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BR extra: "Corona-Welle ist noch beherrschbar"

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BR extra: "Corona-Welle ist mit Maßnahmen noch einzudämmen"

In der BR-Sendung "Corona - Ist das Virus noch zu stoppen?" haben sich renommierte Experten für entschlossene Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ausgesprochen. Dann sei es gerade noch möglich, die Pandemie noch in den Griff zu bekommen.

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Laut der Münchner Virologin Ulrike Protzer ist es trotz steigender Corona-Zahlen noch nicht zu spät, den Anstieg der Infektionen einzudämmen. Protzer, die an der TU München und am Helmholtz Zentrum München arbeitet, mahnte in einem BR extra im BR Fernsehen dennoch an, nun auch wirklich auf die Bremse zu treten.

Im Sommer seien die Deutschen ein klein wenig "zu lässig" gewesen, da sie offenbar nicht daran glaubten, dass das Virus zurückkommen könne.

Die ganze Sendung "BR extra - Ist das Virus noch zu stoppen?" können Sie hier sehen.

Besondere Vernunft im Winter notwendig

Im Winter sei nun insbesondere Vernunft gefragt, fügte Virologe Oliver Keppler, Leiter der Virologie am Max von Pettenkofer-Institut der LMU München, hinzu. Schließlich werde die Gefahr, sich im privaten Bereich mit Corona zu infizieren, in der kalten Jahreszeit deutlich steigen.

Die Corona-Ausbreitung in Deutschland hinkt laut dem Infektiologen Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing Nachbarländern wie den Niederlanden oder Belgien um fünf bis sechs Wochen hinterher. Die momentane Infektionslage bezeichnete Wendtner als "gefährlich", aber noch bestehe die Chance, die Lage zu beeinflussen: "Mit viel Energie können wir es schaffen, nicht in Engpässe in Kliniken zu rennen", so Wendtner wörtlich. Deutschland habe mit 30.000 Intensivplätzen sechs mal so viel wie Italien.

Auch Zahl der freien Intensivbetten bei Lagebeurteilung berücksichtigen

Virologin Protzer zeigte sich nicht ganz überzeugt, dass es zielführend sei, den Blick nur jeweils auf die aktuellen Infektionszahlen und auf den neuen, in Bayern eingeführten, dunkelroten Ampelwert mit einem Inzidenzwert von 100 zu richten. Ihrer Meinung nach könne es auch sinnvoll sein, die Intensivbelegung mit zu berücksichtigen.

Wie Virologe Oliver Keppler betonte, seien momentan auch eher jüngere Menschen infiziert. Darüber hinaus sei Deutschland insgesamt besser vorbereitet auf die Pandemiewelle als im Frühjahr.

Corona-Pandemie wird wohl noch länger andauern

Keppler dämpfte die Hoffnung auf einen rasch verfügbaren Impfstoff. Noch sei unklar, wie effektiv die Impfstoffe sein werden. Der Virologe bezeichnete es als realistischer, sich auf eine längere Pandemie-Phase einzustellen.

Keppler verwies bei der Bekämpfung auf Länder wie Taiwan, Südkorea und Japan, die mit wenigen, aber konsequenten Maßnahmen erfolgreich seien. Zuallererst müssten die Menschen dort Masken tragen und Abstand halten. In Japan sei die Bevölkerung darüber hinaus gebeten worden, die Sozialkontakte um 80 Prozent zu reduzieren.

Wichtiger Baustein gesellschaftliche Solidarität

Virologin Ulrike Protzer nannte Solidarität gegenüber der Gesellschaft einen weiteren wichtigen Baustein, den ihrer Erfahrung nach auch jüngere Menschen, die weniger Symptome zeigten, bereits gut anwendeten. Gesamtheitliches Denken könne man auch Jüngeren nahelegen. Die Folge von hohen Infektionszahlen seien auch wirtschaftliche Konsequenzen. Dies koste Arbeitsplätze.

Langzeit-Corona-Folgen auch bei leichtem Krankheitsverlauf

Virologe Oliver Keppler verwies im BR extra auf Langzeitfolgen, die auch junge Menschen mit leichtem Verlauf treffen könnten. Eine Studie aus Großbritannien zeige, dass ein bis fünf Prozent der Erkrankten davon betroffen sein könnten. Dies müsse man den Jüngeren klar machen, sagte Keppler.

Größere Zusammenkünfte wie das Oktoberfest kann sich der Virologe momentan nicht vorstellen. Das Virus werde auch im kommenden Herbst noch da sein. Dann müsste die Frage von solchen Festen noch einmal neu diskutiert werden.

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"Wir werden noch Jahre mit dem Coronavirus und mit Einschränkungen leben müssen": Der Virologe Oliver Keppler, LMU München, dämpft in der Sendung BR extra die Hoffnungen auf ein schnelles Ende der Pandemie. Und was ist mit dem Oktoberfest 2021?

Vorweihnachtliche Quarantäne zum Schutz der Familie

Im Hinblick auf Weihnachten schlug Virologin Protzer im BR Fernsehen eine verkürzte Quarantäne von sieben Tagen vor dem Verwandtenbesuch vor. Sich eine Woche lang zurückzuziehen, bevor man zu den Großeltern fährt, sei eine sinnvolle Maßnahme.

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