die andere.

    +++ Falsches Bild von Fritz von Weizsäcker

    (20. November 2019) - Im Artikel über die Ermordung von Fritz von Weizsäcker, Sohn des Ex-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, haben wir zunächst ein Foto verwendet, das nicht ihn, sondern einen bekannten Berliner Lichtdesigner zeigt, der ihm entfernt ähnlich sieht. Das Bild war falsch beschriftet. Auch andere Medien haben es nach Bekanntwerden der tragischen Nachricht zunächst veröffentlicht. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

    💡 NewsGuard: Vertrauensbeweis für BR24!

    (10. Juni 2019) - Wir freuen uns, über viele grüne NewsGuard-Häkchen, die bedeuten: BR24 können Sie vertrauen. BR24.de und br.de erfüllen „alle grundlegenden Anforderungen an Glaubwürdigkeit und Transparenz“, bescheinigt uns „NewsGuard“, ein Start-Up nach US-Vorbild, das sich in der Debatte um Fake-News als „Wächter der Glaubwürdigkeit“ versteht.

    „NewsGuard“ hat alle wichtigen deutschen Online-Nachrichten-Angebote gecheckt. Das Ergebnis für BR24: Wir haben uns alle grünen Häkchen verdient, die das NewsGuard-Glaubwürdigkeits-Siegel hergibt: Höchste Punktzahl. Ein eindeutiger Vertrauensbeweis – Vertrauen allerdings, das wir uns immer wieder neu erarbeiten müssen.

    „NewsGuard“ prüft regelmäßig nach, ob wir dranbleiben, ob wir die Kriterien weiter erfüllen. In Sachen Glaubwürdigkeit: „Klare Unterscheidung zwischen Nachricht und Meinung“, aber eben auch: Ehrliche Korrekturen. Machen wir - an dieser Stelle. In Sachen Transparenz: Machen wir auch. Wir informieren, wer bei BR24 schreibt, mit welcher Expertise. Wir wollen "Gesicht zeigen", die Expert/innen des BR stehen für Qualität - die können was und wissen viel. Und natürlich sind wir immer für Sie erreichbar: feedback@br24.de

    +++ Resistente Keime und die Rolle der Tiermast

    (23. Oktober 2019) - In einem #FragBR24 Video über die Gefahren resistenter Keime haben wir durch eine Formulierung den Eindruck erweckt, als würden Nutztiere zur Mast weiter routinemäßig leistungsfördernde Antibiotika erhalten. Das ist jedoch seit längerem verboten. Richtig ist, dass kranke Tiere behandelt werden und Puten beispielsweise sowie Hühner in der Tat häufig Antibiotika erhalten.

    +++ Verbot von Luftballons?

    (12. September 2019) - Auch auf BR24 Facebook wird das Thema sehr lebhaft diskutiert: Soll man bei allen größeren und kleinen Festen gasgefüllte Luftballons in den Himmel steigen lassen? Auch wenn Vögel und andere Wildtiere die Fetzen dann fressen und die Natur leidet? Die Frage ist berechtigt - falsch war die Behauptung, die Grünen hätten ein generelles Verbot von Luftballons gefordert. Wir haben unsere Schlagzeile - die sich auf einer Agenturmeldung stützte - korrigiert. Richtig ist, dass grüne Politiker eine Diskussion darüber angestoßen haben, ob man bei jeder Gelegenheit solche gasgefüllten Luftballons steigen lassen sollte.

    +++ Nur eine Legende? Kasse zahlt Omas Medizin nicht?!

    (13. Juni 2019) - Es war ein BR24-Thema, das "das Netz bewegt" hat: Altersarmut bei Frauen. Bayernweit recherchiert, die Ursachen, was Frauen dagegen tun können. Information und konstruktive Lebenshilfe. Wir haben viel Lob dafür bekommen, viel Echo im Netz. Eine Userin schrieb uns eine besonders traurige Geschichte:

    "In der Apotheke stand eine ältere Dame und fragte, ob sie das verschriebene Medikament (60€) in Raten abzahlen kann, sie hatte ein Privatrezept erhalten, weil die Kasse die Kosten nicht mehr übernimmt. Sie habe sonst kein Geld mehr für den Monat zum Leben." Userin Realistin1 auf BR24.de

    Wir haben das veröffentlicht, jeder kennt jemanden, der so eine ähnliche Geschichte schon mal gehört hat - muss also stimmen. Wirklich? Obwohl die Geschichte jeder kennt, kennen wir niemanden, der jemanden kennt, der sie selbst erlebt hat. Unser Gesundheitsexperte Nikolaus Nützel allerdings kannte das Problem: Wir sind offenbar einer "Urban Legend" aufgesessen, unglaublich, aber deswegen noch lange nicht wahr. Gern verbreitet und von interessierter Seite auch missbraucht für unlautere Zwecke: Sozialstaats-Bashing. Gut, dass wir Experten wie den Kollegen Nützel haben, aus der BR-Redaktion Wirtschaft und Soziales. Er hat erklärt, wie es wirklich ist, dass medizinisch notwendige Medikamente von der Kasse weiter bezahlt werden. Wir konnten also geraderücken, was korrekt zitiert, aber inhaltlich nicht richtig war. Richtig ist, was uns Nützel danach in einem Artikel der Rubrik #Faktenfuchs schreibt. Seine Antwort ist differenziert: Die Kassen zahlen. Tatsache ist allerdings auch, dass die Selbstbeteiligung der Patienten an Arzneien in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Hier die ausführliche Antwort auf die Frage: "Zahlen Krankenkassen notwendige Medikamente nicht mehr?"

    Ist Ihnen etwas aufgefallen, das wir nochmal prüfen sollten? Schreiben Sie's uns: feedback@br24.de

    +++ Kohlenstoffdioxid oder Kohlenstoff?

    (23. Juli 2019) - In einem #Faktenfuchs zur Frage, wie menschengemachtes CO2 den Klimawandel beeinflusst, verwechselten wir in einem Absatz CO2 mit C (Kohlenstoff). In der verlinkten Quelle stand es richtig. Ein BR24-Nutzer hat's bemerkt. Danke! Wir haben es korrigiert.

    +++ Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate bei Kälbern in der Viehzucht?

    (19. Juli 2019) - "Rund 14 Prozent" aller Kälber sterben "normalerweise" während der Aufzucht, stand in unserem Artikel über die Antwort der Bayerischen Staatsregierung auf Anfragen der SPD-Landtagsfraktion. Wir haben diese Zahl wenig später nach unten korrigiert, auf "rund 10 Prozent". Die Zahlen sollen helfen, zu vergleichen. In den Ställen des Allgäuer Kälber-Züchter, der Anlass des beschriebenen Skandals ist, sind in den letzten beiden Jahren jeweils ein Viertel (25 Prozent) aller Tiere verendet.

    14 Prozent tote Kälber im "Normalbetrieb"? Oder doch "nur" 10 Prozent? Beide Zahlen haben viele erstaunt und oft auch empört. Was stimmt? Richtiger - weil aktueller - ist die Zahl 10 Prozent. Sie steht im Milchreport der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft 2017. "14 Prozent" ist die ältere Zahl, ebenfalls von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft veröffentlicht, in ihrer Schriftenreihe aus dem Jahr 2005 (In der Einleitung: "Die Mortalitätsrate der in Bayern neu geborenen Kälber liegt derzeit bei mehr als 14% mit steigender Tendenz"). Basis der Prognose - "steigend" hat sich erfreulicherweise nicht bestätigt - waren die Zahlen der Jahre 1999 bis 2004. Als wir die neuere Studie recherchiert hatten, haben wir die neuen Zahlen auf Basis der "Mortalitätsraten" Jahre 2010 bis 2017 verwendet.

    +++ Prozent? Promille!

    (28. Juni 2019) - Im Artikel "Ewiger Verkehrsstreit mit Tirol" ging es auch darum, was die Bahnstrecke für den Brenner-Nordzulauf den Lokomotiven der Güterzüge zumutet: "Die Züge sollen (...) auf einer maximalen Steigung von 12,5 Prozent fahren können", haben wir in der allerersten Version des Artikels geschrieben. Das schafft kein Zug. Nüchtern betrachtet ist uns da die Promillegrenze schwer verrutscht. Richtig ist: "12,5 Promille". Danke an Herrn E. aus Puchheim. Ihm ist es aufgefallen.

    +++ Wie „schwer“ sind „leichte Motorräder“?

    (22. Juni 2019) - Christian (@thinkdiff83) macht uns auf Twitter aufmerksam, die Älteren in der BR24-Redaktion („3er"-Führerschein vor 1980 gemacht) haben es auch gemerkt: Wir hatten ein irreführendes Foto beim Artikel, in dem es um den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ging, Autofahrern künftig das Führen von leichten Motorrädern ohne zusätzlichen Führerschein zu erlauben, nur mit dem Führerschein Klasse B. Wir hatten eine schwere Maschine gezeigt, mindestens 800 Kubik – für die auch künftig ein Motorrad-Führerschein Pflicht bleibt. „Leichte Motorräder“ aber heißt: „125er“ mit maximal 15 PS. Mit dem alten Autoführerschein (damals: 3er-Führerschein) darf man diese Motorräder - oft sind es Motorroller - bis heute fahren. Scheuer will das jetzt auch Jüngeren erlauben. Wir haben die Fotos ausgetauscht. Jetzt fährt da eine 125er durchs Bild.

    +++ Grenzkontrollen rechtswidrig? Noch ungeklärt!

    (23. Mai 2019) - Bayerns Grenzkontrollen verstoßen gegen EU- und Verfassungsrecht, hat Henrike Hahn als Grünen-Kandidatin für die Europawahl gesagt, in der BR-Wahlarena am 22. Mai 2019. Ähnlich wie der FDP-Kandidat Phil Hackemann in der ersten BR-Wahlarena in Passau. Wir haben das geprüft, im BR24-#faktenfuchs.

    "Grenzschutz ist Bundessache" haben wir in der ersten Version korrekt zitiert, und zwar ein Gutachten der Staatsrechtler Prof. Thorsten Kingreen (Universität Regensburg) und Prof. Sophie Schönberger (Düsseldorf). Das Gutachten ist für die Grünen im Bayerischen Landtag Grundlage für eine Klage vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof. Das Urteil steht noch aus.

    Deshalb ist die Frage noch nicht in letzter Instanz geklärt, ob bayerische Polizisten an der bayerisch-österreichischen Grenz auch künftig so kontrollieren dürfen wie im Moment. Seit letztem Sommer berufen sie sich auf eine Absprache der zuständigen Behörden mit dem Ziel, alle geltenden Gesetze ausreichend zu berücksichtigen. In dieser Vereinbarung steht: "Eine Grenzkontrolle in diesem Zusammenhang kann auf Anforderung oder mit Zustimmung der Bundespolizei auch durch die Bayerische Polizei erfolgen. Die Durchführung dieser Grenzkontrollen erfolgt eigenständig, nach den Maßgaben der Bundespolizei."

    Die Sache ist also nicht so klar, wie wir es in unserer ersten Einschätzung wiedergegeben haben. Wir haben das ergänzt und geben damit alle Ansichten korrekt wieder. Während FDP und GRÜNE die momentane Praxis für rechtswidrig halten, hält sie die CSU für rechtens. Entscheiden, wer Recht bekommt, wird der Bayerische Verfassungsgerichtshof.

    +++ Knapp daneben: Fulda bleibt in Hessen!

    (29. April 2019) - Im Artikel "Wie andere Bundesländer gegen Lichtverschmutzung vorgehen" haben wir Fulda in die nicht mehr so ganz "neuen Bundesländer" verlegt, nach Thüringen und damit kurz zur "ostdeutschen Stadt" gemacht. Wenige Kilometer, die aber einen Unterschied machen. Fulda ist, war und bleibt hessisch, auch bei BR24. Versprochen.