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Knapp drei Monate nach der Landtagswahl verlieren CSU und SPD weiter in der Wählergunst.
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Knapp drei Monate nach der Landtagswahl verlieren CSU und SPD weiter in der Wählergunst.

Die politische Stimmung in Bayern ist seit der Landtagswahl am 14. Oktober weitgehend konstant geblieben: Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, bekäme das aktuelle Regierungsbündnis von Ministerpräsident Markus Söder aus CSU und Freien Wählern erneut die Mehrheit im Bayerischen Landtag. Das geht aus dem ersten BR-BayernTrend seit dem Wahlsonntag im vergangenen Jahr hervor.

CSU schlechter, Freie Wähler besser als bei der Landtagswahl

Allerdings würden sich diesem ersten Stimmungsbarometer zufolge die Kräfteverhältnisse in der Koalition geringfügig verschieben: Die CSU würde mit 35 Prozent etwas schlechter abschneiden als bei der Landtagswahl (37,2 Prozent), die Freien Wähler mit 13 Prozent ein bisschen besser (11,6 Prozent).

Grüne legen weiter zu, SPD bleibt einstellig

Mit Abstand zweitstärkste Kraft im Freistaat sind in der Wählergunst laut dem BR-BayernTrend weiterhin die Grünen: Nachdem sie bei der Landtagswahl 17,6 Prozent erhalten hatten, kämen sie jetzt sogar auf 21 Prozent. Die SPD bleibt mit 9 Prozent weiterhin einstellig (Landtagswahl: 9,7 Prozent), liegt jetzt aber wieder vor der AfD.

AfD verliert an Zustimmung

Die AfD hatte am 14. Oktober mit 10,2 Prozent erstmals den Einzug in den Bayerischen Landtag geschafft. Derzeit käme die Partei der repräsentativen Umfrage zufolge auf 8 Prozent. Auch die FDP, die mit 5,1 Prozent nach fünf Jahren Pause wieder ins Maximilianeum eingezogen war, liegt mit 6 Prozent über der Fünf-Prozent-Hürde. Die Linke würde mit 3 Prozent den Einzug ins Parlament verpassen (Landtagswahl: 3,2 Prozent). Alle anderen Parteien kämen zusammen auf 5 Prozent (5,4 Prozent).

Der BR-BayernTrend

Dem BR-BayernTrend liegt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap bei 1.003 Wahlberechtigten in Bayern zugrunde. Die Sonntagsfrage misst allerdings aktuelle Wahlneigungen und nicht tatsächliches Wahlverhalten. Sie ermittelt laut Infratest dimap einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wahlbevölkerung, der erst am Wahlausgang abgeschlossen ist.

Rückschlüsse auf den späteren Wahlausgang sind damit nur bedingt möglich. Zum einen legen sich immer mehr Wähler kurzfristig vor einer Wahl fest, zum anderen hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen.

Mehr Zustimmung für Söders Arbeit

Die CSU hatte nach der Wahl zwar auch mit den Grünen sondiert, nahm aber rasch Koalitionsverhandlungen mit den Freien Wählern auf. Gut drei Wochen nach der Landtagswahl wurde der erste schwarz-orange Koalitionsvertrag unterzeichnet und anschließend Markus Söder (CSU) erneut zum Ministerpräsidenten gewählt.

Mit der Arbeit der neuen Staatsregierung zeigt sich im BR-BayernTrend derzeit mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten (57 Prozent) zufrieden oder sehr zufrieden, 41 Prozent sehen sie kritisch. Damit schneidet die Zwei-Parteien-Koalition besser ab als die CSU-Alleinregierung unmittelbar vor der Landtagswahl (48:50 Prozent). Aufwärts geht es mit den Zustimmungswerten von Ministerpräsident Söder (CSU): Mit seiner Arbeit sind derzeit 56 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden, 4 Prozentpunkte mehr als im Oktober.

Der scheidende CSU-Chef Horst Seehofer dagegen verharrt auf dem niedrigen Popularitätsniveau des Wahlherbstes. Fast sieben von zehn Wählern in Bayern (68 Prozent) sehen den Bundesinnenminister negativ.