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Das Coronavirus breitet sich immer weiter in Deutschland aus. Alle zwei bis drei Tage verdoppeln sich die Infektionszahlen. Aber wie lange hält der Ausnahmezustand noch an? Was bringen die Ausgangsbeschränkungen? Experten beantworten Zuschauerfragen.

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BR extra: Wie besiegen wir Corona?

Das Coronavirus breitet sich immer weiter in Deutschland aus. Alle zwei bis drei Tage verdoppeln sich die Infektionszahlen. Aber wie lange hält der Ausnahmezustand noch an? Was bringen die Ausgangsbeschränkungen? Experten beantworten Zuschauerfragen.

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Während sich in Bayern und Deutschland jeden Tag mehr Menschen mit dem Coronavirus infizieren, fragen sich die Menschen, wie sie sich schützen können oder wie lange der gegenwärtige Ausnahmezustand noch anhält. Auf wichtige Fragen dieser Tage antworteten in einem BR extra die Virologin Prof. Ulrike Protzer vom Helmholtz Zentrum München und der Virologe Prof. Oliver T. Keppler vom Max von Pettenkofer-Institut. Die Moderation hatte BR-Chefredakteur Christian Nitsche.

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Ruhe bewahren, sich gesund ernähren, Bewegung und nicht rauchen, das sind die Ratschläge, die die Fachleute für die Menschen in Bayern haben. Wer kann, solle draußen die Sonne genießen, um bei Laune zu bleiben, so der Virologe Oliver Keppler. Auch Kontakt sei - trotz aller sozialer Distanzierung - wichtig, zum Beispiel über Telefon, Internet oder auch von Balkon zu Balkon.

Wie die Schwaben Corona besiegen? Beispiele aus Augsburg, Neu-Ulm, dem Allgäu: hier

Mundschutz noch nicht notwendig

Wer noch nicht im Homeoffice arbeitet, sollte den Kollegen am Arbeitsplatz nicht näher als 1,5 bis 2 Meter kommen, um das Ansteckungsrisiko gering zu halten. Mundschutz sei aber noch übertrieben, es sei denn, man gehört zu einer Risikogruppe, so Keppler. Denn Mundschutze sind derzeit noch Mangelware. Natürlich kann man sich auch selbst einen Mundschutz nähen, im Internet gibt es Nähanleitungen dazu. Das Risiko für den Einzelnen sich anzustecken ist in Bayern aber immer noch gering, so die Virologin Ulrike Protzer.

Blutdrucksenker oder Kortison weiter nehmen, wenn nötig

Auch wenn es Vermutungen gibt, dass Medikamente wie Ibuprofen, Kortison oder Blutdrucksenker einen schweren Verlauf von Covid 19 begünstigen, raten die Mediziner nicht, die Medikamente abzusetzen, wenn man sie braucht. Das Risiko, zum Beispiel durch einen höheren Blutdruck schwer zu erkranken, sei größer als – bisher noch nicht bewiesene – Nachteile.

Wer krank ist, sollte unbedingt dann den Arzt informieren, sobald er kurzatmig wird oder einen hohen Puls bekommt – und schon gar, wenn er Blut hustet, so die beiden Mediziner.

Geduld, Geduld, Geduld

Ob die Maßnahmen der sozialen Distanzierung auch wirklich greifen und schwere Verläufe reduzieren, wird man erst in drei bis vier Wochen sehen, so Ulrike Protzer. Schließlich dauert es im Mittel 5 Tage, bis der Infizierte Symptome zeigt, und die schweren Verläufe machen sich erst nach ein bis zwei weiteren Wochen bemerkbar.

Haben die Niederbayern genügend Geduld in der Corona-Krise? Mal schauen: hier

Der Virologe Oliver Keppler rechnet jedenfalls noch mit monatelangen Einschränkungen: "Ich plane noch keinen Sommerurlaub."

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Die verschärften Corona-Ausgangsbeschränkungen gelten noch für eine Woche - zunächst. Schulen sind bis Ende der Osterferien geschlossen. Und dann? Im BR extra machen die Münchner Virologen Protzer und Keppler wenig Hoffnung auf baldige Normalität.

Krankenhäuser sind gut vorbereitet

Mediziner sehen das Gesundheitssystem in Bayern gut auf die Coronawelle vorbereitet. Obwohl Bayern im Vergleich zu anderen Bundesländern Schlusslicht mit Intensivbetten ist - 29 Betten pro 100.000 Einwohner (Mecklenburg-Vorpommern hat 63) – hätten die Kliniken viele Intensivbetten geschaffen, indem sie zum Beispiel nicht dringende Operationen verschoben und Operationssäle umgewidmet hätten.

Die Frage, wie lange das Gesundheitssystem in Bayern die Versorgung der Kranken noch bewältigt wollten die Virologen nicht beantworten. Aber: Ulrike Protzer zieht Hoffnung daraus, dass München derzeit relativ gesehen zehn Mal so viele Infizierte hat wie das restliche Bayern und immer noch alle Kranken gut versorgen kann.

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Wenn es ganz schlimm kommt, werden auch in Deutschland Ärzte entscheiden müssen, wer eine Behandlung bekommt und wer nicht. In vielen Fällen wird das eine Entscheidung über Leben und Tod sein. Seit heute gibt es dafür eine Handreichung.