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BR Retro zeigt Bayern der 1950er und 60er Jahre | BR24

© picture-alliance/dpa

Der bayerische Ministerpräsident Hans Ehard

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    BR Retro zeigt Bayern der 1950er und 60er Jahre

    "BR Retro" zeigt im Rahmen des bundesweiten Projekts "ARD Retro" das Bayern der 1950er und 60er Jahre. Zeitgeschichtlich relevante Videos des BR aus der Zeit vor 1966 können über die ARD Mediathek oder direkt in der BR Mediathek abgerufen werden.

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    Von
    • Michael Eberle

    Beim Angebot des BR geht es natürlich zuerst um Bayern. Bayern wie es jeder kennt, Bayern wie es keiner kennt. Und Bayern, wie es keiner mehr kennt. Das sind drei der Blickwinkel unter denen die Archivare des Recherchedesks des BR unter Leitung von Klaus Weisenbach seit Monaten Filme und Videos aus damals aktuellen Sendungen für die Veröffentlichung in der BR-Mediathek zusammenstellen.

    BR-Intendant Ulrich Wilhelm hat die Öffnung der Archive intensiv vorangetrieben: "Dem BR ist es gelungen, ein audiovisuelles Gedächtnis der jüngeren Geschichte unseres Landes zu schaffen. Die Kolleginnen und Kollegen unseres Archivs haben wertvolles Material für spannende Zeitreisen in allen Teilen Bayerns technisch konserviert und inhaltlich aufbereitet. Ich freue mich, dass wir diese Originalaufnahmen nun in die Öffentlichkeit bringen. Unser Publikum kann damit erfahren, wie es damals in den Regionen ausgesehen hat, welche Themen Bayern bewegten und wer oder was in den 50ern und 60ern im Mittelpunkt stand."

    Beißende Armut im Bayerischen Wald

    Wer erinnert sich beispielsweise noch an die elenden Wohnverhältnisse und den zunehmenden Verfall der historischen Bausubstanz in der Regensburger Innenstadt, an den Straßenverkehr in der heutigen Fußgängerzone in München oder an die Parkplatzsituation im Nürnberg Anfang der 60er Jahre. An die beißende Armut im Bayerischen Wald, wo heute der Tourismus blüht.

    An erste Urlaubsgäste, Heimatabende, Sommerfrische und Wintertourismus in den Bergen. An Dörfer und Städte, deren einzige Besonderheit es war, dass es sie gab. An Orte, die vor der Gebietsreform noch eigenständig waren und heute ihr Aussehen komplett verändert haben. Dank des Interesses der BR-Redaktionen wissen wir, wie es in allen Regionen Bayerns früher ausgesehen hat und wie sich das Gesicht des Freistaats über die Jahrzehnte verändert hat. Die Städte-, Landschafts- und Dorfbilder sind Erinnerungskultur und ein visuelles Gedächtnis Bayerns.

    BR-Sendungen begleiten den Wandel

    Kindheit und Jugend in Bayern, das hieß für viele Kinder auf dem Lande bis in die frühen 1960er Jahre gemeinsamer Unterricht mehrerer Altersstufen in einer Dorfschule. Das hieß Mitarbeit auf dem elterlichen Bauernhof und bei der Ernte. Das hieß Nachfolge im Handwerk des Vaters. Das hieß Teil einer Ordnung zu sein, die geprägt war vom Ablauf des Kirchenjahrs und von regionalen Bräuchen. Auch diesen Wandel dokumentieren viele Sendungen im BR-Archiv.

    Ausgestorbene Berufe

    Kugelmüller, Glockengießer, Fußballsattler und viele Berufe, Handwerke und Gewerke mehr, die heute ausgestorben sind oder nur noch von einigen wenigen ausgeführt werden. IM BR-Archiv finden sich viele Filme und Beiträge aus allen Regionen Bayerns, die uns dabei sein lassen, wie man früher das herstellte, was man heute nur noch als industrielle Fertigware kennt und kaufen kann.

    Erinnerungen an die "Zonengrenze"?

    Politik und Zeitgeschichte in Bayern waren nach 1945 geprägt vom Wiederaufbau, der Schaffung demokratischer Institutionen und der Herausbildung einer freiheitlichen Gesellschaft. Die Beiträge aus dem BR-Archiv zeigen, wie sich die Integration von Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen in den verschiedenen Regionen Bayerns vollzog, die massive Wohnraumproblematik der Nachkriegszeit sukzessiv gelöst wurde und politische Krisen, wie die Spielbankenaffäre oder die Errichtung der Zonengrenze, das Leben der Menschen beeinflussten. Und sie zeigen Politiker auch einmal abseits ihrer bekannten Rolle und Funktion, von einer Seite, die heute nur wenige kennen.

    Über tief in der Region verwurzelte Beiträge hinaus erinnert "BR Retro" auch an alte Kulturlandschaften, typische Jugenderlebnisse oder manche Politiker, gern auch einmal abseits ihrer bekannten Rolle und Funktion. Alles das können Sie hier finden.

    Eine Million Videos in den Archiven des BR

    Wer sich für die Geschichte seiner Region interessiert, sollte öfter BR Retro in der Mediathek besuchen. Denn der BR hat weit über eine Million Videos in seinen Archiven und will das Angebot regelmäßig um neue Fundstücke ergänzen. Zusammen mit den Retro-Beiträgen der anderen ARD-Rundfunkanstalten, so die Planung, werden innerhalb der nächsten Jahre bundesweit circa 40.000 Videos aus den 50er und 60er Jahren abrufbereit gestellt.

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