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Herzog Franz von Bayern geschockt über rechtsextreme Vorfälle | BR24

© BR/Alfons Schön

Herzog Franz von Bayern (rechts) mit BR Chefredakteur Christian Nitsche

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    Herzog Franz von Bayern geschockt über rechtsextreme Vorfälle

    Der Urenkel des letzten bayerischen Königs zeigt sich entsetzt über die rechtsextremen Vorfälle vom Wochenende. Herzog Franz von Bayern sagte dem BR, es habe ihm eine Gänsehaut über den Rücken gejagt. Als Kind war er im KZ eingesperrt.

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    "Das hat mich erschreckt, das hat mir wirklich eine Gänsehaut über den Rücken gejagt. Es sind alle Erinnerungen wiederaufgekommen", so Franz von Bayern im Interview mit BR-Chefredakteur Christian Nitsche.

    Die Familie des Wittelsbachers hat die Nazi-Zeit nur mit Glück überlebt: Denn die Wittelsbacher waren entschiedene Gegner der Nazis. Franz' Vater ging nach Ungarn ins Exil. 1944 wurde die Familie jedoch von der Gestapo verhaftet. Zusammen mit dem Vater wurde auch der damals elfjährige Franz ins Konzentrationslager gebracht. Bis Kriegsende wurden die Wittelsbacher in Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau gefangen gehalten. Gerade wegen dieser Erfahrung meint Franz von Bayern, dass man vorsichtig sein muss, "die Demokratie muss verteidigt werden".

    Seit 1996 ist der heute 87-jährige Franz von Bayern Oberhaupt der Wittelsbacher.

    Politik in Zeiten der Corona-Pandemie

    Die Corona-Pandemie sieht er als große gesellschaftliche Herausforderung. "Ich verstehe die Sorgen, ich verstehe das Bedrücktsein. Das ist ja völlig neu und völlig unerwartet und wir wissen sehr wenig über diesen Virus."

    Der deutschen Politik bescheinigt Herzog Franz von Bayern, die richtigen Maßnahmen getroffen zu haben und umsichtig reagiert zu haben.

    "Die Regierung, vor allem unser Ministerpräsident Söder genauso wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel, haben sehr rechtzeitig reagiert, haben nach dem jeweiligen Stand des Wissens über den Virus, glaube ich, das Beste getan, was sie konnten, und ich bin überzeugt, dass es auch im Ganzen das Richtige war." Herzog Franz von Bayern

    "Präzise Berichterstattung wichtig"

    Franz von Bayern betont auch die besondere Rolle der Medien: "Diese präzise Berichterstattung, die halte ich für ganz wichtig, auch für die Zukunft. Ich glaube, nur damit können wir den Menschen die Geduld geben, auch die weitere Zeit noch zu überstehen." Der Kunstliebhaber äußert sich in dem 30-minütigen BR-Interview auch zur Bedeutung seiner Familie für Bayern.

    "Am Ende müssen wir sehen, was braucht das Land, was können wir für das Land tun." Herzog Franz von Bayern

    Zuversicht auch für die Zeit nach der Krise

    Herzog Franz von Bayern überzeugt, dass Bayern und Deutschland die Corona-Krise meistern können.

    "Ich glaube, am Ende ist die kreative Kraft des Landes so groß, dass wir auch eine Zeit nach dieser Krise sehr gut bewältigen werden." Herzog Franz von Bayern

    Zur Person von Herzog Franz von Bayern

    Herzog Franz von Bayern lebt zurückgezogen als Gast der bayerischen Schlösser- und Seenverwaltung im Schloss Nymphenburg. Der Kunstliebhaber und Mäzen kümmert sich als Vorsitzender des Hilfsvereines Nymphenburg auch um karitative Einrichtungen, zum Beispiel in Rumänien. Er sieht seine Rolle vor allem darin, den kulturellen und interreligiösen Dialog zu fördern. Dazu organisiert der Münchner Ehrenbürger und Träger des Eugen-Biser-Preises regelmäßig die prominenten Diskussionsrunden "Nymphenburger Gespräche" und "Nymphenburger Empfänge".

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