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Markus Söder gibt sich zurückhaltend, was die schnelle Aufhebung von Corona-Maßnahmen angeht. "Man kann mit Corona keine Deals machen", sagt er. Die Ministerpräsidenten beraten heute mit Angela Merkel über die Entwicklung der Corona-Pandemie.

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BR-Interview: Söder warnt vor zu schnellen Corona-Lockerungen

Markus Söder gibt sich zurückhaltend, was die schnelle Aufhebung von Corona-Maßnahmen angeht. "Man kann mit Corona keine Deals machen", sagt er. Die Ministerpräsidenten beraten heute mit Angela Merkel über die Entwicklung der Corona-Pandemie.

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Von
  • Rolf Büllmann
  • Astrid Himberger

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen gewarnt. Solange es keinen Impfstoff und kein Medikament gebe, müsse man bei den Lockerungen "Schritt für Schritt" vorgehen. Andernfalls drohe die Gefahr eines Rückfalls. "Wir haben das ja in Singapur und in anderen Ländern gesehen. Wir haben einige Länder, die haben sehr schnell gelockert und mussten dann wieder das Gegenteil tun", sagte Söder.

Vor dem Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin äußerte Markus Söder Verständnis für die anderen Länderchefs.

"Ich bin da auch keinem Kollegen böse und keinem anderen Land böse, wenn jemand drängelnder ist oder es anders sieht. Ich kann die Situation der Bayern nicht davon abhängig machen, ob in einem anderen Bundesland eine andere Regierung das ganz anders sieht." Markus Söder

Noch nicht gewonnen

Mit Blick auf die europäischen Nachbarn sagte Söder, dass Deutschland ein "unglaubliches Glück" gehabt habe. Im Moment fühle er sich aber wie in der 80. Minute eines Fußballspiels.

"Wir haben das meiste geschafft, aber einige wollen schon jetzt vom Spielfeld und sagen, das Spiel ist gewonnen. Das ist halt leider nicht so." Markus Söder

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Herausforderungen fürs soziale Miteinander

Söder lobte die Bevölkerung, man dürfe jetzt nichts überstürzen, betonte er. Konkrete Termine für weitere Öffnungen nannte er nicht.

"Die Gastronomie ist ein wichtiger Bereich, aber die viel wichtigere, entscheidendere Frage ist alles, was Familien betrifft, Schule, Kitas. Und auch die Frage, wie man mit der älteren Generation umgeht in Alten- und Pflegeheimen, denn da, glaube ich, ist die größte und drängende Herausforderung auch was das soziale Miteinander betrifft." Markus Söder

Der CSU-Chef zeigte sich aber zuversichtlich, dass es auch wieder eine Normalisierung geben werde, sobald es das Infektionsgeschehen zulasse. "Es muss sich keiner Sorgen machen, dass der Zustand ewig so dauert", betonte Söder.

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