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BR-Interview: Söder lehnt Streichung der Sommerferien ab | BR24

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Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk stellt Ministerpräsident Söder klar, dass es in Bayern keine Streichung der Sommerferien geben werde. Der Notenschluss solle in diesem Schuljahr aber später stattfinden. Die Bürger mahnt Söder zu Geduld.

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BR-Interview: Söder lehnt Streichung der Sommerferien ab

Im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk stellt Ministerpräsident Söder klar, dass es in Bayern keine Streichung der Sommerferien geben werde. Der Notenschluss solle in diesem Schuljahr aber später stattfinden. Die Bürger mahnt Söder zu Geduld.

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Der Vorschlag von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble, die Sommerferien zu verkürzen, um durch den Corona-Stillstand entstandene Schulstofflücken zu schließen, habe ihn gewundert, sagte der bayerische Ministerpräsident, Markus Söder, im Interview mit Bayern 3 im Bayerischen Rundfunk. Falls Hotels und Gastbetriebe in Bayern bis zu den Ferien wieder öffnen dürften und die Bayern ihren Urlaub daheim verbringen, wäre das für alle eine Möglichkeit durchzuschnaufen - vielleicht aber auch eine Möglichkeit für das Tourismus- und Gastgewerbe, wieder aufzuholen.

Söder: "Kein Schüler soll wegen Corona sitzen bleiben"

Sitzen bleiben wegen Corona solle niemand. Das Versetzen auf Probe werde deutlich großzügiger ausgelegt, sagte Söder außerdem im Interview auf Bayern 3. Lehrpläne würden angepasst. Um die Klassen zu verkleinern, könnte zum Beispiel der Unterricht zeitversetzt oder auf unterschiedliche Tage verteilt stattfinden.

Der Ministerpräsident sicherte zu, dass sich der ÖPNV an die geänderten Zeiten und Hygienevorschriften anpassen müsse. Derzeit würden Kultus- und Gesundheitsministerium ein Hygienekonzept erarbeiten.

Bitte um Geduld wegen Kinderbetreuung

Eltern im Freistaat bat Söder um Geduld in der Corona-Krise. Eine schnelle Rückkehr der Kindergarten- und Grundschulkinder in die Einrichtungen sei momentan nicht geplant, auch keine schnelle Öffnung von Spielplätzen. Gerade die Kleinsten könnten mit Mundschutz und Abstandsregeln nicht gut umgehen. Stattdessen solle bei der Notfallbetreuung nachjustiert werden, zum Beispiel sollen mehr Kinder von Alleinerziehenden aufgenommen werden. "Alleinerziehenden gilt unser besonderer Schutz", sagte der Ministerpräsident.

Bisher durften nur Eltern die Notbetreuung in Anspruch nehmen, wenn mindestens einer der beiden Elternteile in einem sogenannten systemrelevanten Beruf arbeitet. Laut Söder wurden 60 Prozent der eingerichteten Notfallbetreuungsplätze nicht genutzt.

Gebühren trotz geschlossener Kita: Nicht fair

Eine Lösung versprach Söder auch all den Eltern, deren Kinder in Kitas privater Träger gehen. Obwohl auch diese geschlossen sind, müssen Eltern Beiträge bezahlen. "Ich finde das ein bisschen unglücklich", sagte Söder. "Ich denke, das müssen wir noch eine Entlastung bringen."

Während Grundschulen und Kitas noch bis auf Weiteres geschlossen bleiben, gibt es in anderen Bereichen Lockerungen der Beschränkungen. Zunächst dürfen von Montag an auch in Bayern Baumärkte und Gartencenter wieder öffnen. Eine Woche später, von 27. April an, auch Geschäfte bis zu 800 Quadratmetern Größe. Von 4. Mai an dann auch Friseure. Das sind laut Söder immerhin 80 Prozent des Handels. "Das ist mir fast zu viel, aber ich halte es für vertretbar, weil wir das Leben und die Wirtschaft wieder etwas ankurbeln müssen."

Überprüfung der Lockerung in drei Wochen

Der Ministerpräsident deutete an, dass die Lockerungen auch wieder zurückgeschraubt werden könnten. Es würde die nächsten drei Wochen kontrolliert, wie sich die Lockerungen auf die Infektionszahlen auswirkten.

Kanzlerfrage: Mein Platz ist eindeutig in Bayern

Das Krisenmanagement beschert dem bayerischen Ministerpräsidenten Umfrage-Spitzenwerte. "Das Volk traut ihnen anscheinend den Kanzlerjob zu, Sie sich auch?", will Moderatorin Claudia Conrath wissen. Söders klare Antwort: "Mein Platz ist eindeutig in Bayern."

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