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Tausende Bosch-Mitarbeiter haben in Bamberg demonstriert | BR24

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Die Konjunktur kühlt etwas ab und der Diesel-Skandal macht vor allem den Autozulieferern zu schaffen. Viele Beschäftigte fürchten um ihre Jobs. Bei Bosch in Bamberg demonstrierten heute mehrere tausend Arbeitnehmer.

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Tausende Bosch-Mitarbeiter haben in Bamberg demonstriert

In Bamberg haben heute mehrere Tausend Beschäftigte des Autozulieferers Bosch gegen die Klimapolitik und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze demonstriert. Der "ökologisch saubere" Benzin- und Dieselmotor werde noch gebraucht, so die IG Metall.

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Gegen die Klimapolitik und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze haben heute mehrere Tausend Mitarbeiter des Autozulieferers Bosch in Bamberg demonstriert. Das Motto der Demonstration vor den Werkstoren lautete: "Der ökologisch saubere Verbrennungsmotor wird noch gebraucht". Das teilte die IG Metall in Bamberg mit. Ökologie und die existenz- und wohlstandssichernde Arbeit dürften nicht länger gegeneinander ausgespielt werden, so die Kritik. Teile der Politik würden jedoch genau das vorantreiben.

Bosch-Mitarbeiter sprechen sich für Diesel aus

Am Hauptwerk hing ein Transparent mit der Aufschrift: "Die Transformation braucht Zeit!" Mit weiteren Plakaten machten die Beschäftigten klar, in welcher Technologie die meisten Arbeitsplätze möglich sind: Nämlich im Diesel. In den Bereichen Benziner und Elektromobilität seien es deutlich weniger, heißt es.

Bayerns IG Metall Chef Johann Horn sah sich aufgrund der Berichterstattung im Vorfeld unter Druck. Es stimme nicht, dass die Bosch-Mitarbeiter gegen die Klimaziele seien, sagte er bei der Demonstration. Auch die Beschäftigten würden eine saubere Luft, einen sauberen Boden und sauberes Wasser wollen. Sie seien für ebenfalls für die Klimaziele und das sollten "nun bitte alle mal zur Kenntnis nehmen", so Horn.

7.500 Beschäftigte bei Bosch in Bamberg

Der Betriesbratsvorsitzende Mario Gutmann sagte, die Klimaziele stünden nicht im Widerspruch zum Verbrennungsmotor und den Produkten, die am Bosch-Standort produziert werden. Rund 7.500 Menschen sind derzeit in Bamberg beschäftigt. 4.000 Beschäftigte arbeiten allein in der Produktion von Dieselkomponenten.

Auslastung in Bamberg ist rückläufig

Die Auslastung der Bosch-Werke in Bamberg ist bereits seit dem vergangenen Jahr rückläufig. Mehr als 100 Schichten sind ausgefallen. In diesem Jahr liegt die Zahl jetzt schon ähnlich hoch. Die Geschäftsleitung will am Standort Bamberg weiterhin in die Verbrennungstechnologie investieren und gleichzeitig in neue Produkte. So ist etwa eine Fertigung von stationären Brennstoffzellen neu hinzugekommen. Mitte des Jahres sollen die ersten in Kleinserie gefertigt werden.

Personalabbau hat bereits begonnen

200 Stellen konnte die Geschäftsführung über einvernehmliche Aufhebungsverträge, Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeitverträge im vergangenen Jahr einsparen. Auch in diesem Jahr sollen so weitere Stellen abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind derzeit wegen einer Betriebsvereinbarung bei Bosch in Bamberg nicht möglich. Der Betriebsratsvorsitzende Mario Gutmann fürchtet jedoch, dass allein über die natürliche Fluktuation in den nächsten zehn Jahren 2.000 Stellen nicht mehr besetzt werden.

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In Bamberg protestieren heute mehrere Tausend Beschäftigte des Autozulieferers Bosch gegen die Klimapolitik und für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Der "ökologisch saubere" Benzin- und Dieselmotor werde noch gebraucht, so die IG Metall in Bamberg.

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  • Carlo Schindhelm
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