BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite

NEU

Söder: Wirtschaft und Gesundheit nicht gegeneinander ausspielen | BR24

© BR

Im BR Extra hat Chefredakteur Christian Nitsche mit Ministerpräsident Markus Söder über die aktuellen Entwicklungen in der Corona-Krise gesprochen - das sind die wichtigsten Antworten des CSU-Politikers.

65
Per Mail sharen
  • Artikel mit Video-Inhalten

Söder: Wirtschaft und Gesundheit nicht gegeneinander ausspielen

Ministerpräsident Markus Söder hat in einem BR extra den Fahrplan für die Lockerungen der Corona-Maßnahmen erläutert. Vor allem warnte er, man dürfe die Wirtschaft und die Gesundheit der Menschen nicht gegeneinander ausspielen.

65
Per Mail sharen

In einem BR extra hat der Bayerische Ministerpräsident Markus Söder den bayerischen Kurs bei der Lockerung der Coronamaßnahmen begründet: Die bisherigen Maßnahmen wirkten und das bayerische Gesundheitssystem habe die Bewährungsprobe bislang gut bestanden, es könne aber schnell wieder in eine andere Richtung gehen.

Hier das Wichtigste zur Corona-Krise

Nach Kritik aus Teilen der Wirtschaft, dass die Rückkehr zur Normalität zu langsam komme, sagte Söder Im Interview mit BR-Chefredakteur Christian Nitsche, man dürfe Wirtschaft und Gesundheit nicht gegeneinander ausspielen. "Wir denken komplex, wir denken beides zusammen, deswegen sind die jetzigen Maßnahmen in sich schlüssig, abgestimmt und könnten auch helfen, das Ganze zu überstehen, und ich hoffe doch sehr, dass das Jahr 2021 ein deutlich anderes wird als das jetzige."

Für Öffnungen Hygienekonzepte erforderlich

Alle Kontaktvermehrungen gingen einher mit verstärkten Schutzauflagen, so Söder. Geschäfte und Schulen müssten ein Hygienekonzept erarbeiten, wenn sie wieder öffnen. Hygieneauflagen, Masken und Mundschutz seien ein Gebot, und könnten verpflichtend werden, falls sich das Vorgehen in den nächsten Wochen nicht bewähre.

Die zusätzliche Person außerhalb des eigenen Haushaltes, mit der sich Menschen künftig in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen, müsse nicht immer die gleiche sein, sagte Söder auf die Nachfrage von BR-Chefredakteur Nitsche.

Schule: Prüflinge haben Vorrang

Söder verteidigte Bayerns abgestuftes Schulöffnungskonzept: Vorrang hätten alle Prüfungsvorbereitungen wie für Abitur, Quali, Mittlere Reife und Meister. Am 27. April beginne die Vorbereitung unter neuen Bedingungen. Söder kündigte flexible und großzügige Lösungen an wie etwa das Vorrücken auf Probe; es solle niemand wegen Corona sitzen bleiben, und seiner Chancen beraubt werden, sich im zweiten Halbjahr zu verbessern. Hier würden Konzepte auch für veränderte Lehrpläne erarbeitet.

Außerdem werde die Notfallbetreuung für Kinder ausgebaut, so Söder, auch für alleinerziehende ArbeitnehmerInnen und in Fällen, wo nur ein Elternteil systemrelevant arbeitet.

Hotels und Gasstätten müssen warten

Hotellerie und Gastronomie dagegen werden auf absehbare Zeit nicht wiedereröffnet. Grund sei die Infektionsgefahr, so Söder . Der Ministerpräsident verwies in dem Zusammenhang auf den bayerischen Rettungsschirm für die Wirtschaft in Höhe von 60 Milliarden Euro. Nur in Bayern würden Kredite für Kleinunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten zu 100 Prozent abgesichert, so Söder.

Dass Möbelhäuser in Bayern - anders als in Nordrhein-Westfalen - weiter geschlossen bleiben, begründete Söder mit der Infektionsgefahr, die bei großen Einrichtungen - wie auch Kaufhäusern oder Shoppingmalls - sehr viel höher sei, da sie bei Öffnung zu großen Anziehungspunkten für sehr viele Menschen würden: "Die Ruhe, die wir jetzt hatten, die dafür gesorgt hat, dass es in den Innenstädten sehr wenig an Ansteckungsmöglichkeiten gegeben hat, die wird durch so große Einrichtungen nach Einschätzung aller wieder dramatisch erhöht."

Söder: Charaktertest noch nicht zu Ende

Söder zeigte sich optimistisch und appellierte an die Geduld der Bürger. Der Charaktertest sei noch nicht zu Ende. Lockerungen in Bayern werde es geben - behutsam und konsequent - in Anbetracht der Gefahr, die weiter besteht.

Darüber spricht Bayern": Der neue BR24-Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!

© BR

Im BR Extra hat Chefredakteur Christian Nitsche mit Ministerpräsident Markus Söder über die aktuellen Entwicklungen und mögliche Lösungen aus der Corona-Krise gesprochen.