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Borkenkäfer: Waldbesitzer im Bayerischen Wald resignieren | BR24

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Der Waldgipfel in Berlin soll sich den Problemen der Waldbesitzer in Deutschland annehmen. Auch im Bayerischen Wald ist die Lage ernst: Der Borkenkäfer zwingt viele Waldbesitzer die befallenen Fichten rasch aus dem Wald zu holen - zum Spottpreis.

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Borkenkäfer: Waldbesitzer im Bayerischen Wald resignieren

Der Waldgipfel in Berlin soll sich den Problemen der Waldbesitzer in Deutschland annehmen. Auch im Bayerischen Wald ist die Lage ernst: Der Borkenkäfer zwingt viele Waldbesitzer die befallenen Fichten rasch aus dem Wald zu holen - zum Spottpreis.

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In Berlin hat Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) Vertreter der Wirtschaft, Wissenschaftler und die Forstminister der Länder zu einem "Waldgipfel" geladen. Dabei soll es um aktuelle Probleme der Waldbauern gehen, die auch im Bayerischen Wald klagen. Denn Hitze, Trockenheit und der Borkenkäfer bedrohen die Fichtenbestände.

So schlimm wie in diesem Jahr sei es noch nie gewesen, sagen die Waldbesitzer. Abertausende Fichten müssen gefällt werden, die Waldbesitzer kommen kaum hinterher. Und die Holzpreise sind tief im Keller.

Spottpreise für Borkenkäfer-Holz

Markus Wirsich, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Regen, hat in diesen Zeiten einen undankbaren Job: Er soll riesige Mengen Borkenkäferholz im Auftrag der Bayerwald-Waldbesitzer verkaufen. Aber es herrscht ein Überangebot. Und deswegen bekommt Wirsich für das Holz nur Spottpreise: "Es ist wirklich schlimm, wir haben jetzt nur noch einen Durchschnittpreis von ca. 25 Euro pro Festmeter und das deckt zum Teil nicht mal mehr die Aufarbeitungskosten", sagt Wirsich.

© BR / Bibiane Wimbauer

Viele Festmeter Käferholz liegen auf dem ehemaligen Gelände eines Sägewerks in Zwiesel. Und es wird immer mehr.

Gigantisches Überangebot macht die Preise kaputt

Der einst als Sparkasse geltende Wald droht zum Draufzahlgeschäft zu werden. Die Waldbesitzer resignieren, denn vor ein paar Jahren hat ein Festmeter noch 80 bis 100 Euro gebracht. Obwohl der Borkenkäferbefall die Tragfähigkeit der Fichtenstämme nicht beeinträchtigt, können sie nur zu extrem niedrigen Preisen verkauft werden. Zum einen, weil ein gigantisches Überangebot besteht, zum anderen sind die Stämme trocken, rissig und vor allem am Rand blau verfärbt. Solches Holz will der Handel nicht.

Insektizidbekämpfung gefordert

Aber die Waldbauern haben keine Wahl - Borkenkäferbäume müssen so rasch wie möglich raus aus dem Wald. Hans Kölbl von der Waldbauernvereinigung Regen fordert, dass deswegen die Holzlaster mehr aufladen und auch ausländische Unternehmen fahren dürfen. Außerdem sollte vor einer Insektizidbekämpfung nicht zurückgeschreckt werden. Jedes Mittel sei laut Kölbl recht, sonst würde man die Probleme aus diesem Jahr mit ins Jahr 2020 tragen.

Waldbesitzer hoffen auf schlechtes Wetter

Denn: Bleibt in einem Wald nur eine befallene Fichte stehen, kann die zweite Käfergeneration bis zu 20 Bäume angreifen und sich dann in einem Sommer die dritte Käfergeneration auf 400 Fichten ausbreiten. So viele Fichten stehen normalerweise auf einem Hektar Wald.

Die Waldbauern hoffen jetzt auf schlechtes Herbstwetter damit die Borkenkäfer nicht noch einmal ausschwärmen und neue Fichten befallen.