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Trauma: Superspreader | BR24

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Trauma: Superspreader

"Als Superspreader zu gelten ist ein absolutes Trauma" – schreibt uns Maja auf Youtube. Sie trifft damit wohl eine Ur-Angst in der Corona-Pandemie. Viele Infektionen verlaufen harmlos oder gar symptomlos – was, wenn ich viele Menschen anstecke?

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+++ Trauma Superspreader

(15. September 2020) Die Nase fühlt sich irgendwie "zu" an, der Kopf schmerzt: Alltagsbeschwerden, die in der Pandemie eine quälende Gedankenspirale in Gang setzen können. Bin ich womöglich prä- oder asymptomatisch? Brüte ich den Coronavirus aus? Soll ich die Einladung lieber absagen? Was, wenn ich mich nicht sofort testen lasse und dann über Tage hinweg mehrere Menschen anstecke und als "Superspreader" in den Fokus meiner Familie, Firma oder gar - wie die amerikanische Urlauberin in Garmisch-Partenkirchen - ins Blickfeld einer großen Öffentlichkeit gerate? Wenn sich dann hunderte in den Kommentarspalten aufregen und mein Verhalten verurteilen? Die juristischen Fragen haben wir versucht, in einem Faktenfuchs zu klären. Die Unsicherheit bei dem Thema geht aber viel tiefer.

In der BR24-Redaktion haben wir viel diskutiert und waren uns einig, vorsichtig umzugehen mit dem Begriff "Superspreader". Ja, das Phänomen ist Teil der Berichterstattung über das komplexe Infektionsgeschehen. Gefahren dürfen - auch sprachlich – nicht verharmlos oder beschönigt werden. Aber soweit möglich sollten wir immer genau erklären, um was es geht: Wir schreiben deshalb beispielsweise diese hervorgehobenen Erklärtexte in unseren Artikeln - die mit der vorangestellten Glühbirne 💡. Aber jenseits der Fakten muss klar sein: Es ist eine Krankheit. Ein Virus entzieht sich einer vollständigen Kontrolle – jeder von uns kann zum Überträger werden und andere anstecken. Das ist nur in seltensten Fällen "schuldhaft". Es geht darum, wachsam zu bleiben, die Gefahren genau zu benennen und das jeweils Mögliche tun, um Risiken zu verringern. Es geht nicht darum, unsere Mitmenschen zu verurteilen, sie auszugrenzen oder gar zu verhetzen.

Was haben Sie für Erfahrungen gemacht mit dem Coronavirus? Waren sie infiziert und haben womöglich andere angesteckt? Welche Tipps können sie uns geben für so eine Situation? Schreiben Sie mir gerne!

+++ Zahlen-Fehler rund um Sieben-Tage-Inzidenz +++

Wir haben in ersten Berichten aus der Region fälschlich geschrieben, dass sich im Landkreis Garmisch-Partenkirchen die Zahl der Neuinfektionen auf 54 erhöht habe. Richtig war jedoch: Insgesamt hat es bis Samstag (12. September 2020) 37 Neuinfektionen dort gegeben. Die Sieben-Tage-Inzidenz (!) lag bei 54 und damit über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner in sieben Tagen.

+++ Typisch ..? Wann wir die Nationalität von Straftätern nennen

(7. Juli 2020) - Jeder Fall ist anders. Und immer wieder diskutieren wir: Nennen wir die Nationalität von Straftätern - oder nicht? Warum nennen wir sie - und warum nicht. Sie sollen wissen, warum wir wie entscheiden - zum Beispiel im jüngsten Fall in Obergünzburg. "Bluttat bei Obergünzburg: Frau in Bus erstochen" - BR24 hat berichtet - und nennt die Herkunft des Täters (und des Opfers) in diesem Fall nicht. Warum? Weil - so weit wir bis jetzt wissen - die Nationalität nicht ursächlich für die Tat war. Ein Mann sticht auf seine Ehefrau ein, sie stirbt später an den Folgen der schweren Verletzung. Die Tat: Öffentlich in einem Schulbus begangen, Aufsehen erregend. Der Polizeibericht und manche Medien nennen die Nationalität des Paares, des Täters und seines Opfers, andere nicht. Wobei hier nicht das oft unterstellte Schema greift: Es gibt sogenannte "Boulevard"-Plattformen, die in diesem Fall auf die Nennung der Nationalität verzichten, es gibt anerkannt seriös-zurückhaltende Plattformen, die die Herkunft nennen.

Auch wir haben diskutiert und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. In einer allerersten kurzen Meldung hatten wir die Nationalität kurz am Ende erwähnt - und haben sie wieder gestrichen. Warum? Weil wir über die Tat in jedem Fall berichtet hätten, ohne Ansehen der Nationalität. Weil wir in diesem Fall meinen, die Nationalität des Täters, des Opfers ist nicht Ursache der Tat (nach den uns vorliegenden Informationen). Weil wir daraus schlussfolgern: Es besteht aus unserer Sicht kein berechtigtes öffentliches Interesse an der Nennung der Nationalität.

Es gab Gegenargumente. Die Öffentlichkeit der Tat - im Schulbus. Die Augenzeugen - Schulkinder darunter. Wir haben abgewogen. Hätten wir den Eindruck, der Täter habe bewusst den Bus als Tatort gewählt, um seiner Tat größtmögliche öffentliche Wirkung zu geben (wie wir das von terroristisch motivierten Straftaten kennen), hätten wir anders entschieden. Wären wir der Meinung, aufgrund der vorliegenden Fakten, dass die Herkunft des Täters dabei entscheidend gewesen wäre, würden wir die Herkunft ebenfalls nennen.

Gestützt wird diese Argumentation auch von Expertinnen wie der Fachanwältin für Straf- und Familienrecht Christina Clemm. Im Bayern 2-Interview sagt sie, Nationalität, soziale Herkunft oder besondere Gruppenzugehörigkeit seien nicht entscheidend, um solche Tötungsdelikte zu erklären: "Es gibt (...) keine kulturelle Neigung zu Tötungsdelikten. Das Problem ist die patriarchale Struktur und nicht die Herkunft." Der Fachbegriff heißt "Femizid", ein Mann tötet (s)eine Frau, aus Eifersucht, aus übersteigertem Besitzanspruch. Im Polizeibericht steht dann oft "Beziehungstat".

Wir werden am Fall dranbleiben. Sollten wir, wenn wir mehr Informationen haben, zu anderen Schlüssen kommen, werden wir anders entscheiden. Und Sie hier darüber informieren.

Grundsätzlich? Müssen, wollen und werden wir jeden Fall genau anschauen - und jedes Mal neu entscheiden. Nach den Leitplanken, an die wir uns halten:

Die Nationalität nennen: Unsere Leitplanken

(30. Januar 2018) - Wie halten wir es grundsätzlich? Worauf kommt es uns an, wenn es im schnellen Tempo der Nachrichten darauf ankommt, schnell zu entscheiden: Herkunft mutmaßlicher Straftäter nennen - oder nicht? Wir haben das breit, auch kontrovers diskutiert. Ergebnis: Es gibt keine einfachen für alle Fälle geltenden Regeln. Aber: Es gibt Leitplanken, die uns helfen, verantwortungsbewusst zu entscheiden: Nichts Wichtiges wegzulassen und trotzdem keine Vorurteile zu schüren.

Grundlage auch für uns ist der Pressekodex des Deutschen Presserates, ein eingetragener Verein, in dem sich zwei Verleger- und zwei Journalisten-Organisationen zusammengetan haben, um über die Standards unserer Journalisten-Branche zu wachen. Ein Gremium der freiwilligen Selbstkontrolle, das seine "Richtline 12.1. - Berichterstattung über Straftaten" nach den sexuellen Übergriffen auf der Kölner Domplatte während der Silvesternacht 2015/2016 neu formuliert hat:

In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Nach der Silvesternacht 2015/2016 bestand "ein begründetes öffentliches Interesse" zu erfahren, dass die mutmaßlichen Straftäter fast ausschließlich junge Männer aus Nordafrika waren. In anderen Fällen ist das anders. Immer gilt: Wir müssen jeden Einzelfall neu diskutieren.

Weil wir öffentlich-rechtlich sind, fühlen wir uns in besonderer Verantwortung. Wir wollen "individuelles Fehlverhalten" (Pressekodex) nicht "diskriminierend" verallgemeinern. Wir sind aber gleichzeitig der Meinung, dass Sie als mündiger Bürger das recht haben, von uns umfassend informiert zu sein. Deshalb verallgemeinern wir nichts, unterschlagen aber auch nichts, das helfen könnte, den Fall besser zu beurteilen. Dazu kann gehören, die Nationalität, die Religion, die Herkunft des mutmaßlichen Täters zu nennen - oder auch nicht. Dazu gehört, die Tat einzuordnen, zum Beispiel mit Hilfe der Kriminalitäts-Statistik. Auch Nicht-Berichterstattung muss begründbar sein.

Für die tägliche Arbeit im Nachrichtengeschäft gibt es ein paar Leitfragen (für die Redaktion aufgeschrieben von den Kollegen des NDR), die uns helfen:

  • Wann berichten wir? Würden wir über die Tat auch berichten, wenn der Verdächtige keinen ausländischen Hintergrund hat?
  • Wann nennen wir die Nationalität? Ist es wichtig, zu wissen, dass der Täter Flüchtling ist? Um die Tat besser zu verstehen? Oder spielt es keine Rolle? Hat die Tat eine politische Diskussion ausgelöst, die über den Einzelfall hinausweist? Gibt es deshalb ein "besonderes öffentliches Interesse", Nationalität, Religion oder Migrationsstatus zu kennen?
  • Wann berichten wir nicht? Gibt es ein tatsächliches Interesse am Fall? Oder geht es eher um Sensationsberichterstattung, bei der wir nicht mitgehen wollen?

+++ #Satzzeichen retten Sommerurlaub

(13. April 2020) - "Satzzeichen können Leben retten", sagt der Opa zum Enkel, der ihm schrieb: "Komm wir essen jetzt Opa". Dem Enkel kann man Komma-Setzung beibringen. Aber BR24?

Karl Freller, der Vizepräsident des Bayerischen Landtags, ist einer der ersten, der die Schlagzeile "Kommissionspräsidentin rät ab jetzt Sommerurlaub zu buchen" bei BR24 liest. Der frühere Lehrer und Journalist twittert um kurz vor 10 Uhr fröhlich: "Und wo setzt man jetzt das Komma lieber BR???" Günter Klein, Sportreporter beim Münchner Merkur, erkennt sofort, dass auch Freller nicht ganz komma-sicher ist. Er antwortet ihm auf Twitter: "Zwischen 'Komma' und 'lieber'". So ergab es sich am Ostersonntag zur Coronakrise, dass viele nicht auf Autobahnen im Stau standen, sondern Muße hatten, Lehrreiches, Erbauliches und auch Kritisches zu retweeten und zu twittern rund um das Thema Rechtschreibung bei BR24. Da jubelten nicht nur die Deutschlehrer, da freuten sich einfach alle - denn "Wer kennt es nicht, das Komma?"

Natürlich kennt man das Komma auch am Rundfunkplatz beim Münchner Hauptbahnhof. Dort werden die Nachrichten für alle Hörfunkwellen des BR geschrieben. Rund um die Uhr wird über diese Werkstatt auch BR24 mit topaktuellen Kurz-Nachrichten versorgt. So kam die Schlagzeile ohne Komma schnell ins Netz. Im Radio kein Problem, der Sprecher spricht ein Komma einfach mit, auch wenn es fehlt. Aber was tun mit dem Text im Netz? Nur die aktuellsten Top-News können bearbeitet werden. Was ins "Nachrichtenarchiv" rutscht via Radio, ist auch gegen nachträgliche Komma-Korrekturen erst einmal immun. An Ostern auch tagelang. Die Meldung wurde aber mittlerweile ausnahmsweise restauriert. Zu hören war das fehlende Komma am Ostersonntag eh nicht. Auch, weil die Schlagzeile fürs Netz im Radio gar nicht vorgelesen wird.

© BR24

So klang die Meldung mit dem fehlenden Komma in den 7-Uhr-Nachrichten auf B5 aktuell.

Kommafehler entdeckt? Würde mich nicht wundern, denn auch ich habe jahrelang "fürs Sprechen" geschrieben: Für B5 aktuell und fürs Bayerische Fernsehen.

Gudrun Riedl, stellvertretende Leiterin BR24

+++ Wenn sich alles ändert – Arbeiten in der Coronakrise

(23. März 2020) - Kein Handgriff sitzt wie vorher. Auch digitale Sitzungen sind gefühlt immer fünf Minuten zu früh und voller Stör-Momente (Warum sehe ich nichts?! Kannst Du Dein Mikro stumm schalten?) Und: Die Arbeit geht zäh von der Hand, als kämpfe man gegen einen Widerstand. Sie, unsere Nutzer, sollen davon eigentlich gar nichts mitbekommen.

Der große, lebhafte Newsroom in München Freimann, den wir uns in normalen Zeiten teilen mit vielen Kollegen anderer aktueller Redaktionen und Einheiten, ist mittlerweile so leer wie sonst nur an Heilig Abend. Aber: Ein paar Kolleg/-innen vor Ort braucht es auch jetzt noch. Denn hier laufen wichtige Leitungen zusammen, kreuzen sich Info-Schienen, auf die wir auch in Krisenzeiten nicht verzichten können.

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BR24-Sitzung im Homeoffice

© BR24/Riedl

Plötzlich still und leer: Im Newsroom von BR24

Daheim mussten sich viele einen Arbeitsplatz erst erkämpfen – der PC gehört jetzt der Mama oder dem Papa. Dafür kreuzen jetzt auch Kinder, Partner und Haustiere in BR24-Sitzungen auf. Schwieriger ist es für alle, die unterwegs arbeiten: Jetzt, wo wichtige und verlässliche und geprüfte Informationen so hilfreich und wichtig sind, heißt das Thema Nummer 1: Abstand halten, mindestens zwei Meter. Vorsicht – jeden Kontakt schützen und so gut es geht auch sich selbst. Wo immer möglich müssen Kommunikation, Recherche und Aufnahme "virenfrei = digital" laufen.

Keine Abstriche machen die Kollegen bei der der Tonqualität. Radioproduktionen daheim dürfen sich auch jetzt nicht anhören wie aus dem Abstellraum - dann lieber "undercover", wie es Reporter Andreas Wenleder vormacht.

Dabei möchten wir all denen danken, die uns jetzt stündlich über die BR24 App, im Web oder auf Social Media Plattformen neue Fragen und Informationen zur Entwicklung in Bayern schicken. Auch wenn wir nicht immer zeitnah antworten können: Wir gehen allem nach und sind sehr dankbar für Ihre Hinweise. Sie gehen in unsere Recherchen ein, schärfen unseren Blick auf die Krise oder sind oft einfach nur hilfreich.

Dankbar sind wir auch einmal mehr unseren Partnern hier im Haus. Mit Bayern 1 laden wir täglich den Podcast "Corona in Bayern" ins Netz, beim neuen mehrsprachigen Corona News-Ticker bilden wir mit Bayern 2 ein Team. Mit vielen anderen arbeiten wir schon immer im Team: B5 aktuell und Rundschau - um nur die engsten Partner zu nennen.

Wie gefallen Ihnen die neuen Angebote? Haben Sie Tipps fürs Arbeiten im Home-Office? Schreiben Sie mir!

Gudrun Riedl, stellvertretende Leiterin BR24

+++ Coronavirus: "Die Medien sind schuld"

(10. März 2020) - Das Coronavirus beherrscht längst unseren Alltag in Bayern. Sei es, dass wir direkt betroffen sind, weil Angehörige in Quarantäne müssen, oder weil wir täglich im Supermarkt an teils leeren Regalen vorbeigehen. Das Thema ist allgegenwärtig, sorgt bei vielen für Angst, bei manchen aber auch für Ärger und Wut.

Wer trägt Schuld daran? Das ist die Frage, die viele umtreibt. Der User "Elektrofreak" macht auf Youtube "die Medien" verantwortlich: "Ohne die Medien-Hysterie wäre das Virus nicht einmal jemandem aufgefallen" schreibt er auf BR24 Youtube unter einem Video, das Informationen der Behörden und Recherchen in den Regionen Bayerns zusammenfasst. Wir hören und lesen das häufig: Das Virus sei ja gar nicht so schlimm, erst die Berichterstattung schaffe ein Klima der Angst und der Übertreibung. Die Kritik wird geäußert, obwohl die Ausbreitung des Coronavirus in einem Land begann, das keine freie Berichterstattung kennt, das es zuerst mit Verschweigen und Untertreiben versucht hat: China.

Es gibt aber auch die genau entgegengesetzte Argumentation: Medien würden die Gefahr verharmlosen. Stefan K. beispielsweise schreibt unter einer Video-Zeitreise zur Kubakrise, auch damals kam es zu Hamsterkäufen: "Die Medien wurden damals schon als Beruhigungspille fürs Volk missbraucht."

Wie berichten wir bei BR24? Wir setzen uns täglich kritisch mit allen Aspekten auseinander und lesen natürlich Ihre Kommentare. Unser Ziel: So viele Informationen wie möglich und notwendig, Fakten checken, Übersicht schaffen für Sie, für die Menschen in Bayern.

Auch die Form der Darstellung ist wichtig. Warum haben wir beispielsweise einen Ticker im Angebot, der die neuesten Informationen bündelt? Hier zeigt die Erfahrung: Unser Nutzer/-innen wollen sich die Informationen nicht zusammensuchen, ein Ticker bietet die Möglichkeit, sich selbst nach Bedarf und persönlichem Zeitbudget auf Stand zu bringen. Aber auch hier gilt: Konzentration auf das Wichtigste, auf Aufklärung und Augenmaß.

Was wir aber auch wahrnehmen: Es sind die ganz alltäglichen Fragen, die umtreiben. Soll ich einen Vorrat anlegen? Welche Hygiene-Maßnahmen sind sinnvoll? Auch diese Informationen bündeln wir.

Was meinen Sie? Wo können wir etwas besser machen? Schreiben Sie mir!

Gudrun Riedl, stellvertretende Leiterin BR24

💡 Worüber wir in der Redaktion diskutieren

Sie sollen wissen, worüber wir in der Redaktion diskutieren, wie wir auf Ihre Kritik, Ihr Lob, Ihre Fragen reagieren. Auf Fragen, warum wir über etwas berichten - und wie wir berichten. Zum Beispiel über alles, was mit dem Coronavirus zu tun hat. Die Folgen, die Gefahren. Wie Informieren wir am besten, sachlich und ohne Panik zu schüren. Gründlich und ohne zu Verharmlosen.

Wolfgang Vichtl. BR24. Redaktionsleiter

Ihre Meinung interessiert uns. Haben Sie Fragen, Anmerkungen, Kritik? feedback@br24.de

+++ Warum wir über die Vorgänge am Gymnasium Lauingen berichten

(27. Januar 2020) - In einem Brief haben Oberstufenschüler des Albertus-Gymnasiums in Lauingen die Berichterstattung des Bayerischen Rundfunks über Grenzüberschreitungen durch Lehrer kritisiert. Sie sagen, die Meinung einzelner Schüler könne nicht stellvertretend als Meinung der ganzen Schule dargestellt werden. Die Schüler machen sich Sorgen sich um den guten Ruf der Schule und bitten darum, nicht vorschnell zu urteilen. Warum haben wir berichtet?

Vor Wochen hat uns ein Psychotherapeut informiert, dass sich in seiner Praxis Fälle häuften, wonach Schüler/innen und ehemalige Schüler/innen massiv unter Vorfällen an ihrem Gymnasium litten. Einige haben sich darüber auch bei der Schulleitung beschwert, wollten die Probleme schulintern lösen. Sie fühlten sich mit ihren Beschwerden von den jeweils Verantwortlichen an der Schule aber nicht ernst genommen und haben deshalb den Weg an die Öffentlichkeit gesucht. So haben wir von den Problemen erfahren und zu recherchieren begonnen. Wir haben mit den Betroffenen und weiteren (Ex-)Schülerinnen und -Schülern gesprochen, um uns ein möglichst vollständiges Bild zu machen. Uns wurden Chat-Protokolle sowie ein sehr persönlicher Brief an eine minderjährige Schülerin übergeben. Unsere Informant/innen haben ihre Erlebnisse mit schriftlichen Erklärungen untermauert, die wir vor Gericht an Eides statt vorlegen können.

Anschließend haben wir wiederholt das Gespräch mit den Verantwortlichen am Albertus-Gymnasium in Lauingen gesucht. Wir haben Eltern und Lehrern gefragt, um ihre - vielleicht eine andere - Sicht auf die Vorwürfe zu bekommen. Unser Wunsch nach einem persönlichen, gerne auch vertraulichen Gespräch wurde von der Schulleiterin leider nicht erfüllt. Gerne hätten wir erfahren, wie sich etwa die Schulleitung oder Vertrauenslehrer die Anschuldigungen erklären können. Seitens der Schule blieb es bei der Stellungnahme, dass man sich "für eine konsequente Aufklärung in dieser Sache einsetzen" wolle.

Wir sind und waren uns während der ganzen Recherche unserer besonderen Verantwortung bewusst, sind sorgfältig allen Hinweisen nachgegangen, haben Betroffene mit den Vorwürfen konfrontiert, haben ihnen Zeit gelassen, zu reagieren.

Das vorliegende Material, ein Brief, Chatverläufe und die Schilderungen der ehemaligen Schülerinnen und Schüler sind allerdings von einer derartigen Massivität, dass wir uns entschieden haben zu veröffentlichen.

Die Fragen, die sich daraus ergeben, sind relevant nicht nur für das Miteinander von Lehrern und Schülern am Albertus-Gymnasium in Lauingen. Die Reaktionen zeigen uns: Viele - Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Eltern - fragen sich: Wie weit dürfen Lehrer zum Beispiel in Chats in sozialen Netzwerken mit Schülerinnen oder Schülern gehen?

Übrigens: Dass das Klima am Lauinger Albertus-Gymnasium insgesamt gut und der Umgang mit Lehrern familiär ist, räumt auch der Psychotherapeut ein, der sich an uns gewandt hat. Auch das verschweigen wir nicht, Sie können es nachlesen.

Josef Böck, Leiter BR-Studio Schwaben

💡 Unser Auftrag: Informieren, sachlich, ausgewogen

Unser Auftrag ist klar im Gesetz geregelt und durch das Bundesverfassungsgericht eindeutig beschrieben, zuletzt im Juli 2018. Die Verfassungsrichter stellen fest: Wir alle werden im Netz mit Informationen geflutet, Informationen, die das Trennen von Fakten und Meinung, von Inhalt und Werbung immer schwerer machen, weil der Nutzer selbst sortieren muss, welche der vielen Quellen er für glaubwürdig hält - und welche nicht. Deshalb ...

"... wächst die Bedeutung der dem beitragsfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk obliegenden Aufgabe, durch authentische, sorgfältige recherchierte Informationen, die Fakten und Meinungen auseinanderhalten, die Wirklichkeit nicht verzerrt darzustellen und das Sensationelle nicht in den Vordergrund zu rücken, vielmehr ein vielfaltssicherndes und Orientierungshilfe bietendes Gegengewicht zu bilden." Aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts

+++ Die Nationalität von mutmaßlichen Straftätern nennen?

(16. Dezember 2019) - Warum haben wir im Fall des in Augsburg getöteten Feuerwehrmannes die Staatsangehörigkeit der Hauptverdächtigen genannt? Warum haben wir sie nicht sofort nach Bekanntwerden des Falles genannt? Kritische Fragen, die uns gestellt wurden. Wir haben uns die Antworten darauf nicht leicht gemacht.

Zur Frage: Warum nicht sofort? Die Antwort: Weil wir es nicht sicher wussten, weil wir den Fakten verpflichtet sind, verifizierten Fakten! Auch wenn bei "Social Media" "Augenzeugenberichte" kursierten (die sich später als falsch herausstellten) - unsere Aufgabe ist es, die bekannten Fakten zu checken und nur zu veröffentlichen, wenn wir ausreichend sicher sind, dass sie stimmen. Zum Beispiel, weil sie die Polizei bestätigt. Die hatte sich in diesem Fall Zeit genommen, aus guten Gründen: sie wollte die Verdächtigen fassen, die Fahndung nicht gefährden durch verfrühte Veröffentlichungen. Die Fahnder sind deswegen harsch kritisiert worden, mussten einen shitstorm auf Facebook und Twitter aushalten. Wir haben darüber berichtet - und erklärt, warum die Polizei nicht öffentlich gefahndet hat.

Warum haben wir die Staatsangehörigkeiten genannt, als sie von der Polizei bestätigt wurden? Weil es unserer Ansicht nach im öffentlichen Interesse war, zu erfahren: Es waren: deutsche Staatsbürger, teils mit mehreren Staatsbürgerschaften, ein EU-Bürger. Keine Flüchtlinge, in Deutschland geboren, aber mit Migrationshintergrund. Komplexe Wahrheiten, die keine einfachen Schlüsse erlauben. Wie kann das sein - ein Deutscher mit türkischer und libanesischer Staatsangehörigkeit? Auch das haben wir erklärt, weil auch das zur ganzen Wahrheit gehört. Und: Wir haben in der Redaktion diskutiert, warum wir informiert haben, wie wir informiert haben. Was uns dabei bewegt hat? Die Regeln, die wir uns für solche Fälle gegeben haben, Sie können wir ein par Zeilen weiter nachlesen. Waren wir bei jedem Detail komplett einer Meinung? Nein, waren wir nicht - und haben es öffentlich diskutiert, zum Beispiel im Podcast "1 Thema, 3 Köpfe: Deutscher mit drei Pässen?!? Soll man die Nationalität von Straftätern nennen?", den Sie im BR-Podcast-Center finden.

Die Nationalität nennen: Unsere Leitplanken

Wie halten wir es grundsätzlich? Worauf kommt es uns an, wenn es im schnellen Tempo der Nachrichten darauf ankommt, schnell zu entscheiden: Herkunft mutmaßlicher Straftäter nennen - oder nicht? Wir haben das breit, auch kontrovers diskutiert. Ergebnis: Es gibt keine einfachen für alle Fälle geltenden Regeln. Aber: Es gibt Leitplanken, die uns helfen, verantwortungsbewusst zu entscheiden: Nichts Wichtiges wegzulassen und trotzdem keine Vorurteile zu schüren.

Grundlage auch für uns ist der Pressekodex des Deutschen Presserates, ein eingetragener Verein, in dem sich zwei Verleger- und zwei Journalisten-Organisationen zusammengetan haben, um über die Standards unserer Journalisten-Branche zu wachen. Ein Gremium der freiwilligen Selbstkontrolle, das seine "Richtline 12.1. - Berichterstattung über Straftaten" nach den sexuellen Übergriffen auf der Kölner Domplatte während der Silvesternacht 2015/2016 neu formuliert hat:

In der Berichterstattung über Straftaten ist darauf zu achten, dass die Erwähnung der Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu ethnischen, religiösen oder anderen Minderheiten nicht zu einer diskriminierenden Verallgemeinerung individuellen Fehlverhaltens führt. Die Zugehörigkeit soll in der Regel nicht erwähnt werden, es sei denn, es besteht ein begründetes öffentliches Interesse. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte.

Nach der Silvesternacht 2015/2016 bestand "ein begründetes öffentliches Interesse" zu erfahren, dass die mutmaßlichen Straftäter fast ausschließlich junge Männer aus Nordafrika waren. In anderen Fällen ist das anders. Immer gilt: Wir müssen jeden Einzelfall neu diskutieren.

Weil wir öffentlich-rechtlich sind, fühlen wir uns in besonderer Verantwortung. Wir wollen "individuelles Fehlverhalten" (Pressekodex) nicht "diskriminierend" verallgemeinern. Wir sind aber gleichzeitig der Meinung, dass Sie als mündiger Bürger das recht haben, von uns umfassend informiert zu sein. Deshalb verallgemeinern wir nichts, unterschlagen aber auch nichts, das helfen könnte, den Fall besser zu beurteilen. Dazu kann gehören, die Nationalität, die Religion, die Herkunft des mutmaßlichen Täters zu nennen - oder auch nicht. Dazu gehört, die Tat einzuordnen, zum Beispiel mit Hilfe der Kriminalitäts-Statistik. Auch Nicht-Berichterstattung muss begründbar sein.

Für die tägliche Arbeit im Nachrichtengeschäft gibt es ein paar Leitfragen (für die Redaktion aufgeschrieben von den Kollegen des NDR), die uns helfen:

  • Wann berichten wir? Würden wir über die Tat auch berichten, wenn der Verdächtige keinen ausländischen Hintergrund hat?
  • Wann nennen wir die Nationalität? Ist es wichtig, zu wissen, dass der Täter Flüchtling ist? Um die Tat besser zu verstehen? Oder spielt es keine Rolle? Hat die Tat eine politische Diskussion ausgelöst, die über den Einzelfall hinausweist? Gibt es deshalb ein "besonderes öffentliches Interesse", Nationalität, Religion oder Migrationsstatus zu kennen?
  • Wann berichten wir nicht? Gibt es ein tatsächliches Interesse am Fall? Oder geht es eher um Sensationsberichterstattung, bei der wir nicht mitgehen wollen?

Jetzt kennen Sie unseren Kurs. Ihre Meinung? Gerne in den Kommentaren (unten) oder an: feedback@br24.de

💡 Kann passieren: Wie wir "Feler" korrigieren

30 Inhalte - im Schnitt - jeden Tag, so umfassend informiert Sie BR24, rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Da rutscht leider auch mal was durch. Wir ärgern uns dann selbst am meisten. Fehler korrigieren wir - selbstverständlich und so schnell wie möglich. Und wir informieren darüber - hier: unsere Korrekturen, auch auf dieser Seite.

Wolfgang Vichtl. BR24. Redaktionsleiter

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+++ "Offene Kassen" und die neue Bonpflicht

(5. Januar 2020) - Seit dem 1. Januar müssen Händler einen Bon ausgeben. Das hat uns bereits zum Jahreswechsel in einem Faktencheck beschäftigt. Auf BR24-Facebook kam dann gleich noch eine interessante Diskussion dazu: Die Bon-Regelung gilt nämlich nur für elektronische Kassen und nicht für die sogenannten offenen Kassen. Diese werden teils noch auf Jahrmärkten oder auch auf dem Münchner Viktualienmarkt genutzt: Kassen oder Schubladen aus Holz, Blech oder Plastik, mit denen die Einnahmen nicht digital erfasst werden. Die Händler müssen hier lediglich am Ende des Tages abrechnen und die Tageseinnahmen festhalten (Paragraph 146 der Abgabenordnung). In einem Filmbeitrag wurde das nicht explizit erklärt und festgehalten - was für Diskussionen auf BR24 Facebook sorgte, wo wir den Beitrag geteilt hatten. Danke an unsere User, die das sofort bemerkt und uns informiert haben!

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+++ Namen müssen stimmen

(4. Januar 2020) - Keine Diskussion, auch wenn das Rechtschreibprogramm stur etwas anderes behauptet, weil es bei "Strohm" an Spannung denkt - und deshalb "Strom" schreibt. Der evangelische Landesbischof und Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschlands (EKD) heißt Heinrich Bedford-Strohm - das wissen wir, schreiben es eigentlich immer richtig - und jetzt auch in diesem Artikel. Danke für den schnellen Hinweis! Und noch ein falscher Name hat sich zum Start ins neue Jahr eingeschlichen: Nicht Luise sondern Ilse Neubauer heißt die Schauspielerin, die gemeinsam mit der großartigen Veronika Fitz in der BR-Serie "Die Hausmeisterin" spielte. Auch hier konnten wir schnell korrigieren: Danke für den Hinweis.

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💡 Qualitätsjournalismus - was wir darunter verstehen

Das Bundesverfassungsgericht stellt hohe Ansprüche an uns, denen wir auch im Nachrichtenalltag gerecht werden wollen. Wir richten uns nach klaren Qualitätsstandards, auch wenn es schnell gehen muss.

Nachrichten, vor allem "Breaking News": Nie ohne zwei zuverlässige Quellen. Was "raus" geht bei BR24 haben immer mindestens vier Augen gesehen - und geprüft. Wir machen unsere Quellen transparent, verlinken auf Studien, aus denen wir zitieren, auch wenn wir der Meinung sind "stimmt so" - Sie sollen selbst prüfen und sich Ihre eigene Meinung bilden können. Nachricht und Kommentar trennen wir strikt - und deutlich sichtbar. Wir informieren ausgewogen: So sieht es die eine Seite, so die andere.

+++ Falsches Bild von Fritz von Weizsäcker

(20. November 2019) - Im Artikel über die Ermordung von Fritz von Weizsäcker, Sohn des Ex-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, haben wir zunächst ein Foto verwendet, das nicht ihn, sondern einen bekannten Berliner Lichtdesigner zeigt, der ihm entfernt ähnlich sieht. Das Bild war falsch beschriftet. Auch andere Medien haben es nach Bekanntwerden der tragischen Nachricht zunächst veröffentlicht. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

💡 NewsGuard: Vertrauensbeweis für BR24!

(10. Juni 2019) - Wir freuen uns, über viele grüne NewsGuard-Häkchen, die bedeuten: BR24 können Sie vertrauen. BR24.de und br.de erfüllen „alle grundlegenden Anforderungen an Glaubwürdigkeit und Transparenz“, bescheinigt uns „NewsGuard“, ein Start-Up nach US-Vorbild, das sich in der Debatte um Fake-News als „Wächter der Glaubwürdigkeit“ versteht.

„NewsGuard“ hat alle wichtigen deutschen Online-Nachrichten-Angebote gecheckt. Das Ergebnis für BR24: Wir haben uns alle grünen Häkchen verdient, die das NewsGuard-Glaubwürdigkeits-Siegel hergibt: Höchste Punktzahl. Ein eindeutiger Vertrauensbeweis – Vertrauen allerdings, das wir uns immer wieder neu erarbeiten müssen.

„NewsGuard“ prüft regelmäßig nach, ob wir dranbleiben, ob wir die Kriterien weiter erfüllen. In Sachen Glaubwürdigkeit: „Klare Unterscheidung zwischen Nachricht und Meinung“, aber eben auch: Ehrliche Korrekturen. Machen wir - an dieser Stelle. In Sachen Transparenz: Machen wir auch. Wir informieren, wer bei BR24 schreibt, mit welcher Expertise. Wir wollen "Gesicht zeigen", die Expert/innen des BR stehen für Qualität - die können was und wissen viel. Und natürlich sind wir immer für Sie erreichbar: feedback@br24.de

+++ Resistente Keime und die Rolle der Tiermast

(23. Oktober 2019) - In einem #FragBR24 Video über die Gefahren resistenter Keime haben wir durch eine Formulierung den Eindruck erweckt, als würden Nutztiere zur Mast weiter routinemäßig leistungsfördernde Antibiotika erhalten. Das ist jedoch seit längerem verboten. Richtig ist, dass kranke Tiere behandelt werden und Puten beispielsweise sowie Hühner in der Tat häufig Antibiotika erhalten.

+++ Verbot von Luftballons?

(12. September 2019) - Auch auf BR24 Facebook wird das Thema sehr lebhaft diskutiert: Soll man bei allen größeren und kleinen Festen gasgefüllte Luftballons in den Himmel steigen lassen? Auch wenn Vögel und andere Wildtiere die Fetzen dann fressen und die Natur leidet? Die Frage ist berechtigt - falsch war die Behauptung, die Grünen hätten ein generelles Verbot von Luftballons gefordert. Wir haben unsere Schlagzeile - die sich auf einer Agenturmeldung stützte - korrigiert. Richtig ist, dass grüne Politiker eine Diskussion darüber angestoßen haben, ob man bei jeder Gelegenheit solche gasgefüllten Luftballons steigen lassen sollte.

+++ Nur eine Legende? Kasse zahlt Omas Medizin nicht?!

(13. Juni 2019) - Es war ein BR24-Thema, das "das Netz bewegt" hat: Altersarmut bei Frauen. Bayernweit recherchiert, die Ursachen, was Frauen dagegen tun können. Information und konstruktive Lebenshilfe. Wir haben viel Lob dafür bekommen, viel Echo im Netz. Eine Userin schrieb uns eine besonders traurige Geschichte:

"In der Apotheke stand eine ältere Dame und fragte, ob sie das verschriebene Medikament (60€) in Raten abzahlen kann, sie hatte ein Privatrezept erhalten, weil die Kasse die Kosten nicht mehr übernimmt. Sie habe sonst kein Geld mehr für den Monat zum Leben." Userin Realistin1 auf BR24.de

Wir haben das veröffentlicht, jeder kennt jemanden, der so eine ähnliche Geschichte schon mal gehört hat - muss also stimmen. Wirklich? Obwohl die Geschichte jeder kennt, kennen wir niemanden, der jemanden kennt, der sie selbst erlebt hat. Unser Gesundheitsexperte Nikolaus Nützel allerdings kannte das Problem: Wir sind offenbar einer "Urban Legend" aufgesessen, unglaublich, aber deswegen noch lange nicht wahr. Gern verbreitet und von interessierter Seite auch missbraucht für unlautere Zwecke: Sozialstaats-Bashing. Gut, dass wir Experten wie den Kollegen Nützel haben, aus der BR-Redaktion Wirtschaft und Soziales. Er hat erklärt, wie es wirklich ist, dass medizinisch notwendige Medikamente von der Kasse weiter bezahlt werden. Wir konnten also geraderücken, was korrekt zitiert, aber inhaltlich nicht richtig war. Richtig ist, was uns Nützel danach in einem Artikel der Rubrik #Faktenfuchs schreibt. Seine Antwort ist differenziert: Die Kassen zahlen. Tatsache ist allerdings auch, dass die Selbstbeteiligung der Patienten an Arzneien in den vergangenen Jahren gestiegen ist. Hier die ausführliche Antwort auf die Frage: "Zahlen Krankenkassen notwendige Medikamente nicht mehr?"

Ist Ihnen etwas aufgefallen, das wir nochmal prüfen sollten? Schreiben Sie's uns: feedback@br24.de

+++ Kohlenstoffdioxid oder Kohlenstoff?

(23. Juli 2019) - In einem #Faktenfuchs zur Frage, wie menschengemachtes CO2 den Klimawandel beeinflusst, verwechselten wir in einem Absatz CO2 mit C (Kohlenstoff). In der verlinkten Quelle stand es richtig. Ein BR24-Nutzer hat's bemerkt. Danke! Wir haben es korrigiert.

+++ Wie hoch ist die Sterblichkeitsrate bei Kälbern in der Viehzucht?

(19. Juli 2019) - "Rund 14 Prozent" aller Kälber sterben "normalerweise" während der Aufzucht, stand in unserem Artikel über die Antwort der Bayerischen Staatsregierung auf Anfragen der SPD-Landtagsfraktion. Wir haben diese Zahl wenig später nach unten korrigiert, auf "rund 10 Prozent". Die Zahlen sollen helfen, zu vergleichen. In den Ställen des Allgäuer Kälber-Züchter, der Anlass des beschriebenen Skandals ist, sind in den letzten beiden Jahren jeweils ein Viertel (25 Prozent) aller Tiere verendet.

14 Prozent tote Kälber im "Normalbetrieb"? Oder doch "nur" 10 Prozent? Beide Zahlen haben viele erstaunt und oft auch empört. Was stimmt? Richtiger - weil aktueller - ist die Zahl 10 Prozent. Sie steht im Milchreport der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft 2017. "14 Prozent" ist die ältere Zahl, ebenfalls von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft veröffentlicht, in ihrer Schriftenreihe aus dem Jahr 2005 (In der Einleitung: "Die Mortalitätsrate der in Bayern neu geborenen Kälber liegt derzeit bei mehr als 14% mit steigender Tendenz"). Basis der Prognose - "steigend" hat sich erfreulicherweise nicht bestätigt - waren die Zahlen der Jahre 1999 bis 2004. Als wir die neuere Studie recherchiert hatten, haben wir die neuen Zahlen auf Basis der "Mortalitätsraten" Jahre 2010 bis 2017 verwendet.

+++ Prozent? Promille!

(28. Juni 2019) - Im Artikel "Ewiger Verkehrsstreit mit Tirol" ging es auch darum, was die Bahnstrecke für den Brenner-Nordzulauf den Lokomotiven der Güterzüge zumutet: "Die Züge sollen (...) auf einer maximalen Steigung von 12,5 Prozent fahren können", haben wir in der allerersten Version des Artikels geschrieben. Das schafft kein Zug. Nüchtern betrachtet ist uns da die Promillegrenze schwer verrutscht. Richtig ist: "12,5 Promille". Danke an Herrn E. aus Puchheim. Ihm ist es aufgefallen.

+++ Wie „schwer“ sind „leichte Motorräder“?

(22. Juni 2019) - Christian (@thinkdiff83) macht uns auf Twitter aufmerksam, die Älteren in der BR24-Redaktion („3er"-Führerschein vor 1980 gemacht) haben es auch gemerkt: Wir hatten ein irreführendes Foto beim Artikel, in dem es um den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer ging, Autofahrern künftig das Führen von leichten Motorrädern ohne zusätzlichen Führerschein zu erlauben, nur mit dem Führerschein Klasse B. Wir hatten eine schwere Maschine gezeigt, mindestens 800 Kubik – für die auch künftig ein Motorrad-Führerschein Pflicht bleibt. „Leichte Motorräder“ aber heißt: „125er“ mit maximal 15 PS. Mit dem alten Autoführerschein (damals: 3er-Führerschein) darf man diese Motorräder - oft sind es Motorroller - bis heute fahren. Scheuer will das jetzt auch Jüngeren erlauben. Wir haben die Fotos ausgetauscht. Jetzt fährt da eine 125er durchs Bild.

+++ Grenzkontrollen rechtswidrig? Noch ungeklärt!

(23. Mai 2019) - Bayerns Grenzkontrollen verstoßen gegen EU- und Verfassungsrecht, hat Henrike Hahn als Grünen-Kandidatin für die Europawahl gesagt, in der BR-Wahlarena am 22. Mai 2019. Ähnlich wie der FDP-Kandidat Phil Hackemann in der ersten BR-Wahlarena in Passau. Wir haben das geprüft, im BR24-#faktenfuchs.

"Grenzschutz ist Bundessache" haben wir in der ersten Version korrekt zitiert, und zwar ein Gutachten der Staatsrechtler Prof. Thorsten Kingreen (Universität Regensburg) und Prof. Sophie Schönberger (Düsseldorf). Das Gutachten ist für die Grünen im Bayerischen Landtag Grundlage für eine Klage vor dem Bayerischen Verfassungsgerichtshof. Das Urteil steht noch aus.

Deshalb ist die Frage noch nicht in letzter Instanz geklärt, ob bayerische Polizisten an der bayerisch-österreichischen Grenz auch künftig so kontrollieren dürfen wie im Moment. Seit letztem Sommer berufen sie sich auf eine Absprache der zuständigen Behörden mit dem Ziel, alle geltenden Gesetze ausreichend zu berücksichtigen. In dieser Vereinbarung steht: "Eine Grenzkontrolle in diesem Zusammenhang kann auf Anforderung oder mit Zustimmung der Bundespolizei auch durch die Bayerische Polizei erfolgen. Die Durchführung dieser Grenzkontrollen erfolgt eigenständig, nach den Maßgaben der Bundespolizei."

Die Sache ist also nicht so klar, wie wir es in unserer ersten Einschätzung wiedergegeben haben. Wir haben das ergänzt und geben damit alle Ansichten korrekt wieder. Während FDP und GRÜNE die momentane Praxis für rechtswidrig halten, hält sie die CSU für rechtens. Entscheiden, wer Recht bekommt, wird der Bayerische Verfassungsgerichtshof.

+++ Knapp daneben: Fulda bleibt in Hessen!

(29. April 2019) - Im Artikel "Wie andere Bundesländer gegen Lichtverschmutzung vorgehen" haben wir Fulda in die nicht mehr so ganz "neuen Bundesländer" verlegt, nach Thüringen und damit kurz zur "ostdeutschen Stadt" gemacht. Wenige Kilometer, die aber einen Unterschied machen. Fulda ist, war und bleibt hessisch, auch bei BR24. Versprochen.

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