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BR-BayernTrend: Bürger zufrieden mit Situation in ihren Kommunen | BR24

© pa/dpa

Kommunalwahl 2020: 92 Prozent der Bayern sind mit der Situation in ihrer Gemeinde oder ihrer Stadt zufrieden oder sehr zufrieden.

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    BR-BayernTrend: Bürger zufrieden mit Situation in ihren Kommunen

    Knapp 40.000 Mandate werden heute in Bayern vergeben. Jüngste Ereignisse wirken sich dabei auch auf die Beliebtheit der Parteien aus: AfD und FDP sinken in der Wählergunst. Laut infratest dimap sind 92 Prozent der Bayern mit ihrer Kommune zufrieden.

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    Es ist eigentlich die Wahl in bayerischen Städten und Gemeinden - und dennoch zeigen die politischen Ereignisse der vergangenen Wochen in Deutschland auch in Bayern Wirkung, genauer: Thüringen und die Querelen um die Wahl des FDP-Kandidaten Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten mit Stimmen der AfD.

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    Zufriedenheit mit den politischen Parteien im Landtag.

    Beide Parteien, FDP und AfD, müssen einen deutlichen Rückgang in puncto Zufriedenheit hinnehmen. Mit der Arbeit der AfD in Bayern sind acht Prozent der Wahlberechtigten zufrieden - ein Minus von drei Punkten im Vergleich zum Januar-BayernTrend. Die bayerische FDP kommt auf 19 Prozent Zufriedenheit. Das sind 5 Punkte weniger.

    Der Abstand zu den anderen Parteien ist deutlich: Die SPD kann sich mit ihrer neuen Führungsspitze, Saskia Eskens und Norbert Walter-Borjans, aus dem Tief herausarbeiten. Die Sozialdemokraten legen im Freistaat seit Jahresanfang deutlich zu und steigen bei der Zufriedenheit um elf Punkte auf 32 Prozent.

    "Die SPD hat auf Bundesebene ihre Personalquerelen gelöst und sie hat in Hamburg eine Wahl erfolgreich bestritten. Das wirkt sich alles auch positiv auf die Zufriedenheitswerte der SPD in Bayern aus", sagt Andreas Bachmann, BR-Wahlexperte.

    Kommunalpolitik spielt große Rolle

    Mit der Arbeit der Freien Wähler zeigen sich 46 Prozent (+3) der Befragten zufrieden. Die Grünen kommen auf 47 (-1) und die CSU auf 56 Prozent (+3). Allerdings darf man den Einfluss bundespolitischer Entwicklungen auf die heutige Wahlentscheidung auch nicht überschätzen: Über alle Parteigrenzen hinweg geben die Befragten an, dass die Kommunalpolitik die größte Rolle spielt.

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    Die Kommunalpolitik gibt den Ausschlag.

    Bei 21 Prozent der AfD-Anhänger ist es außerdem die Bundespolitik – ein vergleichsweise hoher Wert.

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    Bundespolitik: Vor allem für AfD-Anhänger wahlentscheidend.

    Deutlich wird im neuen BayernTrend außerdem, dass vor allem die örtlichen Kandidaten für die Wahlentscheidung den Ausschlag geben. Für 86 Prozent sind sie wichtig oder sehr wichtig für die Wahlentscheidung - gefolgt von Aussagen zu politischen Sachfragen (77 Prozent), der Parteibindung (40 Prozent) oder dem geführten Wahlkampf (34 Prozent).

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    Wahlentscheidende Gründe: Vor allem die Kandidaten geben den Ausschlag.

    Unterschiede zwischen Stadt und Land

    Aber zwischen Stadt und Land gibt es hierbei Unterschiede. Auf die Frage, wie wichtig der Kandidat sei, antworten auf Landkreisebene 43 Prozent mit "sehr wichtig", in den kreisfreien Städten ist die Person nur für 33 Prozent "sehr wichtig". Regionale Unterschiede spielen auch bei den Problemen eine Rolle, die die Wähler vordringlich gelöst haben wollen. Für Städter ist das Thema bezahlbares Wohnen das wichtigste Problem (46 Prozent), für 38 Prozent der Anwohner in Landkreisen hingegen ist es die Infrastruktur, wie der Straßenbau oder öffentliche Nahverkehr.

    "Während der bezahlbare Wohnraum in der Stadt das Problem Nummer eins ist, ist es auf dem Land nur für 27 Prozent das wichtigste Problem. Die Frage nach guter ärztlicher Versorgung ist auf dem Land doppelt so wichtig wie in der Stadt", so BR-Wahlexperte Andreas Bachmann.

    Das Meinungsforschungsinstitut infratest dimap hat in der Woche vor der Kommunalwahl 1.007 Wahlberechtigte in Bayern befragt. Die sehr deutliche Mehrheit zeigt sich mit der Situation in ihren Städten und Gemeinden zufrieden oder sehr zufrieden (92 Prozent). Das Interesse an der Kommunalwahl ist seit Jahresanfang nochmal gestiegen. 79 Prozent der Befragten interessieren sich für die Wahl - ein Plus von drei Punkten.

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    Gestiegenes Interesse der Bayern an den Kommunalwahlen.

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