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Border-Collie Bessy spürt den kleinsten Schimmelpilz auf | BR24

© dpa/pa/Daniel Karmann

Schimmelspürhund Bessy im Einsatz.

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    Border-Collie Bessy spürt den kleinsten Schimmelpilz auf

    Gesundheitsschädlich, unangenehm und wertmindernd: Schimmel. Das Problem des Pilzes ist vor allem, dass man ihn zumeist nicht sieht. Doch ein Sachverständigenbüro in Leinburg hat für diese Fälle eine kompetente Mitarbeiterin: Border-Collie Bessy.

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    Bessy ist ein Schimmelspürhund – eigens dafür ausgebildet und geprüft. Wenn sie in einem Gebäude versteckten Schimmelpilz erschnüffelt hat, der etwa unter dem Teppichboden, Parkett oder Estrich oder hinter den Einbaumöbeln versteckt sein kann, dann zeigt sie das ihrem Herrchen Harald Wittmann, dem Sachverständigen für Schimmel, mit vorsichtigem Bellen und Kratzen.

    Frauke Albert,  Ärztin für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, sieht einen klaren Vorteil im Einsatz der Hunde, da man so schneler handeln könne, bevor größerer Schaden entstanden ist und oft auch ehe der Mensch Symptome zeigt.

    "Durch ihre sehr feine Nase entdecken die Hunde den Schimmel viel früher. Sie können auch flüchtige Verbindungen, die wir Menschen erst in hohen Konzentrationen als den typisch muffigen Kellergeruch wahrnehmen, schon in geringeren Mengen erschnüffeln." Frauke Albert, Ärztin für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie

    Als TÜV-geprüfte Schimmel-Sachverständige wissen Kathrin und Harald Wittmann, welche gesundheitlichen Probleme unentdeckter Schimmel hervorrufen kann: "Allergien, chronischer Schnupfen, Atemwegsbeschwerden oder Hautreaktionen können dadurch entstehen", sagt Kathrin Wittmann. Die Experten kommen zu Privatleuten und arbeiten zusammen mit Architekten, Baubiologen, Malern und anderen Bauhandwerken.

    Die Ausbildung zum Schimmelspürhund

    Die Ausbildung der Hündin hat länger als ein Jahr gedauert. Geeignet für eine Ausbildung zum Schimmelspürhund sind prinzipiell alle Hunderassen, bis auf die kurznasigen. Schon im Alter von 16 Wochen wird damit spielerisch begonnen. Zunächst müssen die Tiere lernen, den Geruch anzuzeigen – beispielsweise durch Kratzen oder Hinlegen. Später werden Proben mit unterschiedlichen Schimmelarten versteckt. Wenn die Hunde sie melden, werden sie belohnt.

    Schimmelspürhunde werden in Deutschland seit mehr als 15 Jahren eingesetzt. Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) hat in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt eine Richtlinie für die Zertifizierung der Hunde erarbeitet. 

    Einsatz schädlich für Bessy?

    Um die Gesundheit von Bessy muss man sich dabei keine Sorgen machen: "Wir gehen immer als erstes ohne Hund das Gebäude ab. Wenn der Schimmelbefall offensichtlich und enorm ist, bleibt Bessy draußen", beruhigt Wittmann. In den anderen Fällen sei Bessy nur eine gute Viertelstunde am Einsatzort. "Außerdem gibt es im Wald und Feld zu jeder Jahreszeit auch Schimmelpilze und die nimmt der schnüffelnde Hund auch bei normalem Gassigehen auf."