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BayernTrend: CSU unter 40 Prozent - Kleinparteien im Aufwind | BR24

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Keine drei Wochen vor der Europawahl müssen die bayerischen Landtagsparteien leichte Verluste hinnehmen. In der aktuellen Sonntagsfrage kommt die CSU auf 39 Prozent der Stimmen, die Grünen auf 18 Prozent, die SPD auf 11 Prozent.

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BayernTrend: CSU unter 40 Prozent - Kleinparteien im Aufwind

Zweieinhalb Wochen vor der Europawahl sieht der BayernTrend die CSU unter 40 Prozent. Alle Landtagsparteien verlieren gegenüber März leicht, zulegen können ÖDP und Die Partei.

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Der Aufwärtstrend der CSU hat sich nicht verfestigt: Wenn schon an diesem Sonntag das Europaparlament gewählt würde, bekämen die Christsozialen dem aktuellen BR-BayernTrend zufolge 39 Prozent. Das wären zwei Prozentpunkte weniger als im März - und auch weniger als bei der Europawahl 2014, als die CSU um 7,6 Prozentpunkte auf 40,5 Prozent eingebrochen war.

Die Christsozialen stellen mit ihrem Parteivize Manfred Weber erstmals den gemeinsamen Spitzenkandidaten der Unionsparteien und sogar der gesamten konservativen Europäischen Volkspartei. Der 46-Jährige strebt die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an. Die CSU und ihr neuer Vorsitzender Markus Söder hoffen daher auf einen starken "Weber-Effekt".

Leichte Verluste für alle Landtagsparteien

Alle anderen im Landtag vertretenen Parteien liegen im aktuellen BayernTrend einen Prozentpunkt unter ihrem Wert im März: Die Grünen wären wie schon bei der Landtagswahl im Herbst klar zweitstärkste Kraft im Freistaat mit aktuell 18 Prozent, dahinter kämen die SPD (11 Prozent) und die AfD (9 Prozent). Freie Wähler und FDP kämen gegenwärtig auf jeweils 4 Prozent. Unverändert 3 Prozent der Bayern würden die Linke wählen.

Vor fünf Jahren hatte die SPD noch 20,1 Prozent der Stimmen bekommen, die Grünen 12,1 und die AfD 8,1 Prozent. Die Freien Wähler erhielten bei der vorigen Europawahl 4,3 Prozent, die FDP 3,1 und die Linke 2,9 Prozent.

Deutliches Plus für kleine Parteien

Klar im Aufwind sind im Moment die kleinen Parteien: Während im März alle weiteren Parteien zusammen auf 5 Prozent kamen, sind es jetzt 12 Prozent. Allein die ÖDP, die durch das erfolgreiche Volksbegehren "Rettet die Bienen" in den vergangenen Wochen viel Aufmerksam bekam, würden im Moment 4 Prozent der bayerischen Wahlberechtigten unterstützen (2014: 2,7 Prozent). Weitere drei Prozent würden die Satirepartei Die Partei wählen (2014: 0,5 Prozent) und fünf Prozent alle übrigen Parteien.

Bei der Europawahl gibt es in Deutschland keine Sperrklausel, somit haben auch kleine Parteien Chancen auf ein Mandat. 2014 gewannen auch die Tierschutzpartei, die Familienpartei, die Piraten, die ÖDP, die NPD und Die Partei je einen Sitz im Europaparlament.

Jeder Vierte könnte sich noch umentscheiden

Bis zum Urnengang am 26. Mai könnte sich aber noch einiges bewegen: Gut jeder Vierte (27 Prozent) in Bayern, der aktuell eine Parteipräferenz nennt, hält es für möglich, dass er seine Entscheidung noch einmal ändert. Das gilt mit 42 Prozent für besonders viele Anhänger der Grünen, gefolgt von 37 Prozent der Anhänger der kleinen Parteien. Deutlich weniger sind es in den Reihen von SPD (21 Prozent), CSU (19 Prozent) und AfD (18 Prozent).

Interesse an Europawahl deutlich größer als 2014

Zwei Drittel der bayerischen Wahlberechtigten (66 Prozent) geben an, stark oder sehr stark an der Europawahl interessiert zu sein. Damit ist laut dem aktuellen BayernTrend das Interesse der Menschen im Freistaat an der Wahl des Europäischen Parlaments deutlich höher als vor dem Urnengang vor fünf Jahren (40 Prozent) - und liegt zugleich klar über dem Bundesschnitt (53 Prozent). Für die Landtagswahl im Herbst 2018 hatten allerdings fast drei Viertel der Bayern (74 Prozent) Interesse bekundet.

Wie in früheren Wahljahren sind vor allem Menschen ab 65 Jahren sowie formal besser gebildete Wahlberechtigte (jeweils 76 Prozent) besonders an der Europawahl interessiert. Von den 18- bis 39-Jährigen bekundet dagegen nur gut jeder Zweite (53 Prozent) Interesse an der Wahl.

Der BR-BayernTrend

Für den aktuellen BR-BayernTrend befragte das Meinungsforschungsinstitut Infratest dimap von 2. bis 6. Mai 1.000 Wahlberechtigte in Bayern. Es handelt sich um eine repräsentative Zufallsauswahl, die Befragung erfolgte telefonisch. Die Sonntagsfrage zur Europawahl misst aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt laut Infratest dimap einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlausgang abgeschlossen ist.

Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat der Wahlkampf mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern eine große Bedeutung.

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So reagieren CSU, SPD und FDP auf den BayernTrend.

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So reagieren die bayerischen Spitzenkandidaten der Grünen, der AfD und der Freien Wähler auf den aktuellen BayernTrend.

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"Kontrovers"-Moderator Andreas Bachmann erklärt den BayernTrend.