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BR extra Corona: Wie weit ist Bayern im Kampf gegen das Virus? | BR24

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Nach dem Wochenende eine Bilanz des Ministerpräsidenten Markus Söder und der Blick nach vorne.

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BR extra Corona: Wie weit ist Bayern im Kampf gegen das Virus?

Am Mittag zog Ministerpräsidenten Söder Bilanz nach einer Woche Ausgangsbeschränkungen. Wie geht es weiter im Kampf gegen Corona? Können die Testkapazitäten ausgeweitet werden? Die Zusammenfassung des BR extra von heute.

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Die Lage sei weiter sehr, sehr ernst, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder am Montagnachmittag auf einer Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage in Bayern. Es gebe keinen Anlass, über Exit-Strategien zu sprechen, auch wenn sich die Kurve der Infektionen etwas abgeflacht habe. Die derzeit in Bayern geltenden Ausgangsbeschränkungen werden demnach auch bis zum 19. April verlängert.

Bilanz und Blick nach vorn

Parallel setzt Söder auf einen massiven Ausbau der Testkapazitäten. Diese sollen personell aber auch wenn möglich methodisch ausgebaut werden. Infektiologe der TU München, Christoph Spinner, stellte im BR extra klar, dass dies jedoch keine Sache von Tagen ist. Zwar gäbe es in den USA nun wohl eine Methode für einen Corona-Test innerhalb von Minuten. Dieser sei aber vor Mai nicht auf dem Markt verfügbar und bereits jetzt weltweit so nachgefragt, dass die Kapazitäten auch begrenzt sind

Ebenso dämpfte Spinner die Hoffnungen in Sachen Impfstoff gegen das Covid19-Virus. Auch hier arbeiten weltweit zahlreiche Arbeitsgruppen an der Entwicklung. Allerdings dauert diese Monate, selbst wenn unterschiedliche Strategien verfolgt werden.

Diskussion um Mundschutz beim Einkaufen nimmt Fahrt auf

Kurzfristig sollen zumindest Schutzmasken helfen. Doch auch deren Verfügbarkeit ist momentan schwierig. In Österreich wurde nun beschlossen, dass das Tragen eines Mundschutzes in Supermärkten zur Pflicht wird. Noch wird dies für Bayern ausgeschlossen. Sinnvoll und effektiv sei es dennoch.

"Das Tragen von Mund- Nasenschutzmasken kann erheblich dazu beitragen, dass das Infektionsrisiko reduziert wird." Christoph Spinner, Infektiologe der TU München

Nicht alle Menschen im Freistaat verhalten sich vernünftig

Aktuell gibt es im Freistaat 14.437 positiv auf Corona getestete Menschen. Davon werden nach Auskunft von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) 551 Corona-Infizierte auf Intensivstationen und insgesamt 2.059 Menschen stationär wegen des Corona-Virus in Krankenhäusern behandelt.

Dagegen musste die Polizei am vergangenen Wochenende in knapp 9.000 Fällen wegen Verstößen gegen die aktuellen Regelungen zur Ausgangsbeschränkung eingreifen. In 3.200 Fällen mussten die Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen zur Vorsorge von weiter steigenden Infektionszahlen geahndet werden.

Mehr Unterstützung für Unternehmer

Unterdessen hat Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger eine noch stärkere Unterstützung kleiner Unternehmen angekündigt. Die Sätze würden ab Dienstag noch einmal angehoben. Ministerpräsident Markus Söder appellierte bei seiner Pressekonferenz am Mittag nochmals an die bayerischen Unternehmen, die aktuell geltenden Abstandsregelungen auch im Arbeitsalltag zu ermöglichen. Söder betonte, der ein oder andere Arbeitgeber mache ihm dabei noch Sorge. Die Verantwortlichen sollten "alles an Kreativität nutzen", um die aktuell geltenden Regelungen einhalten zu können.

Adidas sorgt mit Mietstundung für Kommunikationsdesaster

Auf Unverständnis ist dagegen das Verhalten des Sportartikelherstellers Adidas gestoßen. Für seine 26 Läden in Deutschland wollte das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach die Mieten gestundet bekommen, sprich diese vorübergehend nicht zahlen. Das sorgte prompt für heftige Reaktionen im Netz und in der öffentlichen Berichterstattung, so dass das Unternehmen nun zurückrudern musste. Zumindest die Mieten bei privaten Vermietern würden weiterhin gezahlt. Dennoch spricht Kommunikationsforscher Claas Germelmann in BR extra von "mangelnder Kommunikation". Diese habe nun dazu geführt, dass das Unternehmen durch die verkürzte Kommunikation zur Mietangelegenheit einen Reputationsschaden verursacht hat, den es zusätzlich zur Corona-Krise nun aufarbeiten muss.

Bayern beginnt mit Bau von Hilfskrankenhäusern

Um die zu erwartende Steigerung von Corona-Infektionsfällen medizinisch abfangen zu können, beginnt Bayern mit dem Bau von Hilfskrankenhäusern. Insgesamt sollen 26 dieser Krankenhäuser entstehen. Das bestätigte das Innenministerium gegenüber dem BR.

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